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Ein Kurs ins Glücklichsein

Ein Kurs ins Glücklichsein
Es ist der dritte dieser Tageskurse, die in Appenzell stattfinden und gleichzeitig an vielen verschiedenen Orten in Europa und Russland. Im August waren über 2000 Menschen daran beteiligt und hatten so ein enorm starkes Feld aufgebaut, in welchem sehr viel Transformation möglich war.
Datum: Dienstag, 3. September 2019
Sie sind herzlich eingeladen.

Alle weiteren Informationen finden Sie auf dem Flyer unten.

Dazu eine kleine Geschichte:
Eine Frau sieht, dass vor ihrem Haus drei fremde Männer sitzen. Sie geht hinaus und fragt sie nach ihrem Begehren. Die drei sind auf der Durchreise und machen Rast. Die Frau lädt sie zum Essen in ihr Haus. Die Männer antworten, dass sie gerne bis zum Abend warten würden, bis die ganze Familie zu Hause sei. Am Abend erzählt die Frau, dass sie die drei Männer, die vor dem Haus sitzen, zum Essen eingeladen habe. Die Familie freut sich auf den Besuch und auf Geschichten, die die Fremden vielleicht mitbringen.
Die Frau geht hinaus, lädt die Fremden nochmals ein und fragt sie dabei nach deren Namen. Der erste Mann sagt, er sei der Wohlstand, der zweite sagt, er sei der Erfolg und der dritte stellt sich als die Liebe vor. Die Frau erfährt jetzt auch, dass nur einer der drei ins Haus kommen werde und dass die Familie entscheiden müsse, welchen sie nun einlade.
Die Frau erzählt der Familie, was sie eben erfahren hat. Darauf sagt der Mann: laden wir doch den Wohlstand ein, so geht es uns allen immer gut. Die Frau möchte erher den Erfolg einladen. Die Tochter bittet: laden wir die Liebe ein, sie ist das Wichtigste im Leben. Die Eltern sind schliesslich einverstanden und die Frau lädt die Liebe ins Haus. Es kommen nun aber auch der Wohlstand und der Erfolg mit ins Haus. Der erstaunten Familie erklärt die Liebe, dass ihr immer auch Wohlstand und Erfolg nachfolgen. Hätte die Familie eine andere Wahl getroffen, wäre nur einer ins Haus gekommen.

Und hier eine Übung in Sachen Liebe und Glücklichsein:
Metta-Meditation (Metta: Liebe, Freundschaft, Sympathie)
Möge ich gesund sein und frei von Leiden.
Möge ich frei sein von Hass, Gier und Verblendung.
Möge ich erfüllt sein mit Ruhe, Gelassenheit und Frieden.
Möge ich glücklich sein.

–  für eine nahestehende Person
–  für eine neutrale Person
–  für eine ungeliebte Person

Möge sie oder er gesund sein und frei von Leiden.
Möge sie oder er frei sein von Hass, Gier und Verblendung.
Möge sie oder er erfüllt sein mit Ruhe, Gelassenheit und Frieden.
Möge sie oder er glücklich sein.

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Freitag, 16. August 2019

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Ein Wort ist ein Wort ist ein Wort - und viel mehr

Folgende Aussage von Konfuzius ist mir letzthin begegnet:

‚Wenn die Sprache nicht stimmt, so ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist;
ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist, so kommen die Werke nicht zustande;
kommen die Werke nicht zustande, so gedeihen Moral und Kunst nicht;
gedeihen Moral und Kunst nicht, so trifft die Justiz nicht;
trifft die Justiz nicht,
so weiss das Volk nicht,
wohin Hand und Fuss setzen;
also dulde man keine Willkür in den Worten.‘

Anders: sei dir über die Bedeutung deiner Worte (und Gedanken) im Klaren und verwende nur jene, die deiner Absicht entsprechen. Sei dir bewusst, dass Worte (und Gedanken) Kräfte sind und wirken.
Sei dir deiner Verantwortung diesbezüglich bewusst.

Ein Erlebnis aus meinem Schulalltag: Vor Unterrichtsbeginn oder auch in den Pausen, wenn die SchülerInnen privat miteinander sprachen, fiel sehr oft das Wort ‚Hass‘.:
i hasse daa!
i hass di!
so än hass!
hassesch mi jetzt?
Ich hörte mir das einige Zeit an – es war klar, dass ‚Hass‘ ein neues Modewort war, das in die Jugendsprache Einzug gefunden hatte. Eines Tages stellte ich die Frage, ob denn klar sei, was sie da sagten. Ja, ja, aber das sei nicht so gemeint! Ja, wie denn??? Das sage man halt einfach so… Genau! Ein Wort sei aber nicht nur ein Wort; es habe einen Inhalt, eine Bedeutung – und das Wort ‚Hass‘  sei über Jahrhunderte aufgeladen durch die entsprechende Emotion, es sei keine leere Hülse, ihm hänge quasi ein riesiges negatives Gewicht an.

Im Sommer nahm ich an einem zweitägigen Kurs zum Thema ‚Achtsamkeit mit Kindern‘ teil. Es war ein sehr guter Kurs, an dem auch viele gute Übungen vermittelt wurden. Die Kursleiterin hatte selbst erfahren, was geschehen kann, wenn man mit sich unachtsam umgeht und hatte daraus gelernt. Nur in eine Ecke hatte sie scheinbar nicht geschaut. In die Sprachecke. So hiess es dann immer wieder: super! cool! mega cool! Und für etwas weniger Cooles hiess auch einmal ’shit‘.
Es ist schon klar, dass mit diesen Worten Positives, sehr Positives und Negatives bezeichnet werden sollte! Aber wie arm! Wie undifferenziert, unpräzise und auch langweilig. Es klingt irgendwie hohl – und sehr unachtsam. Unsere Sprache kennt so viele Wörter, die helfen, die Dinge genau zu beschreiben, die Nuancen berücksichtigen und im Gegenüber genauere Vorstellungen von dem hervorrufen können, was wir beschreiben. Bei Jugendlichen kann man so eine Sprache noch durchgehen lassen in der Hoffnung, dass sie mit dem Alter und der Reife reichhaltiger wird. Wenn aber Erwachsene, Lehrpersonen, Eltern, mögliche Vorbilder so sprechen, dann läuten bei mir die Alarmglocken. Wenn es zwischen (und anstatt) cool und shit nichts mehr gibt, wie begegnen wir einander dann!? Wir begeben uns, zwar vermutlich unbewusst und doch freiwillig, in die ‚Sprachlosigkeit‘ und in die Langeweile – und vielleicht auch in die Verzweiflung, weil wir nicht mehr in der Lage sind, unsere Gedanken, Ideen und Erfahrungen in farbigen Bildern zu schildern.

 

 

 

Montag, 29. Juli 2019

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Meditation am Montag ab August

Am Montag, 12. August 2019 beginnt eine neue Reihe Meditationsabende in den Zielräumen in Appenzell.
Alle Informationen finden Sie auf dem beigefügten Flyer unten.

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Montag, 22. Juli 2019

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Ein Kurs in die Freude

Es ist nach dem Kurs ins Erwachen der zweite Tageskurs, der in Appenzell stattfindet:
Dienstag, 6. August 2019, 08.30 Uhr – ca. 18.00 Uhr
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer unten.

Beim letzten Kurs vom 3. Juli waren 67 Orte in ganz Europa und in Südafrika über Zoom mit Tejasaji verbunden, die durch den Tag leitete.
Über sieben Lebensthemen hatte sie gesprochen. Über jedes haben wir nach einer bestimmten Atemmeditation kontempliert und uns Notizen gemacht.: z. B. Undankbarkeit, die Gewohnheit zu (ver-)urteilen,  nicht authentisch sein, Liebe geben und empfangen zu wollen…
Zu diesem letzten Thema hat Tejasaji eine Geschichte erzählt:

‚Eine Schildkrötenfamilie diskutiert darüber, ein Picnic machen zu wollen. Einen Monat lang beraten sie über den günstigsten Ort, während zwei Monaten wird gepackt, über drei Monate dauert die Reise und zwei Monate lang packen sie aus. Nachdem alles bereit steht, stellt jemand fest, dass das Salz fehlt. Es wird beschlossen, dass der Jüngste nach Hause eilen und das Salz holen soll. Der protestiert zuerst und willigt erst ein, als die anderen alle versprechen, dass sie mit dem Picnic warten, bis er wieder zurück ist und dass sie bis dahin nichts essen.
Es vergeht ein Monat, ein zweiter und ein dritter – und nach dem sechsten sagt eine ältere Schildkröte, sie sei hungrig. Sie wolle nur ein einziges Sandwich essen. Sie greift zu – und in diesem Moment springt der Jüngste hinter einem Baum hervor und schreit: ich wusste, dass ihr nicht warten würdet, deshalb bin ich gar nicht nach Hause gelaufen!‘

Genauso misstrauen wir den anderen, beziehungsweise der Liebe.
Es geht im Kurs darum, diese Dinge zu sehen. Nur zu sehen und anzuerkennen: ja, so bin ich. Ja, so handle ich. Erst mit dem Annehmen ist eine Veränderung möglich. Die kann ganz am Ende des Tages geschehen, wenn wir eine starke Energieübertragung erhalten, die das möglich macht.

Wir alle sind auf dem Weg.
Er führt uns vom Getrenntsein in die Verbundenheit.
Es läuft sich leichter, wenn man Gesellschaft hat.
Und ab und zu eine Wegmarke zu finden, ist ganz angenehm und verhindert u. U. Umwege.

Wenn Sie das auch so sehen, kommen Sie am 6. August doch ins Hotel Hecht in Appenzell und zum Kurs in die Freude!

 

 

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Donnerstag, 11. Juli 2019

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Ein Kurs ins Erwachen

Ich habe einen neuen Begriff gelernt:
Unterflurisieren.
Im Februar war das, als ich das Tagblatt las.
Unter dem Titel: Ab in den Untergrund wurden Unterflurbehälter gezeigt und ihre Funktion beschrieben.
Sie nehmen unseren Müll auf. Den wollen wir neuerdings nicht mehr vor Augen haben. Die Container in den Quartieren stören und die Säcke am Strassenrand vermutlich sowieso. Also: ab in den Untergrund. Aus den Augen, aus dem Sinn. So heisst es doch. Damit’s nicht mehr zum Himmel stinkt.

Das ist sowas von menschlich. Wir wollen unseren eigenen Mist auch nicht anschauen. Oft so lange bis es nicht mehr anders geht und die Seele schreit und der Körper schmerzt. Unterflurisieren ist eine menschliche Eigenart. Ein anderes Wort dafür: verdrängen, unsere seelischen Schmerzen nicht wahrnehmen, nicht spüren.
Mit jedem verdrängten Schmerz werden wir ein bisschen unfreier, schneiden uns ein wenig mehr von der Lebensfreude ab und von der ursprünglichen Kraft. Wir lachen immer weniger. Kinder lachen etwa 400 Mal am Tag. Die Erwachsenen in den 50iger Jahren noch 18 Mal. Heute sind wir bei 6. Das sagt schon alles.

Unterflurisieren kann rückgängig gemacht werden, mindestens im persönlichen Bereich.
Eine wunderbare Möglichkeit dazu bietet der Kurs ins Erwachen.
Er findet am Mittwoch, 3. Juli 2019 im Hotel Hecht in Appenzell statt.
Alle weiteren Angaben dazu finden Sie auf dem Flyer unten.
Lesen Sie auch den letzten Beitrag in diesem Blog, in welchem Schlafen und Erwachen Thema sind.

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Freitag, 14. Juni 2019

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Einladung nach Appenzell

Am Mittwoch, 3. Juli 2019, findet in Appenzell, im Hotel Hecht, ein Tageskurs statt: ‚Ein Kurs ins Erwachen‘.
Erwachen meint: aus dem Schlaf aufwachen, aus dem Schlaf der inneren Unfreiheit, der Konditionierungen und alten Programme.

Erwachen heisst fähig werden, spontan zu agieren. Im Schlaf können wir immer nur reagieren. Nie sind wir frei, wirklich etwas Neues zu denken oder tun. Alles denken und tun wir immer auf dem Hintergrund von inneren Programmen, die meistens unbewusst sind.
Der Kurs ins Erwachen enthält Unterweisungen und Meditationen. Vorwissen ist nicht nötig. Nur der Wunsch, innerlich zu wachsen, frei zu werden, zu der/dem zu werden, die/der wir eigentlich sind, in die innere Kraft und in die eigene Grösse zu kommen, die innere Freude zu erfahren, die mit Freiheit einher geht.
Alle weiteren Angaben finden sich auf dem Flyer, der als Pdf hier angehängt ist.
Wir alle sind auf dem Weg.
Lassen Sie uns ein Stück gemeinsam gehen.
Es ist kurzweiliger, es ist kraftvoller – und oft ist es auch lustiger.

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Mittwoch, 29. Mai 2019

Eine Antwort zu “Tageskurs Juli 19”

  1. Martin Büchel sagt:

    Ich komme 🙂

    lg Martin

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Froschkommunikation

Die folgende Geschichte, deren Autor unbekannt ist, erzählt von Fröschen und ihrer Kommunikation. Nicht dass diese Art miteinander zu kommunizieren auf Frösche beschränkt wäre… Es liest sich so haltt einfacher und bleibt besser in Erinnerung. Und wer die Botschaft versteht, kann sie auf sich selbst anwenden.

Wenn das Thema Kommunikation Sie interessiert, so besuchen Sie doch meinen Vortrag zu diesem Thema:
Nicht kommunizieren, das geht gar nicht
Donnerstag, 9. Mai 2019
19.30 Uhr, im Foyer des Gymnasiums Appenzell

Die Frösche beschlossen eines Tages, ein Wettrennen zu veranstalten. Das Ziel sollte zu oberst auf einem Turm sein.
Am Tag des Rennens säumten viele Frösche die Strecke, um das Spektakel zu verfolgen.
Es war nun aber so, dass keiner der Zuschauer wirklich daran glaubte, dass auch nur einer der Läufer das Ziel auf dem Turm erreichen könnte. Das schien viel zu schwierig. Und anstatt die Teilnehmer mit Zurufen zu ermuntern, hörte man: „Oje, du Armer! Du wirst das nie schaffen!“ oder „Das wird dir nie gelingen, gib doch gleich auf!“ oder „Weshalb quälst du denn dich, das ist viel zu schwierig!“
Es schien tatsächlich so, als sollte das Publikum Recht behalten. Einer um den anderen gaben die Frösche auf und blieben stehen.
Das Publikum schrie weiter:“Gib auf, das hat doch keinen Wert!“ und „Du wirst das Zie doch nicht erreichen!“
So kam es, dass alle Teilnehmer aufgaben – alle, bis auf einen, der unverdrossen weitermachte und den steilen Turm hochkletterte und als Einziger das Ziel erreichte.
Die Zuschauer waren höchst erstaunt und alle wollten von diesem Frosch hören, wie das möglich war.
Man frage ihn und erhielt keine Antwort. Und erst da merkten die Umstehenden, dass dieser Frosch taub war.

Hier finden Sie die Literaturlist zu meinem Vortrag

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Montag, 06. Mai 2019

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Öffentlicher Vortrag 9. Mai 2019, Gymnasium Appenzell

Wir Menschen sind keine Einzelwesen, das scheint nur so. Decken Sie Ihren Handteller ab und schauen Sie Ihre fünf Finger an – die scheinen einzeln und unabhängig zu sein. Genau dieses Gefühl haben wir von uns auch.
Es ist aber anders. Ganz zu Beginn unseres Erdendaseins erleben wir die vollkommene Verbundenheit während neun Monaten und noch ein bisschen darüber hinaus.
Irgendwann setzt sich dann die Überzeugung fest, wir seien Einzelwesen – und damit beginnt ein Leidensweg: die Suche nach Verbundenheit in Freundschaft, Partnerschaft, Kollegschaft, im Verein, im Arbeitsteam, mit Tieren… Nie finden wir, was wir suchen. Weil wir es bereits haben… Halt auf Ebenen, die für uns nicht so offensichtlich sind: wir tauschen mit jedem Atemzug zehn hoch zweiundzwanzig Atome mit anderen Lebewesen aus; wir kommunizieren über Biophotonen; unsere elektromagnetischen Felder interagieren miteinander; Spiegelneu-
ronen gleichen sich dem an, was das Gegenüber ausdrückt.
Wir sind nie nicht verbunden und kommunizieren deshalb immer und überall. Natürlich auch mit Worten, mit Gesten und unserer Mimik, dem Tonfall und der Körperhaltung, den Kleidern und und und… Und meistens unbewusst.

Im Vortrag, den ich am Donnerstag, 9. Mai um 19.30 Uhr im Foyer des Gymnasiums Appenzell halte, mache ich dies deutlich: Nicht kommunizieren, das geht gar nicht.
Unten finden Sie die Literaturliste zum Vortrag.

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Dienstag, 16. April 2019

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Den Kopf nicht im Sand

Eben habe ich ein höchstinteressantes Video mit dem Zellbiologen Bruce Lipton angeschaut. Er erzählt darin von der Evolution der Arten – anders als vor 150 Jahren Charles Darwin. Er zeigt auf, dass die Evolution immer wieder Sprünge macht. Dann nämlich, wenn eine Art – und das war das Bakterium ganz zu Beginn – sich nicht weiterentwickeln kann, weil die Oberfläche seines Nervensystems sich nicht mehr vergrössern lässt. Das Nervensystem ist gleichzusetzen mit Bewusstsein. Wenn also eine Art an ihre Wachstumsobergrenze stösst, schliesst sie sich zu einem grösseren Organismus zusammen, in welchem alle Einzelnen kooperieren und Wahrnehmung und Bewusstsein zusammenschliessen. So sind schlussendlich Tiere und auch wir entstanden.
Unser Gehirn weist deshalb sie viele und tiefe Falten auf, weil dies seine Oberfläche und somit seine Kapazität vergrössert. Nun begrenzt aber unser Schädel die Grösse des Gehirns; es kann also nicht weiterwachsen. Und raten Sie, was jetzt geschehen muss, damit wir die Krise und das Chaos auf dem Planeten überleben können?! Es muss ein Entwicklungssprung geschehen, wie er schon viele Male passiert ist: wir Menschen müssen uns zusammenschliessen zu dem, was wir Menschheit nennen, ohne Trennung und Spaltung in unterschiedliche Rassen, Geschlechter, Religionen, Nationen… Wir überleben die Krise nur als Menschheit.

Es ist höchste Zeit, dass wir uns als Menschheit finden und kooperieren.
Seit 1970 sind 62 % aller Tierarten ausgestorben.
2048 wird es in den Meeren keine Fische mehr geben, wenn wir so weitermachen.
Eine Langzeitstudie in Deutschland hat gezeigt, dass es in den letzten 20 Jahren 75 % weniger Insekten gibt.

Es gab auf diesem Planeten bereits 5 grosse Massensterben, bei welchen zwischen 70 und 95 % allen Lebens ausgelöscht worden sind. Das war noch, bevor es Menschen auf der Erde gab.
Die Wissenschaft zeigt, dass wir bereits im 6. grossen Massensterben sind. Diesmal durch den Menschen geschaffen, weil er die Umwelt zerstört, von der er doch abhängt. Wir sind alle eins mit der Natur. Diesmal werden wir es sein, die aussterben.

Krise und Chaos verlangen nach Entwicklung. Sie zeigen ganz klar auf, dass es so nicht weitergehen kann. Diese Entwicklung muss eine des Bewusstseins sein. Wir als Einzelne können daran arbeiten und damit unseren Beitrag für die Menschheit leisten.
Bewusstsein vertieft oder erweitert sich, wenn wir lernen, bei uns zu sein (der grosse Teil der Menschheit ist im Moment ausser sich), wenn wir unsere inneren Grenzen und Blockaden wahrnehmen und überwinden. Wenn wir unsere vielen Ängste anschauen und loslassen – an ihrem Ursprung ist immer nur ein Gedanke, eine Illusion. Wenn wir lernen, dass wir unsere unschönen Seiten nicht auf andere projizieren und dann im Aussen bekämpfen. Jeder persönliche Konflikt trägt zum grossen Konflikt bei, zu Krise und Chaos, die so offensichtlich sind auf diesem Planeten.

Wir können unseren Beitrag leisten, wenn wir den Kopf nicht in den Sand stecken, wenn wir zum Beispiel meditieren und unseren inneren Müll täglich transformieren.
Seit einigen Jahren leite ich jeden zweiten Montagabend eine Meditationsgruppe. Sie dauert eine Stunden, während der wir verschiedene Übungen machen, die uns helfen, immer präsenter und bewusster zu sein.
Der nächsten Zyklus von sieben Abenden beginnt am 15. April um 19.30 Uhr.
Wir treffen uns in den Zielräumen, Zielstrasse 8a, Appenzell.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Weiter Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer, den Sie unten anklicken können.

 

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Sonntag, 07. April 2019

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Fortschritt

Vor kurzem erschien dieses Bild in der Lokalzeitung. An einen von Pferden gezogenen Schneepflug kann ich mich nicht erinnern. Aber ein anderes Bild kam vor mein inneres Auge: die Kehrichtabfuhr, wie sie zu meinen Kinderzeiten funktionierte. Jede Woche fuhr Vater Preisig mit dem Rosswagen durchs Dorf und lud den Hausmüll auf. Mit vollem Wagen fuhr er in die Steblen hinaus und kippte die Ladung einen Hang hinunter. Von Zeit zu Zeit wurde der Haufen angezündet und dann mit Erde zugedeckt, bis die Mulde aufgefüllt war…  und andere Zeiten anbrachen, wo man den Müll bei uns nicht mehr in der Landschaft deponierte. Abfallsäcke gab es damals natürlich noch nicht. Standardausrüstung in jedem Haus war der Ochsnerkübel, ein metallener Eimer mit Klappdeckel. Meine Mutter schlug ihn mit Zeitungspapier aus, so dass sein Inhalt als Ganzes auf den Rosswagen gekippt werden konnte. Der leere Eimer wurde ausgespült oder ausgefegt und zum Trocknen an die Sonne gelegt, bevor er wieder mit Zeitung ausgekleidet wurde.

Heute ist alles ganz anders und vieles natürlich besser. Und bestimmt bequemer.

Es gibt aber auch Dinge, die – auch wenn sie auf einer Ebene Fortschritt bedeuten – wir niemals akzeptieren sollten.
Dazu gehört zum Beispiel die 5G-Technik.

In einem Beitrag von SRF vom vergangenen November (Youtube: 5G in China – wenn der Staat alles sieht) ist zu sehen, wie 5G in China zur kompletten Überwachung der BürgerInnen bereits eingesetzt wird. Schanghai ist eine Versuchsstadt, ausgerüstet mit Tausenden von Antennen und Kameras, so dass niemand der Überwachung entgeht. Das System ist mit Gesichtserkennungs-Kameras ausgestattet, das alle Menschen bildlich erfasst.
Auf dem Handy erhält jeder Bewohner Punkte für Wohlverhalten und Abzug für Vergehen wie bei Rot über die Strasse laufen…
Wer nur wenige Punkte hat, der kann zum Beispiel keinen Zug oder kein Flugzeug mehr benutzen oder eine Wohnung kaufen. Strafe muss sein.

In einem weiteren Video hat es geheissen, dass Ravensburg ebenfalls so ausgerüstet werden soll. Und das ist weissgott in unserer Nachbarschaft.

Widerstand ist nicht die Lösung. Der gibt genau dem Energie, was wir ablehnen. Wenn wir unsere innere und äussere Freiheit bewahren wollen, müssen wir sie uns im Bewusstsein schaffen. Tatsächlicher Fortschritt ist nur möglich, wenn wir im Bewusstsein wachsen und nicht steckenbleiben im Dagegensein und in der Angst. Angst zieht genau das an, wovor man Angst hat. Mit Hass funktioniert es ebenso.
Und auch mit der Liebe.

Freitag, 08. Februar 2019

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Affig

Auch Affen fallen mal von Bäumen.
So heisst das Buch mit Sprichwörtern aus der ganzen Welt, das ich von einer Freundin zu Weihnachten geschenkt bekommen habe.
Auch Affen fallen mal von Bäumen, so heisst es auf Seite zehn, sei eines der bekanntesten Sprichwörter Japans. Es weise darauf hin, dass jeder einmal etwas falsch verstehe oder falsch mache.
Wir können uns täglich vom Affen-Fallen überzeugen, wenn wir Zeitung lesen. Vielleicht hat da jemand jahrelang in den Bäumen herumgeturnt, schwungvoll, akrobatisch, mit unglaublicher Eleganz. Und plötzlich: Bumm. Unsanfte Landung – sehr zur Schadenfreude der LeserInnen, die vielleicht neidisch gewesen waren, weil sie selbst turnerisch nicht so viel drauf hatten.

Auch Affen fallen mal von Bäumen. Wenn wir nun aber denken, nur andere fielen von den Bäumen, täuschen wir uns natürlich. Auch wenn wir hoch in den Ästen wahrscheinlich weniger Purzelbäume wagen und vor weiten Sprüngen von Ast zu Ast zurückschrecken, so turnen wir doch auch.
Der Verstand tut so affig. Der turnt mit uns irgendwo im Geäst. Der will immer recht haben. Der möchte anderen zeigen, dass er mehr weiss und kann. Der vergleicht mit dem Nachbarn und möchte ihn ausstechen. Es ist der Verstand, der uns zum Affen macht.

DER Verstand, nicht UNSER Verstand. Es ist für alle derselbe. Er ist nicht persönlich. Deshalb können wir alle uns das Sprichwort merken   Auch Affen fallen mal von Bäumen.

Die Affen, von denen wir in der Zeitung lesen, sind gar nicht so verschieden von uns. Sie turnen in einer anderen Liga, das ist alles. Zeitungslesend können wir uns also täglich fragen: Und wo turne ich selbst gefährlich? Wo schätze ich etwas falsch ein, so dass der Fall unvermeidlich ist? Wie mache ich mich zum Affen?
Zeitungslesen verhilft zu Selbsterkenntnis.

Sonntag, 20. Januar 2019

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Ein Frosch, der nicht meditiert

Eine kurze Geschichte:
Da ist ein kleiner Frosch, der einen ersten Ausflug allein unternimmt. Auf dem Feld sieht er ein grosses Tier, das mit einem Ding, das es hinter sich herzieht, die Erde umgräbt. Der kleine Frosch ist fasziniert und auch überwältigt vom Anblick. Er erkundigt sich nach dem Namen dieses Wesens.
Zu Hause erzählt der kleine Frosch seinem Vater, er habe auf dem Feld einen Ochsen gesehen, riiiesengross und mächtig.
Der Vater nickt, atmet tief ein und bläst sich auf. ‚Etwa so gross, nicht wahr?‘
‚Nein, nein, viel grösser!‘
Der Vater holt noch einmal Luft und bläst sich weiter auf. ‚So gross, oder?‘ 
Nein!! Viiiel grösser!‘
Noch etwas weiter bläst sich der Vater auf   –   und platzt.

Ich habe die Geschichte aus dem Kurs, den ich an der O&O Academy in Indien besucht habe, mitgebracht. Es ging in diesem Kurs um die Natur und die Aktivitäten des Verstandes.
Der Verstand (und es für uns alle derselbe Verstand – er ist nicht persönlich) kann es nicht haben, dass er zum Beispiel nicht die Oberhand hat. Eine der Eigenschaften des Verstandes ist Arroganz und mehr oder weniger ist auch ‚unser eigener‘ Verstand davon betroffen. Auch wir blasen uns, wie der Froschvater, gerne etwas auf, um grösser oder wichtiger zu erscheinen. Wir tun das bei der Arbeit, in Beziehungen oder ganz allgemein im Alltag. Arroganz ist der Killer in Beziehungen, da in diesem Zustand kein Einfühlungsvermögen möglich ist. Wir sind total selbstzentriert. Es geht uns nur darum, gut oder besser dazustehen.
Hinter der Arroganz steht die Aktivität des Vergleichens. Niemand ist davon ausgenommen. Es kann sein, dass wir uns nicht bewusst sind, dass ‚unser‘ Verstand immer und in jeder Situation Vergleiche zieht und uns veranlasst uns aufzublasen, sobald wir sehen oder auch nur ahnen, dass wir unterlegen sind.
Wichtig: Der Verstand IST so. Wir können ihn nicht ändern. Das wäre ein fataler Irrtum. Wir können ihn nur beobachten. Das nimmt ihm seine ätzende Schärfe, und wir können uns entscheiden, ob wir uns aufblasen wollen, wenn wir uns unterlegen glauben oder ob wir’s bleiben lassen. Und je lockerer wir damit umgehen können, desto eher wird der Verstand sich beruhigen. Wenn wir ihn zwingen wollen, wird er sich wehren.
Der Verstand ist ein wichtiges Instrument in der äusseren Welt, wenn es um unser Innenleben geht, kann er grossen Schaden anrichten. Da sollten wir ihn beobachten!

Eine gute Möglichkeit zur Beobachtung bietet die Meditation.
Seit drei Jahren meditiere ich jeden zweiten Montagabend mit einer Gruppe in den Zielräumen.
Der nächste Zyklus beginnt am Montag, 7. Januar um 19. 30 Uhr.
Voraussetzungen sind keine nötig.
Kosten: sieben Abende 150.00 Franken.
Anmeldung per E-mail oder SMS
Ich freue mich darauf!

 

 

Mittwoch, 26. Dezember 2018

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Vulkanausbruch am Säntis

Der feuerspuckende Säntis – ein Leserbild von Jürgen Gundelsweiler, erschienen im Appenzeller Volksfreund vom 3. November.
Ein schönes Beispiel, um über Wahrnehmung zu sinnieren.

Damit dieses Bild zustande kommen konnte, mussten ziemlich viele Faktoren zusammenspielen: Ort, Zeit, Sehen, SEHEN, Erkennen, Interpretieren, Imaginieren, Sichfreuen, Sichwundern…
Die Faktoren Ort und Zeit sind leicht einsehbar. Sehen auch. SEHEN schon nicht mehr. Es geht dabei nicht nur darum, den Berg und die Wolke zu sehen, sondern das, was als Gesamtbild erscheint, mehr als die Summer der einzelnen Teile. Dafür ist die rechte Hirnhälfte zuständig oder ein Hirn, in welchem die beiden Hirnhälften synchron funktionieren. In unseren Breitengraden ist das leider eher die Ausnahme.
Bei kleinen Kindern arbeitet das Hirn noch auf diese Weise. Wir Erwachsenen geben uns dann aber alle Mühe, das bald zu ändern. Wir geben allem Namen, Etiketten, Eigenschaften und fügen diesen Mitteilungen offen oder unterschwellig noch bei, ob wir die benannten Dinge als positiv oder negativ empfinden. Wir trimmen die Kinder – besonders dann ab dem Kindergarten und der Schule – auf linkshirnig, analytisch, logisch, linear. Und in diesem Fall wird’s mit dem feuerspuckenden Säntis schon schwierig. Den gibt’s ja nicht. Und damit ist für das linke Hirn die Sache erledigt und bestimmt kein Bild wert. Es mag sein, dass Berg und Wolke zwar so ins Blickfeld kommen und auch gesehen werden – aber eben nicht GESEHEN. Dafür sind das synchrone Hirn oder die rechte Hirnhälfte zuständig, die Ganzes wahrnehmen, Verbindungen, Bilder, Zusammenhänge, die über das Lineare, Logische hinausgehen.
Die Welt gesehen aus der linkshirnigen Perspektive ist ziemlich arm, sogar langweilig, ohne Wunder, was Menschen, die linkshirnig ticken, natürlich überhaupt nicht so sehen.

Wenn’s jetzt nur darum ginge, ob wir den Säntis als Vulkan sehen oder nicht, dann wäre die Sache nicht so tragisch. Tatsache aber ist, dass Menschen, die ausschliesslich linkshirnig funktionieren, permanent im Überlebensmodus sind. Die linke Hirnhälfte schätzt ab, ob uns eine bestimmte Situation ‚gefährdet‘ und es deshalb notwendig ist, Stresshormone auszuschütten. Irgendwie ‚gefährdet‘ sind wir in unserer Zeit fast immer: wir haben Angst zu spät zu kommen, etwas zu verpassen, etwas nicht zu begreifen, nicht akzeptiert zu werden, nicht gut genug zu sein, den Job zu verlieren, zu wenig zu verdienen, die Rechnungen nicht bezahlen zu können, krank zu werden, ausrangiert zu werden, neue Techniken nicht zu verstehen, älter zu werden. Und wenn das noch nicht reicht, machen wir uns Sorgen wegen der Kinder, der Umwelt, wegen dem Gang der Politik undichweissnichtwasnoch. Grund für das linke Hirn, dauernd auf Stress zu machen. Das hat nun Folgen für den ganzen Körper, denn was soll der mit all den Stresshormonen anfangen, die da permanent ausgeschüttet werden!? Die werden ja nie abgebaut, die belasten den Körper nur, und mit der Zeit hat der genug und bricht zusammen. Das erleben wir doch seit Jahren. Plötzlich brechen Menschen zusammen, die doch sooo gut funktioniert hatten, sooo effizient waren etc.

Es gibt Übungen, die helfen, die beiden Hirnhälften zu synchronisieren. Die einfachste davon ist der ‚Suppentrüller‘, den kleine Kinder so gerne machen. Es gibt andere, die sogenannten Überkreuzübungen. Machen muss man sie halt. Spaziergänge in der Natur helfen auch, vorausgesetzt man erachtet sie nicht als sportliche Betätigung oder führt dabei irgendwelche linkshirnigen Gespräche. Helfen tut: langsames Gehen, stehen bleiben, schauen, SEHEN,  riechen, wenn’s warm genug ist die Schuhe ausziehen, die Uhr zu Hause lassen, vielleicht sogar allein unterwegs sein, ohne Handy, HÖREN, am Bach sitzen oder unter einem Baum, den Wolken nachschauen. Und dabei nicht dauernd daran denken, dass man doch noch ’sooo viel Wichtigeres zu tun‘ hätte. In diesem Fall ‚ist man nicht bei sich‘, man ist in der Vergangenheit oder in der Zukunft und damit bereits wieder in der linken Hirnhälfte.

Freitag, 23. November 2018

Eine Antwort zu “Vulkan”

  1. Martin sagt:

    sehr schön geschrieben und sinniert 😉

    danke

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Katzenschmaus

In der heutigen Ausgabe des Appenzeller Volksfreunds werden wir daran erinnert, dass vor hundert Jahren bei uns in der Gegend auch Katzen auf den Tisch kamen. Im Kochtopf. Das ist geschichtlich gesehen noch gar nicht lange her. Und doch vergessen – wenn wir heute nicht daran erinnert worden wären.
Der Artikel führte mich zu einer persönlicher Erinnerung.
So funktioniert eben unser episodisches Gedächtnis, jener Teil des Langzeitgedächtnisses, der unsere Lebensdaten speichert (immer laut ‚Mehrspeicher-Modell des Gedächtnisses). Damit eine Erinnerung ins Bewusstsein kommen kann, braucht es eine sogenannte Abrufhilfe. Und dieser Artikel war für mich eine solche.

Ich erinnerte mich einer Geschichte, die vor 45 Jahren passierte. Ich war damals in der Mittelschule, und während den Sommerferien ging ich arbeiten. Mehrere Ferien hintereinander in die Migros im Neumarkt in St. Gallen. So auch in jenem Jahr. Mit mir war auch eine Klassenkameradin dort beschäftigt.  Wir fanden die Arbeit recht anstrengend und ebenfalls, dass wir danach noch wirkliche Ferien verdient hätten. Denise kam dann anderntags mit dem Inserat eines Zürcher Carunternehmens, das eine Reise ans Meer einige Kilometer südlich von Barcelona anbot. Wir buchten. Ich erzählte erst danach zu Hause, dass ich nach Spanien reisen würde. Ich war siebzehn. Opposition gab es keine (was mich auch heute noch etwas verwundert aber natürlich auch freut).
Denise und ich hatten das Meer noch nie gesehen und auch sonst noch vieles nicht, was diese Reise bot. Eines Abends etwa stand ‚Paella‘ mit Kaninchen auf der Menukarte. Keine Ahnung, was das war. Als die Platte dann auf den Tisch kam, sahen wir Schwierigkeiten vor uns. Da gab’s Crevetten und Muscheln. Crevetten kannte ich – aber nur aus dem Glas. Muscheln hatte ich noch nie gegessen. Vor allem war das Wie-essen das Problem. Die Crevetten hatten eine Schale und lange Beine – und ich fühlte sie schon kratzen im Hals. Dass man die Muscheln nicht mit der Schale ass, das nahm ich an. Nun, wir waren heilfroh, dass unsere Tischnachbarn wussten, wie man Paella ass und wir über die Runden kamen.
Denise ging dann irgendwann auf die Toilette im Untergeschoss, und als sie zurückkam flüsterte sie mir zu, sie habe unten im Korridor den Deckel der Gefriertruhe angehoben und darin eine gefrorene Katze entdeckt. Die Tischnachbarn wussten, dass man Katze von Kaninchen schlecht unterscheiden kann, jedenfalls in gekochtem Zustand. An den Rippen könne man’s erkennen. Aber niemand wusste dann wirklich Genaues. Und so gehöre ich vielleicht auch zu jenen, die Katze gegessen haben.
Das ist mindestens für all jene, die eine Katze als Haustier haben, vermutlich eine schreckliche Vorstellung, und das verstehen ich sehr gut. Sie haben eine persönliche Beziehung zu diesem Tier und hängen emotional an ihm. Wohl weniger am Hühnchen oder Kalb, das sie essen und nie im Leben gesehen haben und schon in Portionen geschnitten in der Metzgerei kaufen. Was uns emotional nicht berührt, betrifft uns nicht. Unsere Gefühle sind unsere persönlichen Wegweiser. Und deshalb sind die Lebensläufe der Menschen auch so unterschiedlich.

Samstag, 10. November 2018

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Heimat - und ein Buch

Heimat – ein ziemlich ’schwieriges‘ Wort, nicht wahr? Ich benutze es heute in zwei unterschiedlichen Kontexten. Einmal meine ich damit meine äussere Heimat, das Land Appenzell, im äusseren Teil bin ich aufgewachsen, im inneren wohne ich seit fast zwanzig Jahren. Die zweite Heimat findet sich im inneren, und die ist ebenso wichtig, wenn nicht viel wichtiger als die erste.

Letzte Woche war ich zufällig an zwei Viehschauen, im inneren und im äusseren Land. Ich verstehe nichts von Kühen und bin überhaupt nicht sennisch. Seit meiner Kindheit wohne ich aber immer wieder an Orten, wo die Kuhweide bis vor die Haustüre reicht und das Kuhglocken-gebimmel vom Frühling bis in den Herbst den ganzen Tag und oft auch nachts über zu hören ist. Ich liebe das. Ausserdem liebe ich die Landschaft hier, die grünen Hügel, die an manchen Tagen wie von innen heraus leuchten, und die Berge. Die Sicht auf den Säntis habe ich am meisten vermisst in den Jahren, in denen ich auswärts gewohnt habe. Jedes Mal, wenn ich mit dem Zug wieder Richtung Säntis fahre, tut sich mir das Herz auf. Auch wenn ich überall auf dieser Welt wohnen könnte und schon viele ausnehmend schöne Landschaften besucht habe, so ist es doch das Land am Säntis, das immer wieder dieses Gefühl auslöst.
Ich bin nicht schwärmerisch veranlagt und sehe durchaus Dinge in diesem Land, die mir nicht sonderlich gefallen. Die Landschaft selbst kann da nichts dafür.
Mit den Kuhglocken ist es bei mir wie mit dem Geräusch eines Flugzeuges – beides lässt mich hinhören und schauen. Ich gehe jedes Mal ans Fenster, wenn die Kühe vorbeilaufen, und ich schaue jedem Flugzeug nach. Als ich eine Weile in Winterthur wohnte und die startenden Flugzeuge gleich über dem nahegelegenen Hügel aufstiegen, ging ich jedes Mal ans Fenster.
Und so gehe ich auch an die Viehschau, wenn ich Zeit habe. Einfach für eine kurze Weile, wie um irgendwie und irgendetwas aufzutanken.

Von der inneren Heimat ist im Buch von Stefanie Stahl zu lesen, zu dem es auch ein Arbeitsbuch gibt: Das Kind in dir muss Heimat finden. Der Schlüssel zur Lösung (fast) aller Probleme.
Sie schreibt vom Schattenkind und vom Sonnenkind, beides innere Teile von uns. Das Schattenkind ist unsere verletzte Seite mit negativen Glaubenssätzen über uns selbst, die Mitmenschen und das Leben. Es leidet und macht uns das Leben schwer, weil es ‚damals‘ nicht verstanden worden und unglücklich war. Hier verortet sich unser schlechter Selbstwert und das Misstrauen anderen und dem Leben gegenüber. Hier siedeln sich unsere Selbstschutzstrategien an: Rückzug, Harmoniestreben, Perfektionsstreben, Angriff und Attacke oder auch Macht- und Kontrollstreben, Realitätsverdrängung, Projektion und Opferdenken etc. Sie machen unser Leben eng und anstrengend.
Das Sonnenkind ist jene Seite mit unseren Stärken, unsere Abenteuerlust und Neugierde, die Lust auf Neues und die Freude.
Wenn wir ganz aus unserer Kraft und unser Potenzial leben wollen,  ist es wichtig, dass wir der verletzten Seite, dem Schattenkind, innere Heimat geben, ihm helfen, über seine Verletzungen hinwegzukommen und erwachsen zu werden. Stefanie Stahl sagt uns, wie das möglich ist. Es ist eigentlich nicht schwierig. Es braucht etwas Zeit, Ehrlichkeit mit sich selbst und das konsequente Durcharbeiten des Buches, das gut verständlich geschrieben ist. Unter www.stefaniestahl.de finden Sie weitere Informationen. Wie ich gesehen habe, gibt es da auch einen Onlinekurs.

 

Freitag, 12. Oktober 2018

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Aus Alt mach Neu

Wenn etwas Neues entstehen soll – egal ob auf der materiellen oder geistigen Ebene – so muss das Alte zuerst gehen.
Michael Roads drückt es so aus: You cannot change and stay the same. Du kannst dich nicht verändern und die/der Gleiche bleiben.
Sri Bhagavan sagt: Begin from where you are and not from where you want to be. Beginne dort, wo du im Moment bist und nicht dort, wo du sein möchtest. Und weiter zum Thema meint er: People are not afraid of the unknown. They are afraid of losing the known. Die Menschen haben nicht Angst vor dem Neuen, sie haben Angst, das Bekannte zu verlieren.

Manchmal merken wir ganz genau, dass es Zeit ist, etwas Altes gehen zu lassen. Vielleicht fühlen wir uns beengt oder unser Körper meldet sich und zeigt uns an, dass wir etwas ändern müssen. Mein Körper zum Beispiel ist wie ein fein eingestelltes Instrument, das anzeigt, wenn etwas nicht mehr stimmig ist. Ich habe das als Kind schon festgestellt.

Das hat mich aber (leider) nicht daran gehindert, dies in meinen jungen Erwachsenenjahren manchmal über längere bis sehr lange Zeit zu ignorieren. So hatte ich während Jahren zum Teil grosse Schmerzen in meinen Fingergelenken und Ellbogen. Irgendwann war ich innerlich soweit, dass ich vor mir zugeben konnte, dass es endlich Zeit war, mein Leben in die Hand zu nehmen, zu handeln. Und siehe da: kaum hatte ich dies in die Tat umgesetzt, war es mit den Schmerzen vorbei.

In diesem Sommer hatte ich ‚aus dem Nichts heraus‘ eine Gehörgangentzündung. Keine Erkältung, nichts sonst. Eine sehr lästige Sache, vor allem, da ich in dieser Zeit an sehr vielen Veranstaltungen und Sitzungen teilnehmen musste. Ich hörte auf der einen Seite nichts, was irritierend und frustrierend und sehr ermüdend war. In den ersten Tagen konnte ich mir überhaupt nicht erklären, was das sollte. Bis ich realisierte, dass mein verstorbener Vater auf einem Ohr nichts gehört hatte – und wie schwierig dies für ihn oft gewesen sein musste. Ausserdem konnte er wegen dieses Gebrechens seinen Wunschberuf nicht erlernen. Mein Körper brachte mich dazu, eine alte Geschichte nochmals anzusehen, um wirklich loslassen zu können.

Ich erlebe in meiner Praxis, wie schwierig genau dies für viele Menschen ist. Sie möchten so gerne das Neue, wagen aber nicht, das Alte abzugeben, weil es das ist, was sie kennen und sie in einer gewissen Sicherheit sein lässt.
Loslassen funktioniert meiner Meinung nach sowieso nicht. Das sagt man so, aber möglich ist es nicht. Ich drücke es so aus: wir müssen über das Alte hinauswachsen, dann kann es wegfallen. Dies hat mit einer Erweiterung des Bewusstseins zu tun. Bildlich gesprochen sehen wir die Dinge dann aus einer höheren Warte – wie ein Vogel im Flug – wir sehen das grössere Bild, in das sich das Neue bereits eingefügt hat. Und das Alte ist Vergangenheit. Manchmal fragen wir uns dann, weshalb wir so lange gewartet haben.

 

Freitag, 24. August 2018

Eine Antwort zu “Alt Neu”

  1. Martin sagt:

    Wunderbar, Brigitta.

    Hier noch ein Zitat von Mooji zum Thema:

    „When you let go, you allow GRACE to breath“

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Weltweites Meditieren für den Frieden

„Wir glauben, Weltfrieden ist mehr als Konfliktlösung. Frieden ist ein Bewusstseinszustand, den die ganze Menschheit tragen muss, um eine bessere Welt zu erschaffen. Dies kann unser nächster Evolutionssprung sein. Ohne ein friedvolles Bewusstsein führt letztlich jede Art des Fortschritts zu grösserer Getrenntheit, Spaltung und Konflikt.
Ein friedlicher Mensch ist ein Geschenk für seine Familie und eine starke Kraft für das Gute in der Welt.“
Krishnaji, Gründer der O&O Academy

Am Sonntag, 19. August werden zur selben Zeit Tausende Menschen an 7000 Orten auf der Welt gemeinsam für den Weltfrieden meditieren.
Appenzell ist einer der 7000 Orte. Wir treffen uns im Hotel Hecht. Die Veranstaltung dauert von 11.45 bis 13.45. Alle Menschen sind herzlich willkommen!

Ein friedvoller Bewusstseinszustand ist ein Zustand der inneren Freude, ein Zustand in welchem man verbunden ist mit sich selbst, dem Leben, den Menschen, dem, was gerade ist.
Leider sind wir oft im Zustand des Getrenntseins, dann, wenn Emotionen wie Frustration, Irritation, Ärger, Wut, Neid, Eifersucht in uns wirken. Oder auch ein Zustand des Sichsorgenmachens. Es ist ein Zustand des Leidens, des Konflikts. Ein solcher Zustand trägt zur Verstärkung der Konflikte auf der Welt bei, da wir jederzeit mit allem verbunden sind und mit allem, was wir tun, denken und fühlen zum Ganzen beitragen.
Ein Zustand des inneren Konflikts schadet uns auch selbst. Sind wir wütend auf jemanden, ist das ein brennendes Gefühl im Körper. Was wir vielleicht dem anderen an Schaden zufügen möchten, fügen wir uns selbst zu. In einem solchen Zustand fehlt jegliche Kreativität und die Fähigkeit, intelligente Entscheidungen zu treffen. Das gilt für jeden Zustand von Getrenntheit, egal, welche negative Emotion vorhanden ist. Und das gilt auch dann, wenn die Emotion unbewusst ist.

Dass Meditieren in grossen Gruppen eine positive Auswirkung auf das grosse Feld hat, ist häufig untersucht und bewiesen worden. Wir können das selbst z. B. in der Familie oder am Arbeitsplatz schon feststellen. Je nach innerem Zustand, den wir haben (den wir immer in die Umwelt projizieren), reagiert das Umfeld auf uns.
Wir sind in jedem Moment verantwortlich für unseren inneren Zustand. Wir haben immer die Wahl, wie wir eine Situation bewerten wollen. Wir tragen deshalb auch die Verantwortung für den Zustand dieser Welt mit. Wir leisten unseren Beitrag so oder so. Niemand kann sich dem je entziehen.

Durch eine kleine Übung (siehe Pdf im letzten Beitrag) ist ein guter Zustand in wenigen Minuten erreicht. Je mehr wir üben, desto leichter kommen wir dazu und desto länger bleiben wir darin. Das Hirn lernt und bildet neue Verschaltungen.

Dienstag, 24. Juli 2018

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Reisefertig

Wir SIND der Himmel: es ist das, was wir EIGENTLICH sind. Was wir waren, bevor all die vielen Bilder und Wörter in uns eingeschrieben wurden. Diese sind das Wetter. Je nach unseren Lebenserfahrungen ist es leichtes Gewölk, sind es weisse Wolkentürme oder hängt eine graue Nebeldecke tief über allem. Es herrscht Sturm, ein leichter Landregen oder Sonnenschein. Den Himmel kümmert das nicht. Er IST.
Nun verwechseln wir Wetter und Himmel aber oft und glauben, wie seien das, was sich am Himmel zeigt. Identifizieren uns damit – und sind – je nachdem – unglücklich, unzufrieden, frustriert, traurig und niedergeschlagen. Im besten Fall fröhlich und glücklich. Bis die nächste Wolkenwand auftaucht.

Mit folgender Übung können wir den Himmel und das Wetter einzeln erfahren und sehen, dass wir der Himmel sind:
Setzen Sie sich mit aufrechtem Rücken bequem hin und schliessen Sie die Augen.
Gehen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit in den Raum vor Ihren Augenbrauen; es ist ein Raum der Stille.
Dehnen Sie diesen Raum aus, weit wie der Himmel.
Wenn nun Wörter, Sätze, Bilder oder Farben auftauchen, lassen Sie diese wie Wolken am Himmel vorbeiziehen.
Halten Sie nichts fest. Beobachten Sie nur.
Werden Sie sich bewusst, dass Sie der Himmel sind, dass der IST, sich nicht verändert, und alles andere kommt und geht und ist das Wetter, das Sie NICHT sind.

Im Anhang finden Sie eine weitere Übung (ich habe diese vor einiger Zeit bereits einmal erwähnt). Sie hilft Ihnen, das Wetter von Sturm oder Nebel in Minutenschnelle auf Sonnenschein umzuschalten. Dies hat damit zu tun, dass die Übung hilft, die Tätigkeit des Gehirns von einem Areal in ein anderes zu verlagern. Das ist alles. Man muss es einfach TUN.

Für diese und andere Übungen suche ich in diesem Sommer einen ganz bestimmten Ort auf: EKAM oder The Oneness Field im Süden von Indien. Es ist ein Ort, zu dem Menschen aus der ganzen Welt für Meditation und Prozessarbeit hinkommen und Transformation erfahren – www.theonenessfield.com. Die Meditationshalle in EKAM ist der Himmel selbst!
Neu gehimmelt bin ich im August wieder bereit, in meiner Praxis, den Zielräumen in Appenzell, den Menschen IHREN Himmel näherzubringen.

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Freitag, 29. Juni 2018

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Literatur zum Vortrag über Kommunikation
Dialog - Monolog - Halbalog

Dialog: ein Gespräch zu zweit.
Monolog: ein Selbstgespräch.
Halbalog???

Das Salzkorn, Appenzeller Tagblatt vom 23. April, gibt die Antwort:
Halbaloge muss man sich heute ständig anhören. Im Zug, beim Einkaufen, im Grossraumbüro. Gemeint sind unfreiwillig gehörte und halbverstandene Gespräche von telefonierenden Mitmenschen. Laut einer Studie der Harvard Business Review verlieren Angestellte in Grossraumbüros pro Tag 86 Minuten Arbeitszeit durch solche Halbaloge.
Es gibt dagegen zwei Strategien. Dicke Kopfhörer, um sich vom superwichtigen Geplauder der Telefonierenden abzuschotten – oder die Wiederentdeckung der Telefonkabine. Ende des 19. Jahrhunderts aufgestellt, um Privatgespräche privat zu halten, erleben sie gerade eine Neuentdeckung. Kalifornische Firmen stellen zu Hunderten Stahlboxen in Grossraumbüros, wo die Angestellten dann Schlange stehen, um in Ruhe telefonieren zu können. Die Swisscom sollte also, statt Telefonkabinen abzureissen, an einem neuen Geschäftsmodell tüfteln: exklusive Privatheit an zentralen Lagen für zehn Rappen pro Minute. (kaf)  Soweit das Salzkorn.

Wenn beim Halbalog klar ist, dass nicht interessiert, was da mitgeteilt wird – so ist das im Dialog oft nicht anders… Die meisten Menschen ziehen das Reden dem Zuhören nämlich eindeutig vor. Was das Gegenüber mitteilt, wird oft nicht wirklich registriert. Man wartet nur auf ein Stichwort, an das man anknüpfen kann. Oder man sammelt, mit halbem Ohr hinhörend, Gegenargumente, die man anbringen kann, sobald der Gesprächspartner das nächste Mal nach Luft schnappt. Mit anderen Worten: wir denken anstatt wirklich zuzuhören.

Zuhören ist eine Kunst. Hören kann (fast) jeder. Zuhören verlangt von einem, dass man mit dem Sprechenden ganz verbunden ist, das Gegenüber ganzheitlich erfasst, seine Gefühle und Empfindungen. Wir als Zuhörende können diese in unserem Körper spüren, wenn wir ganz präsent sind. Wenn wir dann antworten – und das geschieht vielleicht nach einer kleinen Pause – so antworten wir aus unserer Ganzheit heraus. Und nicht, weil wir Recht haben oder witziger sein wollen oder intelligenter, informierter oder was auch immer erscheinen möchten.
Zuhören ist eine Kunst. Sie verlangt von uns, dass wir achtsam sind, bewusst und die Fähigkeit haben, uns auf ein Gegenüber voll einzulassen.
Gute Gespräche erfordern Pausen. Sofortige Reaktionen erfolgen aufgrund von alten Mustern, sind automatisch und immergleich. Haben Sie auch schon erlebt, dass Bekannte auf ein bestimmtes Stichwort hin immer dasselbe sagen, oft mit denselben Worten?

Im Monolog hören wir uns selbst zu, wenn wir aufmerksam sind. Und das sollten wir, denn ob wir Worte hören oder denken, macht für unser Hirn keinen Unterschied; es reagiert in beiden Fällen gleich. Es ist für unseren inneren Zustand und das körperliche Wohlbefinden von grosser Wichtigkeit, dass wir von uns selbst freundliche Dinge hören.

Hier finden Sie die Literaturliste zu meinem Vortrag über Kommunikation

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Dienstag, 15. Mai 2018

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Kommunikation mit dem Unbewussten

Das Bild ist ein Traumbild; es stammt aus dem Buch Vom Bilderreich der Seele von Jolande Jacobi.
Jacobi war Dozentin am Jungistitut für Analytische Psychologie. Jung selbst hat über Bilder aus dem Unbewussten gesagt: Aus seelischem Material wird also gewissermassen eine andere Wirklichkeit geschaffen, eine Verstofflichung , die unser Wahrnehmungsvermögen direkt, unter Umgehung unseres intellektuellen Verstandes anspricht. (S. 34)
Die rechte Seite im Bild wird allgemein als die bewusste Seite bezeichnet. Vor einem himmelsgleichen Hintergrund steht eine helle geistbetonte madonnenartige Frau. Sie steht nicht auf festem Boden, sie schwebt in der Luft. Links, auf der unbewussten Seite, steht vor rotem Hintergrund ein schwarzes, wolfsähnliches Tier mit scharfen Zähnen, das auf sie zukommt. Erschreckt versucht sich die Frau dagegen zu wehren, indem sie mit einer Hand den Angriff abwehrt. Die drei Geifertropfen sind ein Zeichen für Emotionalität und Gier, die als treibende Kraft wirken. Das Tier steht auf einem schwarzen Block, sein Standpunkt ist hart.
Linke und rechte Seite des Bildes zeigen Anteile des Malers auf: Jacobi spricht von kalter Moral (bewusst) und heisser Sinnlichkeit (abgewehrt und ins Unbewusste verbannt). Inhalt und Farben weisen auf eine tiefe Spaltung in der Seele des jungen Mannes hin, der das Bild gemalt hat, der sich ganz mit der ‚fleckenlosen und moralisch reinen‘ Mutter identifiziert und seine sinnliche Seite völlig abwehrt. Jacobi sieht in der grünen Pflanze, die auf der Grenze zwischen Rot und Blau steht, Hoffnung für den Mann, diese Spaltung zu überwinden, vor allem, da die Zahl der Blütenblätter an ein glücksbringendes vierblättriges Kleeblatt erinnert. Auch der weisse Fleck in der Mitte lasse Hoffnung zu.

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass Bilder helfen können, gewisse Situationen, die einem verworren erscheinen, zu klären. Vor Jahren, als ich fast täglich malte, kam einer Tages etwas aufs Papier, was ich als ‚Brief‘ betitelte. Ich malte oft Serien und so malte ich einen zweiten und dritten ‚Brief‘ und immer so fort, zu Beginn gar nicht wissend, an wen sie denn gerichtet waren. Mit der Zeit wurde mir dann aber klar, wer der Adressat war und ich ’schrieb‘ weiter, ohne zu analysieren und zu wissen, was genau ich da ’schrieb‘. Mit der ganzen Serie von vielleicht zwanzig oder mehr Blättern ging ich dann in die Analyse. Ich legte die Blätter aus und zusammen mit der Analytikerin betrachtete ich, was ich bildlich über die fragliche Beziehung ausgedrückt hatte und was ich in jenem Moment so nicht hätte in Wort fassen können.

Über Farben und Bilder – es können auch Kritzeleien sein und durchaus keine Kunstwerke – kann das Unbewusste mit dem Bewussten Teil in uns kommunizieren. Innere Kommunikation. Erst wenn die innere Kommunikation klar ist, wird es auch jene mit der äusseren Welt sein. Innere Konfusion lässt niemals eine klare Kommunikation im Aussen zu.

Mehr zum Thema am Dienstagabend, 15. Mai in meinem Vortrag ‚Nicht kommunizieren, das geht gar nicht‘
19.30 Uhr im Foyer des Gymnasiums Appenzell

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Donnerstag, 10. Mai 2018

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Vortrag 15. Mai, 19.30 Uhr, Foyer Gymnasium Appenzell

Vor einigen Tagen bin ich durch Zu-fall auf Youtube auf den Film Der Pfad des friedvollen Kriegers gestossen. Vor vielen Jahren hatte ich das gleichnamige Buch von Dan Millman gelesen. An die Geschichte konnte ich mich nur noch vage erinnern, aber dass das Buch damals Eindruck gemacht hatte, schon. Dan Millman, ein junger und sehr talentierter Sportstudent, ‚Herr der Ringe‘, trifft nachts auf einer Tankstelle einen älteren Mann, dessen Verhalten ihn irritiert, dann höchst erstaunt und ihn schliesslich so neugierig werden lässt, dass er mehr über und von ihm wissen möchte.

Gleichzeitig ist Millman aber auch misstrauisch und höchst arrogant. Bis jetzt ist ihm alles zugeflogen, er ist beliebt, hat Erfolg bei den Mädchen und gute Noten – und das Gefühl, dass er ziemlich alles weiss, was es zu wissen gibt. Er redet viel. Der Alte bleibt unbeeindruckt. Er könne ihn fragen, was er wolle, sagt Millman, er sei ein guter Student… Der Alte schaut ihn lange an und fragt ihn dann: Bist du glücklich? Die Frage verwirrt Millman und er zählt auf, was er alles besitzt und kann. Was wiederum nicht beeindruckt. Socrates, so nennt Millman den Alten schliesslich, sagt, es gehe nicht ums Haben oder Tun, es gehe im Leben viel eher ums Sein.
Das versteht der Junge lange nicht. Ein schwerer Motorradunfall bringt ihn der Lösung etwas näher, aber er muss noch einige weitere Hürden nehmen, bis er zu sich kommt. Socrates sagt einmal: Akzeptiere, dass du niemals kontrollieren kannst, was dir passiert.

Die erste Aufgabe, die Millman lösen muss: den Müll rausbringen. Er versteht das wörtlich und weigert sich, die Arbeit zu tun. Aber Socrates tippt auf Millmans Stirne und sagt: ich meine den Müll hier. Den Gedankenmüll.

Es läuft nonstop ein innerer Dialog. Nicht nur bei Millman, bei uns allen. Wir kommunizieren dauernd mit uns selbst, oft völlig unbemerkt, weil unsere Aufmerksamkeit an einem anderen Ort ist. Nun ist dieser innere Dialog für unser Wohlbefinden, unsere Entscheidungen und Handlungen äusserst wichtig. So, wie wir mit uns selbst reden, so kommunizieren wir mit der Aussenwelt. Wir sind nämlich dauernd auf Sendung. Und wenn wir diesen inneren Dialog auch stumm führen, wirkt er doch weit über uns hinaus. Unsere Ausstrahlung, unsere Gefühle, die Stimmung, die Körperhaltung und Mimik unser Verhalten – all das wird beeinflusst von unserem lautlosen Selbstgespräch, das in vielen, wenn nicht sogar in den meisten Fällen, nicht sehr konstruktiv ist.
Kommunikation geschieht auf sehr vielen Kanälen.
Im Vortrag vom 15. Mai zeige ich einige davon auf.
19.30 Uhr in Foyer des Gymnasiums Appenzell.

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Montag, 30. April 2018

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Meditation am Montagabend - Beginn am 23. April

Die Menschen stehen Schlange vor der Dame, die ihnen etwas über ihre Vergangenheit sagen kann, vielleicht sogar etwas über eine vergangene Inkarnation.
Eine zweite Schlange steht vor der Dame mit der Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen.
Die Dritte hat keine Kundschaft; sie bietet Meditation an. Eine Methode, mit der man übt, in der Gegenwart zu sein.
Scheinbar besteht dafür kein Bedürfnis. Zu unspektakulär. Da gibt es keine Geschichten. Nichts, das man später im Freundeskreis erzählen könnte.
Und doch beweist die Forschung, dass gerade dort – in der Gegenwart – das Glück liegt. Buchstäblich.

Unter anderem wirkt Meditation stressabbauend. Stress wirkt in unserem Körper auf zweierlei Weise:
Einerseits durch die Hormonausschüttung auf der HHN-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse), was über längere Zeit gesehen unser Immunsystem schwächt.
Andererseits reagiert der Sympathikus und damit wird Adrenalin freigesetzt, so dass wir im Notfall fliehen könnten. Wenn wir das Adrenalin aber nicht abbauen, weil wir ja nicht wegrennen müssen, so nimmt mit der Zeit unser Herz-Kreislauf-System Schaden.

Hier eine kurze Übung, die hilft, die HHN-Achse zu beruhigen:
Langsam durch die Nase einatmen.
Langsam durch den Mund ausatmen und dabei leise zischen.
Die linke Hand aufs Herz legen und den Herzschlag spüren und beobachten.
Die rechte Hand unterhalb des Nabels auf den Bauch legen und den Pulsschlag erspüren. Das Energiezentrum an dieser Stelle ist verbunden mit den Nebennieren.
Stellen Sie sich nun vor, dass das Herz den Nebennieren das Tempo vorgibt (sie sind über Ihre Hände miteinander verbunden) und Ihnen hilft, sich zu beruhigen und zu entspannen.

Wenn Sie sich ganz auf diese Übung konzentrieren, sind Sie in der Gegenwart. Und etwas Anderes existiert nicht. Die Vergangenheit gibt’s nur in der Erinnerung (und diese täuscht uns häufig), und die Zukunft liegt noch in der Ferne. Beides ist nicht real. Und doch sind sie so verführerisch. Nur dort sind Geschichten angesiedelt; die Gegenwart ist unspektakulär. Trotzdem liegt nur hier die Kraft. Nur in der Gegenwart können wir etwas verändern. Sogar die Vergangenheit. Aber das ist ein anderes Thema.

Am 23. April beginnt wieder ein neuer Zyklus von sechs Meditationsabenden im Ziel. Alle Informationen dazu finden Sie auf dem Flyer weiter unten.

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Mittwoch, 18. April 2018

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Das Alphabet des Herzens

James R. Doty ist in einem heruntergekommenen Quartier von Lancaster aufgewachsen. Sein Vater Alkoholiker und oft nicht zu Hause. Seine Mutter depressiv und meistens im Bett. Er selbst verwahrlost und ein schlechter Schüler. Nach dem Vortrag eines Arztes in der Schule entschloss sich Doty, ebenfalls Arzt zu werden. Ohne die geringste Ahnung zu haben, wie sein Weg dorthin aussehen könnte.

Während den Sommerferien lernte er zu-fällig eine ältere Frau kennen, die das Potenzial in ihm erkannte und ihn lehrte, wie man im Leben Synchronizitäten kreieren kann. Zuerst musste er seinen Körper entspannen lernen, was bei seinem Leben in Angst und Stress nicht einfach war. Dann waren die Gedanken zu beruhigen – auch nicht leicht. Und das Herz zu öffnen. Das verstand er nicht, sah darüber hinweg – und vergass es dann auch, was ihm später im Leben, als er schon sehr erfolgreich war, viel Leid einbrachte. Er erinnerte sich glücklicherweise wieder an seine Lehrerin und holte nach, was er versäumt hatte, um sein Leben nochmals neu aufzubauen und der zu werden, der er heute ist: ein sehr erfolgreicher Neurochirurg, Professor für Neurochirurgie an der Standford University und Leiter des Center for Compassion and Altruism Research and Education (ccare.stanford.edu), das auch vom Dalai Lama unterstützt wird.

In seinem Buch Der Neurochirurg, der sein Herz vergessen hatte stellt er auf Seite 237ff das Alphabet des Herzens vor: 
CDEFGHIJKL
für Compassion Mitgefühl, Dignity Würde, Equanimity Gleichmut,
Forgiveness Vergebung, Gratitude Dankbarkeit, Humility Bescheidenheit,
Integrity, Integrität, Justice Gerechtigkeit, Kindness Güte, Love Liebe.

Doty schreibt, dass ihm dieses Alphabet hilft, sich jeden Tag an die Qualitäten des Herzs zu erinnern und im erlaubt, den Tag mit einer klaren Absicht und einem Vorsatz zu beginnen und wieder ins Gleichgewicht zu kommen, wenn der Stress ihn tagsüber einholt.

Im Klappentext des Buches heisst es: Dein Herz ist ein Kompass, und es ist das grösste Geschenk, das du besitzt. Wenn du dich einmal verläufst, benutze einfach dein Herz, es wird dich immer in die richtige Richtung führen.

Hier finden Sie das Alphabet des Herzens wie es James Doty R. beschreibt

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Sonntag, 25. März 2018

Eine Antwort zu “Der Neurochirurg, der sein Herz vergessen hatte”

  1. Tom Vogt sagt:

    Guten Tag,
    diesen Buch klingt wirklich sehr schön. Ein Neurochirurg der mit Herz dabei ist, seine Arbeit geht sicher stark an die Nieren. Menschen jeden Tag zu retten das Leben zu retten am zentralen Punkt des Körpers, nämlich das was uns Menschen ausmacht finde ich bewundernswert. Respekt und Anerkennung!

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Gelesen

Freunde haben mir das Buch von Arun Gandhi  Wut ist ein Geschenk. Das Vermächtnis meines Grossvaters Mahatma Gandhi empfohlen. Ich empfehle es gerne weiter. Es ist ein wunderbares Buch, das eingeteilt ist in elf Lektionen, die Titel tragen wie Hab keine Angst, deine Stimme zu erheben, Lerne die Einsamkeit schätzen oder Kenne deinen Wert.

Arun Gandhi, der in Südafrika aufwuchs,  kam mit zwölf Jahren nach Indien zu seinem Grossvater und verbrachte zwei Jahre in dessen Ashram und lernte. Der Grossvater erzählte ihm immer wieder Geschichten, um etwas zu verdeutlichen. Und eine erzähle ich hier (etwas gekürzt) weiter.
Mahatma Gandhi hielt es grundsätzlich für möglich, dass ein Mensch sich verändern könne, manchmal sei dies sehr anstrengend, manchmal genüge aber auch ein kleiner Schubs.

Die Geschichte handelt von einem hoffnungslos chaotischen Mann, dessen Wohnung so unordentlich und schmutzig war, dass er niemanden zu sich nach Hause einladen konnte. Eines Tages verliebte er sich in eine junge Frau. Er verabredete sich mit ihr und führte sie aus, doch er führte sie nie in seine Wohnung. Sie schlenderten durch den Park und unterhielten sich am Fluss, und eines Tages pflückte die Frau eine schöne rote Rose und reichte sie ihm.
Es war ein Geschenk der Liebe, und selbst dieser Mann, der freiwillig im Dreck lebte, wusste, dass es würdig aufbewahrt werden sollte. Er trug die Rose nach Hause, stöberte im dreckigen Geschirr und fand tatsächlich eine Vase. Er schrubbte sie sauber, füllte sie mit frischem Wasser und stellte die Rose hinein. Dann suchte er nach einem angemessenen Ort für die Vase und wischte den Esstisch ab. Die Vase machte sich gut dort, aber er dachte, noch besser sähe sie aus, wenn das restliche Zimmer ebenso ordentlich wäre. Also räumte er auf und putzte den Boden. Dann spülte er das Geschirr. Diese Reinigungs-Kettenreaktion hörte nicht auf, bis die ganze Wohnung sauber und ansehnlich war. Alles sollte so schön sein wie die Rose. Es erwies sich, dass die Frau mit dieser einen kleinen Geste der Liebe sein ganzes Leben verändert hatte.

Arun Gandhi weist darauf hin, dass sein Grossvater kein Romantiker war. Er war der Ansicht, dass Liebe vieles bewirken könne; er wollte mit der Geschichte aber auch sagen, dass wir die Rosen dieser Welt sein sollten.

Dienstag, 13. März 2018

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Kommunikation

Dieser Satz entstammt dem Buch Gespräche mit Gott. Vor etwa zwanzig Jahren ein Weltbestseller. Und lange Zeit eines meiner Lieblingsbücher. Da ich – wie bereits im letzten Beitrag erwähnt – einen Vortrag zum Thema Kommunikation erarbeite und das Thema wie immer ziemlich weit fasse, komme ich u. a. auch auf Walschs Buch zurück.

Schon auf den ersten wenigen Seiten erklärt Gott, wie er mit uns Menschen kommuniziert:
Er spricht mit uns über unsere Gedanken. Natürlich kommt nicht jeder Gedanke von Gott: Von mir kommt dein erhabenster Gedanke, dein klarstes Wort, dein edelstes Gefühl. Alles, was weniger ist, entstammt einer anderen Quelle (S. 22).
Eine Seite weiter heisst es: Meine mächtigste Botin ist die Erfahrung, und selbst sie wird von euch ignoriert. Insbesondere sie wird nicht zur Kenntnis genommen. Eure Welt befände sich nicht in ihrem gegenwärtigen Zustand, wenn ihr ganz einfach auf eure Erfahrungen gehört hättet. Die Folge eures Nicht-Hörens auf eure Erfahrung ist, dass ihr sie stets von neuem durchlebt.
Das kommt uns doch bekannt vor. In der Psychologie sagt man dem ein Muster oder ein Programm, das sich ständig wiederholt. Wir fühlen uns ausgeliefert, hilflos. Gott sagt aber, es seien Mitteillungen: so nicht, überdenke dein Verhalten! Irgendwann tun wir es vielleicht dann tatsächlich, weil wir des Leidens müde sind.

Auf Seite 34 weist uns Gott darauf hin, dass wir eine falsche Vorstellung von ihm haben: Es ist nicht Gottes Funktion, die Bedingungen oder Umstände deines Lebens zu erschaffen oder zunichte zu machen. Gott hat dich erschaffen nach seinem Ebenbild. Den Rest hast du erschaffen, durch die Macht, die dir von Gott verliehen wurde. Gott hat den Lebensprozess und das Leben selbst, so wie du es kennst, erschaffen. Doch Gott hat dir auch die freie Wahl gegeben, mit deinem Leben zu verfahren, wie du willst. In diesem Sinne ist dein Wille für dich Gottes Wille für dich.
Da haben wir sie wieder: die Eigenverantwortung. Nichts können wir abschieben. Alles liegt bei uns. Wenn ich nicht nach innen gehe, gehe ich leer aus.
Alles ist bereits in uns angelegt. Wir verfügen über ein ungeahntes Potential. Im Innen können wir es ent-decken. Das tue ich zusammen mit meinen KlientInnen in meiner Praxis. Es ist eine Arbeit, die viel Freude macht. Es macht Freude, wenn Menschen ent-decken, welche Schätze in ihnen stecken. In uns allen.

Sonntag, 25. Februar 2018

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Kommunikation

Wenn ich jeweils einen neuen Vortrag vorbereite – wie jetzt jenen über Kommunikation – so kommt es vor, dass ich Bücher wieder aus dem Regal nehme, die ich lange nicht mehr in der Hand gehabt habe. Da ich das Thema Kommunikation sehr weit fasse, komme ich ‚auf allerhand Abwege‘. So erinnerte ich mich an ein Buch, das ich während des Studiums gelesen hatte und das mich damals sehr beeindruckte (deshalb stand es auch noch im Gestell, was viele andere Bücher nicht geschafft haben). Der Titel: Der Stadt-Schamane. Ein Handbuch zur Transformation durch HUNA, dem Urwissen der hawaiianischen Schamanen. Der Autor: Serge Kahili King. Doktor der Psychologie und hawaiianischer Schamane, in die Lehrer gegangen zu seinem Vater und nach dessen Tod bei einem Mann, der ihn nach Sitte des Landes adoptiert hatte.
An das Buch erinnerte ich mich, weil Kahili King schreibt, dass man mit allem kommunizieren könne, mit Tieren und Pflanzen und Steinen und auch mit Maschinen. Dass zum Beispiel sein eigener Computer davon überzeugt sei, dass er selbst es gewesen sei, der den Auftrag zu seinem Zusammenbau erteilt habe… Ich hatte damals, als ich das Buch zum ersten Mal las, auch meinen ersten Computer im Zimmer stehen. Ein grosser Mac, der mir das Scheiben der Lizarbeit (wie das damals noch hiess) sehr erleichterte. Wenn es ihm ‚drum war‘. Es gab nämlich auch Tage, da mochte er nicht so recht und wollte partout Dinge, die am Vortag problemlos gelaufen waren, nicht wieder tun. Ich wurde manchmal saumässig hässig und hätte ihn ein paar Mal fast zum Fenster hinaus geworfen. Natürlich hatte ich den Verdacht, dass es (auch) an mir lag, dass die Dinge nicht so liefen, wie ich es wollte.
Auf alle Fälle rede ich seither mit gewissen Maschinen: mit meinem Auto und mit der Waschmaschine. Da bedanke ich mich jedes Mal, wenn sie mir gute Dienste geleistet haben.

Vor einer Woche besuchte ich in Zürich ein Tagesseminar von Christina von Dreien. Sie erinnern sich vielleicht, ich habe hier das Buch ihrer Mutter Christina. Zwillinge als Licht geboren besprochen. Christina erlebt das Multiversum, das heisst, sie nimmt viel mehr Dimensionen wahr, als wir Normalsterblichen, nämlich deren zwölf. Und sie sagt – genau wie Serge Kahili King – dass man mit allem kommunizieren könne. Was sie auch tut. Und eben auch mit Maschinen. Dass diese, wie alles auf der Welt, ein Bewusstsein haben und deshalb kommunikationsfähig sind. Das werde ich ganz am Schluss meines Vortrages auch erwähnen. Es ist wichtig, dass wir uns öffnen für die Tatsache, dass alles bewusst ist und dass wir mit allem verbunden sind. Dass es also eine Rolle spielt, mit welcher Haltung, laut gesprochenen Worten und sogar Gedanken wir durch die Welt laufen. Denn Tiere, Pflanzen und Maschinen kommunizieren auch telepathisch, die sind nicht auf das gesprochene Wort angewiesen. Wie auch manche Menschen nicht.

Den Vortrag Nicht kommunizieren, das geht gar nicht (frei nach Watzlawicks ‚Man kann nicht nicht kommunizieren‘) halte ich am Dienstag, 15. Mai um 19.30 Uhr im Foyer des Gymnasiums Appenzell.

Samstag, 10. Februar 2018

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Literatur zum Vortrag vom 18. Januar in Gais
Kirchgemeindehaus, 20.00 Uhr
'Wahrnehmung ist nicht Wahrheit'

Die Geschichte der vier Blinden, die einen Ausflug in den Zoo machten:
Sie wurden von ihren Begleitern zu einem Elefanten geführt, den sie auch berühren durften. Der eine bekam den Rüssel zu fassen und sagte, das Tier sei schlauchähnlich. Der zweite befühlte ein Bein und sagte, das Tier sei wie eine Säule. Der nächste betastete den Bauch und meinte, das Tier sei flach wie eine Wand, und der vierte, der den Schwanz des Elefanten in der Hand hielt, fügte hinzu, das Tier ähnle einem Besen.

Wir gestalten unsere Welt je nachdem, worauf wir unsere Aufmerksamkeit, unseren Fokus, richten.
Ein Beispiel, das ich kürzlich selbst erlebt habe: während einer Meditation spielte ich eine bestimmte Musik ab. Danach meldete sich jemand und sagte, die Musik habe ihr gefallen. Eine zweite Person antwortete darauf, ihr aber gar nicht, sie habe sich gestört gefühlt. Und die dritte sagte: ‚Was! War da Musik?!‘

Es gibt neben der Aufmerksamkeit viele andere Faktoren, die die Wahrnehmung und damit das Erleben unserer Welt ebenfalls beeinflussen. Wahrnehmung ist völlig subjektiv; es gibt keine zwei gleichen Welten.
Unsere Erfahrung beeinflusst die Wahrnehmung beeinflusst die Erfahrung beeinflusst die Wahrnehmung beeinflusst die Erfahrung…. Bis wir den Zirkel unterbrechen. Unter anderem können wir die ‚Serene Mind‘ Meditation machen, wenn wir spüren, dass unsere Wahrnehmung uns negativ beeinflusst.
Sie finden die Beschreibung der 3-minütigen Meditation zum Ausdrucken im Beitrag vom 19. Dezember.

Hier finden Sie die Literaturliste zum Vortrag.

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Mittwoch, 17. Januar 2018

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Meditation am Montagabend im Ziel

Wenn im Alltag so ganz viel läuft und wir in dieser Hektik Fragen beantworten oder Entscheidungen treffen müssen, ist es von grosser Wichtigkeit, dass wir eines beachten: zuerst eine Pause einlegen. Nicht sofort reagieren. Reagieren tun wir nämlich auf Grund von alten Mustern. Damit bleiben wir beim Alten, bewegen uns nicht, wachsen nicht und fragen uns, weshalb das Leben ’nicht vorwärts macht‘, wieso immer wieder dieselben Schlaufen sich zeigen.
Eine Pause einlegen. Einige Male tief durchatmen. Wir können auch sagen: ahaaa…. Oder: das muss ich mir zuerst durch den Kopf gehen lassen. Auch möglich: das tönt interessant, ich werde dem einmal nachgehen. Hauptsache: nicht sofort reagieren.
Das ist manchmal gar nicht so einfach. Wir sind uns gewohnt, dass auf eine Frage eine Antwort zu geben ist und Entscheidungen heute sofort gefällt werden sollten.
Aber niemand kann uns zwingen. Nur wir uns selbst…

Am Montag, 8. Januar 2018 beginnt wieder ein neuer Zyklus von sechs Meditationsabenden im Ziel.
Was das mit obigem Thema zu tun hat?!
Die Übungen, die wir machen, verhelfen uns zu mehr Bewusstheit, zum Ausstieg aus unseren Automatismen, die uns funktionieren lassen. Sie geben uns mehr Freiheit, mehr Gelassenheit. Sie helfen uns, Pausen zu machen, bevor wir uns entscheiden oder eine Frage beantworten. Wir kommen in unsere Mitte, weil der Verstand, der uns immer wieder aus der Bahn wirft mit seinen hundert Ideen und Einwänden und Aber und Wenn und Warum, ruhiger wird. Pausen werden natürlich.

Wir treffen uns jeweils um 19 30 Uhr und üben während einer Stunde. Es sind einfache aber wirkungsvolle Übungen, Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Alles Nähere entnehmen Sie bitte dem Flyer, den Sie hier öffnen und auch ausdrucken können.

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Freitag, 29. Dezember 2017

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Ein gelassener Geist

 

Menschen, die einen gelassenen Geist besitzen, lassen sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen, auch wenn im Aussen vielleicht gerade starker Wind oder Sturm herrscht. Von diesen Glücklichen gibt es leider nicht viele. Wir anderen lassen uns ganz schnell aus dem Gleichgewicht bringen und unser bis dahin ausgeglichener Zustand kippt aus der Balance und in Frustration, Besorgtheit, Ärger, Wut, Hilflosigkeit – oder wie die unangenehmen Zustände auch immer heissen.
Wenn wir wütend auf etwas oder jemanden sind oder frustriert, so ist es nicht so, dass wir damit den anderen, der diesen Gemütszustand bei uns ausgelöst hat ‚treffen‘ – wir sind selbst die Leidenden. Und unser Körper leidet mit, denn er wird überflutet mit Stresshormonen. Besonders Menschen, die perfektionistisch veranlagt sind, leiden oft an negativen Gemütszuständen, denn nichts und niemand kann ihre Standards erfüllen. Das ist äusserst ungesund!

Nun gibt es eine kleine Übung – mit grosser Wirkung! Sie dauert ungefähr drei Minuten. Und in dieser kurzen Zeit hilft sie, die negativen Emotionen aufzulösen und uns wieder in einen ausgeglichenen und sogar freudvollen Zustand zu versetzen. Die Übung heisst ‚Serene Mind Meditation‘ – gelassener Geist – und wurde von Preethaji der O&O Acadmy geschaffen. Preethaji arbeitet eng mit Gehirnforschern zusammen, um die Wirkung der Übungen auf das Gehirn und damit auf den Gesamtzustand eines Menschen zu überprüfen.
Das Gehirn lässt sich trainieren wie ein Muskel. Was immer wieder geübt wird, verstärkt die neuronalen Netzwerke einer bestimmten Hirnregion, es lernt. Wenn man Dinge länger nicht mehr tut, lösen sich die Netzwerke mit der Zeit wieder auf. Wenn wir also die kleine Übung regelmässig machen – immer dann, wenn unser Zustand kein freudvoller ist – dann trainieren wir das Gehirn auf einen positiven Zustand, und mit der Zeit können wir immer länger darin verweilen. Wir sind gelassen.
Eine mögliche Hürde: die Selbstdisziplin. Man muss die Übung machen…. Wie rasch vergessen wir jeweils unsere guten Vorsätze! Hier hilft nur: eine hundertprozentige Absicht setzen. Hundertprozentig.

 

Im Anhang finden Sie die Beschreibung der ‚Serene Mind Meditation‘.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und viel Gelassenheit!

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Dienstag, 19. Dezember 2017

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Weiterbildung

 

Wie seit Jahren um diese Zeit verabschiede ich mich für drei Wochen, um eine Weiterbildung zu machen. Es ist die Zeit, in der ich mich ganz meinem Inneren widme – mit Meditation, Yoga und Prozessarbeit – um im Bewusstsein zu wachsen. Ich freue mich sehr darauf. Und auch, dass ich danach mit noch mehr Achtsamkeit in meiner Praxis Menschen in ihrem inneren Wachsen begleiten kann.
Uns Menschen ist es eingegeben, immer mehr des eigenen Potenzials zu leben. Es ist dies, was uns einen tiefen Frieden und eine innere Freude gibt. Die äusseren Annehmlichkeiten sind eine schöne Zugabe – aber nicht sie sind es, die uns erfüllen. Wir können reich und doch ganz arm sein. Es ist unser innerer Reichtum, der uns wirklich reich sein lässt.
Ein indianisches Sprichwort sagt es so:
Bestimmte Dinge springen dir ins Auge. Gehe nur den Dingen nach, die dir ins Herz springen.

Dienstag, 21. November 2017

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Vortrag - KÖRPERliches

Zum zweiten Mal werde ich den Vortrag ‚KÖRPERliches‘ am Donnerstag, 16. November halten.

Im Foyer des Gymnasiums Appenzell
19. 30 Uhr

‚Die Menschen reisen umher und bewundern die hohen Berge, die riesigen Wellen der Meere, die ausgedehnten Flüsse, die immensen Ausmasse der Ozeane, die Kreisbewegungen der Sterne, doch an sich ziehen sie völlig ungerührt vorüber.‘
Was der Heilige Augustinus damals sagte, gilt wohl heute noch immer. Vielleicht sogar in grösserem Masse. Wir haben noch viel mehr Gelegenheiten, uns abzulenken als die Alten. Und wenn wir nicht tatsächlich reisen, so tun wie dies in unseren Gedanken. Wir sind meistens anderswo, in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Oder in einem Film. Oder in den social medias. Nur nicht bei uns. Gedanken, Bilder und Gefühle haben eine unmittelbare Wirkung auf unseren Körper. Er ist das Resultat aller unserer Erfahrungen, ob im Aussen oder im Innen. Und er kann nicht lügen.

Im Vortrag werden u. a. folgende Themen angesprochen:
Der Körper im Laufe der Zeit
Der Körper als Projekt
Der Körper – unser Erfahrungsgedächtnis – kann nicht lügen
Der Körper, ein Energiefeld. Materieanteil: 0,000001 %
Der Körper – ein Resonanzkörper

Ich freue mich sehr auf diesen Abend und auf ein reges Interesse!

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Dienstag, 31. Oktober 2017

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Gelesen

Auf dieses Buch habe ich schon lange gewartet. Nicht, dass ich gewusst hätte, dass genau dieses im Entstehen ist – ich habe gewartet, bis jemand in der Lage ist, über eben dieses Thema zu schreiben.

Nun hat es Bernadette von Dreien getan. Sie beschreibt in Christina. Zwillinge als Licht geboren die Geburt und das Aufwachsen ihrer Tochter Christina, die ein aussergewöhnliches Kind ist. Christina selbst – sie ist heute 16 Jahre alt – sagt, dass es seit dem Jahr 2000 viele solche Kinder gibt, Kinder, die ein viel höheres Bewusstsein haben als die vorherigen Generationen, eine viel weitere Wahrnehmung und viel mehr Fähigkeiten als ältere Menschen.
Wir ‚Alten‘ leben in der dritten Dimension, was mit einem ganz bestimmten Wahrnehmungsspektrum verbunden ist. Christina lebt in der zwölften Dimension und ist sich dessen seit ihrer Geburt (als extremes Frühchen von 570 Gramm) bewusst. Sie hat genau verstanden, was im Spital vor sich gegangen ist und was die Ärzte über sie gesprochen haben. Sie weiss genau, weshalb sie auf diese Erde kam, was ihre Aufgabe ist und was ihr gut tut und was nicht.
Christina sagt über sich: Ich bin hier, um die Menschen dabei zu unterstützen, ein erweitertes Bewusstsein zu erlangen. Mit ihrem erweiterten Horizont könnten die Menschen selber einsehen, was heutzutage nicht richtig läuft auf diesem Planeten. Dann könnten sie in jedem Lebensbereich neue Lösungen und Perspektiven entwickeln, die langfristig erfolgreich sein werden. Doch die Menschen haben den freien Willen. Es liegt allein in ihrer Entscheidung.
Zum Thema ‚heutige Kinder‘ sagt sie: Viele der heutigen Kinder funktionieren und lernen über die Intuition und nicht bloss über den Verstand. Sie verfügen in ihrem Seelenspeicher bereits über sehr viel intuitives Wissen, das sie jetzt mit dem neu erlernten Wissen konstruktiv verknüpfen können. Aber das, was man ihnen in der Schule als ‚Wissen‘ aufdrückt, verbaut ihnen oft den Zugang zu ihrer Intuition. Und durch den fehlenden Zugang zur Intuition fällt ihnen auch das Aktivieren ihrer geistigen Begabungen schwer.

Christina hat eine eigene Homepage (www.christinavondreien.ch), hält Vorträge und gibt Seminare. Sie ist im Moment vor allem daran interessiert, dass die ältere Generation versteht, wie die neuen Kinder ticken und was sie vor allem in der Schule brauchen, damit sie ihr Potential entfalten können. Ihre Lebensaufgabe liege aber dann in einem anderen Bereich.

Donnerstag, 19. Oktober 2017

2 Antworten zu “Christina”

  1. Franziska sagt:

    Christina von Dreien ist ein armes Kind. Sie wird von ihrer Mutter dazu benutzt, Geld zu verdienen. Ihre Ausbildung bestand von Kindesbeinen mit hoher Wahrscheinlichkeit darin, das Esoterik-Vokabular zu lernen, und zusammen mit dem Gefühl, die Mutter über den Verlust ihrer Zwillingsschwester, die bei der Geburt gestorben ist, hinwegtrösten zu müssen, hat sie das „Super-Kind“ gegeben. Sie tut mir leid. In 10 Jahren lesen wir bestimmt ein Buch „Wie meine Mutter mir meine Jugend gestohlen hat – Bekenntnisse einer esoterikgeschädigten Frau“. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Mutter das Geld mit ihr teilt, für sie vorsorgt und für die Psychotherapiekosten aufkommen wird, die irgendwann erforderlich werden.

    Es tut mir ja leid. Aber dieser ganze Quatsch ist schon schlimm genug, wenn sich erwachsene Menschen damit befassen. Es grenzt an ein Vergehen, wenn Kinder da hinein gezogen werden, bevor sie sich überhaupt eine eigene Meinung bilden können. Wo war das Jugendamt in diesem Fall?

  2. Satya Rupini sagt:

    Liebe Franziska, Ihr Kommentar ist der beste Beweis dafür, dass wir dringend Christina, ihr Wissen und ihre Botschaften brauchen. Betrug, Ausnutzung, fehlende Therapiemöglichkeiten, Behörden und Ämter untätig.. Sind das vielleicht Ihre Themen? Dann arbeiten Sie daran und befreien Sie sich.
    Licht und Segen für Sie und Ihr inneres Kind!
    Om Shanti

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Wir sind Raum-Wesen

Unser Körper besteht – je nach Autor – aus 50 bis 70 Billionen Zellen. Lauter Individuen. Unser Körper ist eine Ansammlung von lauter Einzelwesen! Stellen wir uns das einmal vor!

Ausserdem tauschen wir mit jedem Atemzug 10 hoch 22 Atome  aus (das ist eine 10 mit 22 Nullen), d. h. wir geben so viele Atome aus unserem Körper ab und nehmen ebenso viele wieder aus der Umgebung auf. Sitzen wir mit einer Gruppe Menschen in einem Raum, tauschen wir Atome, die unseren Körper ausgemacht haben, mit allen anderen Anwesenden aus. Das gilt auch für jene, die wir nicht mögen und auch für Tiere selbstverständlich…

Atome sind mehr Raum als etwas Anderes. Würde der Raum aus allen Atomen aller menschlicher Körper herausgenommen, so würde die ganze Menschheit auf die Grösse eines Würfelzuckers zusammenschrumpfen. Wir sind so gut wie nichts. Nicht vorhanden. Materiell gesehen. Wir sind zu 99,999% Raum. Wir sind Raum-Wesen. Stellen wir uns das einmal vor!

Das oben Gesagte gilt natürlich für die ganze Natur und für den Planeten selbst…

‚Wir sind Raum. Raum ist Energie, und alle Energie ist Information. Und die menschliche Information ist in der DNA gespeichert, einer Blaupause. Wir alle tragen die Blaupause in uns, die besagt, wer wir sind. Diese Information besagt, dass wir metaphysische Wesen bestehend aus Energie sind, alterslos UND gleichzeitig eine Person mit einem Körper mit einem genetischen Code. Wir leben meistens nur unsere physische Seite mit wenig Rücksicht auf unsere metaphysische Unsterblichkeit. Über viele Generationen haben wir Überzeugungen gebildet, die uns auf den Körper und einen Schatten unserer selbst reduzieren. Diese Schatten werden dann personalisiert.‘ Zitiert nach Michael Roads, From Illusion to Enlightenment, 16ff

Wir HABEN einen Körper, aber wir SIND kein Körper.

Wenn wir diese Tatsache ganz tief in uns hinein nehmen und zu einer Erfahrung machen, verändert sich unser Leben. Versuchen Sie’s! Es entsteht mehr Leichtigkeit, weil eine grosse Verhaftung und Illusion gegangen ist. Es ist wirklich befreiend!

Der Körper erlaubt uns, uns in dieser Dimension aufzuhalten, bevor wir ihn dann eines Tages verlassen, zurücklassen und in eine andere Dimension überwechseln. Solange er uns aber in dieser Dimension dient, solange ist es wichtig, dass wir Sorge zu ihm tragen: genügend Bewegung, genetisch korrektes Essen und Zeiten der Ruhe und Stille und Einkehr. Wenn Sie nun zusätzlich ihren Körper immer wieder spüren lassen, dass Sie ihm dankbar dafür sind, dass er Sie durch’s Leben ‚trägt‘ und Ihnen allzeit dient, so wird er dies umso lieber tun!
Wir tragen die Verantwortung für unser Wohlbefinden. Und weil wir Raum-Wesen sind, sind es vor allem unsere Gedanken und Gefühle, die wichtig sind dafür.

Den Vortrag ‚KÖRPERliches‘ werde ich am Mittwoch, 16. November 2017 im Foyer des Gymnasiums Appenzell zum zweiten Mal halten.

Donnerstag, 21. September 2017

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Schein oder Sein?

Es kommt vor, dass wir anderen etwas vormachen. Um besser dazustehen, bewundert und gelobt zu werden, uns gut zu fühlen. Siehe Bild.
Viel öfter machen wir uns aber selbst etwas vor. Und dies dann zu unserem Schaden. Thomas Frankenbach schreibt in seinem Buch ‚Somatische Intelligenz‘, dass wir immer mehr die Fähigkeit verlieren, uns selbst wahrzunehmen, zu spüren, was für Bedürfnisse wir haben: Untersuchungen aus der Stressforschung belegen, dass mit zunehmender Reizdichte durch Ausseneinflüsse – wie wachsende Anforderungen am Arbeitsplatz, Zeitökonomie, Telekommunikation, Internet, TV und Freizeitstress – die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung, zum Erspüren der eigenen Bedürfnisse, abnimmt.
Wir spüren nicht mehr, wann und wieviel wir essen sollen, welche Lebensmittel uns gut täten, wieviel Bewegung wir bräuchten, dass wir den Kopf auslüften müssten, Ruhe benötigtet, usw. Wir sind so zugedröhnt von Umweltgeräuschen, der Hektik auf dem Weg zur Arbeit und erst recht jener, die dann dort selber herrscht, den vielen Informationen, die auf uns einströmen, dem riesigen Angebot beim Einkauf, der Auswahl an Freizeitbeschäftigungen und kulturellen Angeboten.

So kommen wir abends zerknautscht nach Hause und schaffen’s gerade noch mit einem Sandwich auf die Couch und vor den Flachbildschirm. In der Überzeugung, dass wir dort Entspannung finden. Aber das ist natürlich nicht wahr. Unser Hirn wird weiter überflutet von Reizen. Und je nach Sendung bekommt es auch noch eine Überdosis an Gewalt mit. Denn in unserem Gehirn befindet sich ein Resonanz-System, ein Netz von Spiegelneuronen, das uns genau dasselbe erleben lässt, was wir uns im Film anschauen. Dem Gehirn ist es egal, ob wir eine Ohrfeige bekommen oder sie im Film beobachten. Es schüttet dieselben Stresshormone aus.

Für unser Wohlbefinden wichtig ist ein Gleichgewicht von Körper und Geist. Der Arzt Ulrich Strunz hat (vorerst) ein ganz einfaches Rezept für ein gesundes Leben und einen gesunden Körper: Laufe um dein Leben (er meint Joggen); iss genetisch korrekt (regional und saisonal; keine künstlichen Süssstoffe oder Fertiggerichte); meditiere und träume.
So schwierig kann das doch gar nicht sein! Wenn man nicht joggen mag – ich mag das zum Beispiel nicht -, kann man täglich wenn möglich spazierend 10’000 Schritte tun. Das dauert eine Stunde. Im Durchschnitt sitzen die Leute heute drei bis vier Stunden vor dem Fernseher, da sollte eine Stunde laufen drin liegen… Beim Einkauf von Lebensmitteln achtet man auf die Etiketten und lässt sich nicht von irgendwelchen schönen Verpackungen oder Versprechen verführen. Bleibt noch das Meditieren. Das ist ganz einfach. Man muss sich nur dazu entscheiden, dann finden sich Bücher oder Gruppen oder Anleitungen im Internet. Ein paar Minuten morgens und abends genügen für den Anfang. Und zum Träumen setzt man sich in den Garten, auf den Balkon, macht einen Waldspaziergang oder geht einen Fluss entlang. Halt in die Natur. Wo spärlich vorhanden, gibt’s vielleicht einen Park in der Nähe, wo man sich auf eine Bank setzen kann.

Und natürlich findet man immer eine Ausrede, wenn einem dies alles (vorerst) nicht wichtig genug ist.

Wenn Sie 40 Minuten Zeit haben, so empfehle ich ihnen wärmstens, sich den Vortrag von Prof. Dr. Jörg Spitz auf Youtube anzusehen:

Ernährung und Sport für ein Leben in Gesundheit. Seeehr interessant!

Donnerstag, 07. September 2017

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Meditation am Montag; ab 8. August 2017

Meditation meint: ganz bei sich sein, in die Ruhe und Stille kommen und damit in die eigene Mitte und in die Verbindung zum Grossen Ganzen. Hier finden wir unsere Kraft und die Quelle der Freude, Kreativität und Intuition.

Joe Dispenza formuliert es in seinem Buch Du bist das Placebo so:
Meditation bringt uns weg vom Überleben hin zum Schöpfertum, weg vom Getrenntsein hin zur Verbundenheit, weg vom Ungleichgewicht hin zum Gleichgewicht, weg vom Gefahrenmodus hin zu einem Modus von Wachstum und Wiederinstandsetzung und weg von den eingrenzenden Emotionen der Furcht, Wut und Trauer hin zu den expansiven Emotionen der Freude, Freiheit und Liebe. Im Grunde geht es dabei darum, sich nicht mehr an das Bekannte zu klammern und das Unbekannte anzunehmen.

Meditationsabende:
Ort:
Zielräume, Zielstrasse 8a, Appenzell
Daten: am Montag, 28.8/11.9./25.9./9.10./23.10./6.11.2017
Zeit: 19.30 Uhr
Dauer: 60 Minuten
Kosten: Für alle Abende 150.–
Anmeldung: per E-Mail, telefonisch oder SMS, mit Angabe der Adresse (siehe PDF unten)
Es sind keine Vorkenntnisse nötig!
Ich freue mich sehr auf diese gemeinsamen Abende und unsere Erfahrungen, die wir dort machen!

1980 führte ein Psychologe der Harvard-Universität mit etwa 60 Personen in drei Altersheimen (Mindestalter 80) eine Studie durch:
Er lehrte alle eine Geist-Körper-Technik: entweder eine Entspannungstechnik, Transzendentale Meditation oder kreative Wortspiele. Jede Gruppe lernte nur eine Technik; es war ihr erlaubt, diese auch ohne Aufsicht zu benutzen. Im Folgetest erreichten die Meditierenden die besten Werte hinsichtlich Lernfähigkeit, Blutdruck und geistiger Gesundheit. Diese Testpersonen berichteten auch, dass sie sich glücklicher und nicht so alt fühlten. Eine wirklich verblüffende Auswirkung kam aber erst bei einer Nachuntersuchung drei Jahre später zum Vorschein: ein Drittel der Altersheimbewohner war inzwischen gestorben, einschliesslich 24 % jener Teilnehmer, die nicht meditieren gelernt hatten. Bei den Meditierenden war die Sterberate gleich null.

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Donnerstag, 17. August 2017

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Unser Körper - ein Resonanzkörper
Vortrag am 23. August 2017

Unser Körper ist ein Resonanzkörper. Das Resonanzsystem besteht im Gehirn aus einem Netz von Nerven, den sogenannten Spiegelneuronen. Wir alle kommen mit dieser Anlage auf die Welt. Sie muss aber während den ersten Lebensjahren aktiviert werden, sonst verkümmert sie und die Fähigkeit, mit anderen in Resonanz zu gehen, ist stark vermindert.
Um den ganzen Ansturm von Erfahrungen und Erlebnissen, mit denen wir ständig konfrontiert werden, sinnvoll interpretieren zu können, müssen wir uns anscheinend vorstellen, dass wir selbst die Handelnden sind. Was andere tun, verstehen wir, indem wir den gesamten Ablauf aus unserer persönlichen Sicht simulieren, als ob wir diejenigen wären, die es tun (Lynne McTaggart, The Bond – Die Wissenschaft der Verbundenheit, S. 121).
Wenn wir mit anderen Menschen zusammen sind, verschmelzen wir sozusagen mit ihnen, weil unsere Spiegelneuronen uns erfahren lassen, was der andere erfährt, auch seine Gefühle. Man nimmt an, dass hier die Fähigkeit des Mitgefühls ihre Wurzel hat. Wir sind in Resonanz. Das sind wir auch, wenn wir uns einen Film anschauen. Wenn wir z. B. beobachten, wie jemandem im Film eine Ohrfeige verpasst wird, so reagiert unser Nervensystem, als ob wir geohrfeigt worden wären… Aus diesem Grund ist es durchaus nicht gleichgültig, was für Filme wir uns zu Gemüte führen. Womit oder mit wem wir verschmelzen wollen.
Eine Gruppe israelischer Wissenschaftler konnte die korrekte Abfolge von Gewaltszenen in einem blutigen Actionfilm rekonstruieren, indem sie einfach die Aufzeichnungen der Hirnaktivitäten einer Gruppe von Zuschauern untersuchte (S. 127).
Der Satz: ‚Es ist ja nur ein Film‘ ist unwahr. Das, was ich sehe, wird zu meiner Realität. Und formt mein Gehirn. Hat Einfluss auf meine Gefühle und damit auf meine Hormone und den ganzen Körper. Wir haben die Freiheit auszuwählen, was wir uns ansehen wollen, mit wem wir unterwegs sein wollen. Wir tragen die Verantwortung dafür und für unseren Körper.

Weiteres zum Thema KÖRPERliches in meinem Vortrag
23. August 2017, 19.30 Uhr
im Foyer des Gymnasiums Appenzell

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Dienstag, 08. August 2017

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Zu wie viel Prozent bin ich ein Brokkoli?

Zu wie viel Prozent bin ich ein Brokkoli? Eine eigenartig Frage finden Sie?
Gestellt hat sie der Internist und Molekularmediziner Ulrich Strunz in seinem Buch der schlüssel zur gesundheit.
Was er weiter dazu schreibt, fand ich amüsant und bedenkenswert:
Brokkoliverdauung. Wenn wir Brokkoli essen, wird der im Magen zerkleinert, im Darm in seine Bestandteile zerlegt, von dort aus wandern die ehemaligen Gemüseatome ins Blut, dann werden sie in die Zellen eingebaut, die gerade Bedarf anmelden. Jetzt kommt wieder die Frage: Zu wie viel Prozent bin ich ein Brokkoli? Wo endet die Existenz des grünen Gemüses, und wo beginnt die Existenz meines eigenen Körpers, wenn es sich doch letztendlich um die gleichen Atome handelt? Die zuerst Gemüse waren? Und jetzt ‚Ich!‘ sein sollen? Antwort der indischen Weisheit: die Frage ist Unsinn. Du als Person gehst nicht aus Brokkoli hervor, sondern aus Ishvara (das ist so etwas wie ‚alles Wissen‘). Genau wie das Universum… S. 189.

Eine andere Sichtweise unseres Körpers. Er ist mit einem Fluss vergleichbar, der scheinbar immer gleich aussieht, dessen Wasser aber nie dasselbe ist. Die Atome, aus denen der Körper besteht, sind auch ständig andere: mit jedem Atemzug tauschen wir zehn hoch 22 Atome aus, und in weniger als einem Jahr sind 98 % aller Atome unseres Körpers andere. Alle sechs Wochen haben wir eine neue Leber, ein neues Skelett alle drei Monate, die Haut erneuert sich innerhalb eines einzigen Monats, die DNA in sechs Wochen. Nach zweieinhalb Jahren ist unser gesamter Körper erneuert.
Mein Körper ist folglich nicht mein Körper. Oder?!

Und von wegen – der Körper ist fest!
Es sind unsere fünf Sinne, die uns glauben machen, der Körper sei fest. In Wirklichkeit besteht er nur zu 0,000001 % aus Materie. Wir sind ‚Raumwesen‘. Genau wie die Atome, die den Körper ausmachen.

Weiteres zum Thema KÖRPERliches in meinem Vortrag
23. August 2017, 19.30 Uhr
Im Foyer des Gymnasiums Appenzell

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Dienstag, 25. Juli 2017

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Tierbegegnungen

Es kommt immer mal wieder vor, dass ich auffällige Tierbegegnungen habe. Ich meine nicht solche mit Hunden oder Katzen, die ja ziemlich häufig sind (obwohl auch diese manchmal aussergewöhnlich sein können), sondern mit Tieren, die ich nicht so oft sehe.

So eine Begegnung hatte ich letzthin mit einem Bussard. Ich sass auf meinem Balkon, und da flog auf meiner Höhe, nur mit etwa zwei Meter Abstand, ein Bussard vorbei. Und gleich noch einmal. Ich war sehr erstaunt und auch erfreut – bis ich merkte, dass gleichzeitig ein heftiger Schmerz in meinen unteren Rücken gefahren war. Der dann während den kommenden Tagen auch blieb, so dass ich steif war wie ein Brett, mich kaum setzen und wieder aufstehen oder bücken konnte und morgens nicht wusste, wie aus dem Bett kommen. Nun hatte der Bussard den Schmerz natürlich nicht verursacht, er hatte mich aber auf ein Thema hingewiesen, das anzusehen anstand.

Für mich stellen solche Tierbegegnungen Synchronizitäten dar: ein Zusammentreffen zweier oder mehrerer nicht kausal aufeinander bezogener Ereignisse, welche für den Betroffenen einen gleichen oder ähnlichen Sinngehalt haben.
Im Buch von Regula Meyer tierisch gut  lese ich nach so einer Begegnung nach, was diese mir sagen könnte. Immer wieder bin ich erstaunt, was ich auf diese Weise lernen kann!

Nun, nach sieben Tagen zeigte sich der Bussard wieder. Diesmal sah ich aus dem Stubenfenster, und wieder  flog der Vogel zweimal auf Augenhöhe vorbei. Für mich das Zeichen, dass die Schmerzen nun gehen konnten, weil ich mir das, was dahinter stand, bewusst gemacht hatte. So war es denn auch. Die Schmerzen vergingen in den folgenden Tagen.

Scheinbar sollte ich im gleichen Zug aber noch andere Dinge erkennen (es geht immer um alte, nicht mehr förderliche Muster, die man ablegen oder um Fähigkeiten, die man entwickeln darf). Ich traf spätabends auf einen Dachs, einen Tag später setzte sich ein Rotschwanz vor mich hin. Und dann lief auch noch der Feuersalamander vor meinen Füssen über den Weg. Alles wunderbare Wegweiser!
Ich muss sie nur sehen! Und den Sinn, der für mich darin liegt, erkennen.
Ich liebe das!

Bild: vogelwarte.ch

Donnerstag, 13. Juli 2017

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Verschütteter Kaffee - eine Analogie

Du hast eine Tasse Kaffee in der Hand und jemand kommt vorbei und schubst dich. Du verschüttest den Kaffee und machst Flecken auf deine Kleider.
Weshalb hast du den Kaffee verschüttet?

Nun, weil mich jemand gestossen hat, ist doch klar!

Falsche Antwort.

Du hast den Kaffee verschüttet, weil Kaffee in der Tasse war. Wenn Tee drin gewesen wäre, hättest du Tee verschüttet.

Was auch immer in der Tasse ist, das kommt auch heraus.

Deshalb: wenn das Leben dich schüttelt (was bestimmt geschieht), kommt das aus dir heraus, was in dir ist. Es ist leicht, dies nicht in Betracht zu ziehen, solange du nicht geschüttelt wirst.

So müssen wir uns fragen: was ist in unserer Tasse?

Was verschütte ich, wenn das Leben hart wird und mich schüttelt?
Freude und Dankbarkeit, innerer Frieden und Verständnis?
Oder Wut und Bitterkeit und harsche Worte und Taten?

Du wählst!

Samstag, 01. Juli 2017

Eine Antwort zu “Kaffee-Analogie”

  1. Martin sagt:

    Coole Analogie … das mit dem verschüttetem Kaffee. Danke <3

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Auf der Suche nach dem verlorenen Glück

Auf der Suche nach dem verlorenen Glück
Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit

Jean Liedloff reiste sechs Mal in den venezolanischen Urwald und lebte dort über zweieinhalb Jahre beim Stamm der Yequana-Indianer. Auf ihrer ersten Reise, auf der sie die Yequana kennen gelernt hatte, entdeckte sie, dass diese glücklich sind. Dass es unter ihnen keinen Streit gibt, keine bösen Worte, Kinder weinen praktisch nie, bei der harten Arbeit wird gesungen, es werden Spässe gemacht und es wird allgemein viel gelacht. Das machte sie neugierig auf die Lebensweise dieser Menschen.
Liedloff beschreibt in ihrem Buch, dass die Kinder der Yequanas, bis sie krabbeln können, getragen werden, egal, was die Mutter oder eine andere Person gerade für Arbeiten erledigt. Das Kind wird überall hin mitgenommen. Dabei erhält es keine besondere Aufmerksamkeit; es ist einfach dabei und wird so den ganzen Tag über Bewegung, Gerüche, Temperaturunterschiede und Geräusche stimuliert – immer in der Sicherheit des mütterlichen Körpers.
Das für einen Säugling, der getragen wird, angemessene Gefühl ist das Gefühl von Richtigkeit, von elementarem Wohlsein. Das einzige positive Selbstgefühl, das er, als das Tier, das er ist, kennen kann, gründet auf der Voraussetzung, dass er richtig, gut und willkommen ist. Ohne diese Überzeugung ist ein Mensch, welchen Alters auch immer, verkrüppelt durch Mangel an Vertrauen, an vollem Selbstgefühl, an Spontaneität und Würde. (S.46)
Sicher gebunden entdecken die Kinder, sobald sie sich selbständig fortbewegen können, ihre Umwelt. Dabei werden sie nicht angeleitet und nicht auf irgendwelche Gefahren aufmerksam gemacht. Die Mutter vertraut darauf, dass der Selbstschutz des Kindes stark genug ist.  Ab und zu sucht das Kind kurz Kontakt zu ihr, und in diesen Momenten ist sie sehr präsent und geht auf die Wünsche des Kleinen ein, das sich schon bald zu neuen Abenteuern aufmacht und dabei die etwas älteren Kinder beobachtet und imitiert. Es wäre ausserordentlich hilfreich, wenn wir Säuglingspflege als Nicht-Aktivität ansehen könnten. Wir sollten lernen, es als Nichtstun zu betrachten. Arbeiten, Einkaufen, Kochen, Saubermachen, Spazierengehen oder Sich-mit-Freunden-Unterhalten ist etwas, was man tut, wofür man sich Zeit nimmt, was man als Beschäftigung ansehen kann. Das Baby wird (zusammen mit weiteren Kindern) einfach selbstverständlich mitgenommen…(S. 201)

Liedloff postuliert ein menschliches Kontinuum. Es sei eine Erfahrungsfolge, welche alle Erfahrungen unserer Gattung seit Menschengedenken bewahrt und vereinbar sei mit den Erwartungen und Bestrebungen unserer Gattung in einer Umgebung, die mit derjenigen, in der jene Erwartungen und Bestrebungen sich ausprägten, übereinstimmt. Es schliesse angemessenes Verhalten anderer und entsprechende Behandlung durch sie als Teil jener Umgebung ein (S. 36)
Wenn Menschen also dem Kontinuum folgen, ihren ureigenen Instinkten und diese nicht durch den in der Evolution viel später aufgetauchten Verstand völlig überlagern, so handeln sie automatisch richtig. Bei der Kinderaufzucht heisst dies, dass das Kind nie allein gelassen wird, dass es in den ersten paar Monaten ununterbrochen Körperkontakt hat, damit es sicher und unabhängig wird. Verwöhnung – wie unser Verstand vielleicht behaupten könnte – kann zu diesem Zeitpunkt nicht stattfinden. Verwöhnung geschieht später, wenn Kinder nicht sicher sind und irgendwie getröstet werden müssen. Trost gibt’s dann allerdings kaum mehr…
Untersuchungen in der westlichen – sogenannt zivilisierten – Welt zeigen immer wieder, dass nicht einmal 50 % der Kinde sicher gebunden sind, also ihrer Bezugsperson und somit sich selbst und der Umwelt vertrauen. Unsicher gebundene Kinder können als Erwachsenen ihren eigenen Kindern wiederum keine Sicherheit geben, wie auch! Von solchen Kindern sagt Liedloff:
Kinder verwenden ein enormes Mass an Energie darauf, Aufmerksamkeit zu erringen – aber nicht, weil sie Aufmerksamkeit als solche benötigen. Sie geben zu erkennen, dass ihre Erfahrungen unannehmbar sind, und sie versuchen nur deshalb die Aufmerksamkeit einer Bezugsperson zu erringen, um diese Erfahrungen zu korrigieren. (S.214)

Wie das zu tun ist, zeigt sie in ihren Vorträgen auf oder in ihrer therapeutischen Praxis.

Auf der Homepage www.hebammenwissen.info ist zu lesen: Es ist ein Grundbedürfnis nach Körperkontakt, das tief in unseren Genen verankert ist. Biologen unterteilen den Nachwuchs der verschiedenen Tierarten in Nesthocker, Nestflüchter und Traglinge. Der menschliche Säugling ist kein Nesthocker – dafür fehlt ihm das entscheidende Kennzeichen: die geschlossenen Augenlider und Gehörgänge. Der menschliche Säugling ist offensichtlich auf kein Nestflüchter – denn es dauert ca. ein Jahr, bis er mit den Erwachsenen mithalten kann.
Auf derselben Seite werden zehn Vorteile des Tragens fürs Baby und die Pflegeperson beschrieben: die Kinder schreien weniger, die Bindung geschieht automatisch, die Kinder lernen mehr, sind weniger krank, das elterliche Feingefühl und ihre Kompetenz werden gesteigert. Es gibt also auch Menschen in der zivilisierten Welt, die sich zurückerinnern an das, was für den menschlichen Säugling eigentlich vorgesehen und normal wäre, aber von vielen als exotisch, übertrieben, nicht machbar etc. etc. betrachtet wird.

Ein Säugling, der alleine in einem Kinderbettchen, alleine im Zimmer liegt, fühlt sich getrennt von der Welt, hoffnungslos allein, denn er hat ja kein Zeitgefühl und keine Vorstellung davon, dass sich seine Lage je ändern könnte. Er erlebt  Trennung. Und so wird er später alles erleben: in der Trennung. Dies ist zwar eine Illusion – aber sie ist sehr mächtig und erschafft unser grösstes Leiden: Verlorensein in dieser Welt. Nur deshalb gibt es so viele Erwachsene, die körperlich und psychisch krank sind und zu 80 % dauerhaft Medikamente einnehmen.

Bild: Schweizer Familie 20/2017

Sonntag, 28. Mai 2017

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Literatur zum Vortrag 'Die Sprache der Gefühle'

Gefühle und Emotionen versetzen den Körper in eine jeweils ganz bestimmte Schwingung. Es gibt Schwingungen, die für den Körper förderlich sind und andere, die ihm – mindestens auf längere Zeit – schaden. Sie sind verbunden mit Stresshormonen, die das Immunsystem und das Herz-Kreislaufsystem schwächen.

Die folgende Übung hilft, den Stress zu lindern, den Körper zu beruhigen, ’sodass er süsse Musik spielen kann‘.
Langsam durch die Nase einatmen und langsam durch den Mund wieder ausatmen.
Die linke Hand auf das Herz legen und den Herzschlag beobachten.
Die rechte Hand unterhalb des Nabels auf den Bauch legen und den Pulsschlag erspüren. (Diese Region – das zweite Chakra – ist verbunden mit den Nebennieren, die Stresshormone ausschütten.)
Stellen Sie sich vor, dass das Herz den Nebennieren das Tempo vorgibt, die Leitung übernimmt. Das hilft Ihrem Körper, sich zu beruhigen und entspannen.

Wir tragen in jedem Fall die Verantwortung für unsere Gefühlslage.
‚Das Leben ist das, was du daraus machst: ein Schlachtfeld oder ein Spielplatz.‘ Sri Bhagavan

Hier finden Sie die Literatur, die ich für den Vortrag von gestern verwendet habe:

↓ Beitrag als PDF zum Ausdrucken
Montag, 15. Mai 2017

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Somatische Intelligenz

Denn unsere Essbedürfnisse sind verschieden, weil jeder Mensch anders ist.
Der Körper ist die Wahrheit. Wenn wir lernen, auf ihn zu hören, verstehen wir, was er braucht.

Ein Jahr lang ass ich scharfe schwarze Oliven wie andere Schokolade. Immer war ein Vorrat im Kühlschrank vorhanden. Wenn ich nach Hause kam, war mein erster Gang dorthin, und noch im Stehen ass ich von den schwarzen Früchten. Und eines Tages kein Bedürfnis mehr danach…
Während ich im Jugendjustizheim arbeitete, begann ich Schokolade zu essen. Mit einundvierzig kaufte ich die erste Tafel überhaupt. Schokolade hatte mich früher nicht interessiert. Aber nun ass ich oft eine halbe Tafel pro Tag. Ohne ein Gramm zuzulegen. Mit der Arbeit dort hörte auch das Schokoladeessen auf.
Ich bin ein Brotmensch. Kein Vollkornbrot allerdings. Früchte und Gemüse esse ich nur hin und wieder. Ich kann mir die Auslagen ansehen und sie auch sehr schön finden, was mich aber nicht daran hindert, weiterzugehen ohne zugegriffen zu haben. Komme ich einmal auf die Idee, einige Tage hintereinander Früchte zu essen (oder wie letzthin an zwei Tagen Zitronenwasser mit je einer halben Zitrone – bio wohlverstanden), dann zeigen sich in meinem Gesicht garantiert rote Flecken, die jucken.
Fleisch esse ich seit vielen Jahren nicht mehr. Eines Nachts hatte ich einen Traum, und bereits da war klar, dass ich kein Fleisch mehr essen würde. Am Morgen war das immer noch so. Also hörte ich auf. Drei Wochen später überkam mich noch einmal die Lust auf Schnitzel-pommesfrites. Aber es war abends schon recht spät, ich wollte nicht mehr ins Dorf und verzichtete deshalb. In der darauffolgenden Nacht wieder ein Traum zum Thema Fleisch, und da war’s dann völlig klar.
Es ist Jahre her, dass ich während ungefähr sechs oder sieben Monaten hochallergisch auf Weizen reagierte. Nicht einmal ein paar Stäubchen davon in Saucen vertrug ich. Ich bekam im Bauchbereich sofort offene Stellen, die juckten und gleichzeitig brannten. Ich hütete mich davor, auch nur etwas, das Weizen enthielt, anzurühren. Gleichzeitig war mir bewusst, dass dies alles im Zusammenhang mit einem alten Programm stehen musste. Ich musste nur herausfinden, um was es ging und das Programm löschen… Eines Tages war es dann soweit. Ich wusste es sofort, war mir ganz sicher. Am nächsten Tag ging ich in die Bäckerei und kaufte Brot. Und seit da ist es wieder mein Lieblingsessen.
Ich esse scheinbar nicht ausgewogen, fühle mich aber prima. Die Sätze ganz oben haben mir deshalb aus der Seele gesprochen. Zu finden sind sie in Thomas Frankenbachs Buch Somatische Intelligenz. Hören, was der Körper braucht.

Und genau damit haben wir modernen westlichen Menschen Mühe: mit dem Hören, was der Körper braucht. Mit der zunehmenden Reizflut im Aussen – am Arbeitsplatz, in der Freizeit, durch die ständige Erreichbarkeit, das Fernsehen und die Lärmbelastung – ist den meisten von uns die Fähigkeit der Selbstwahrnehmung abhanden gekommen. Wir merken nicht mehr, welche Bedürfnisse unser Körper hat. Wir folgen deshalb Ernährungsratgebern, den Ratschlägen von Freunden, der Gier nach Junkfood, dem neuesten Trend; weil es eilt, wärmen wir Fertiggerichte oder wir essen ein Durcheinander, das unserer Verdauung nicht bekommt. Das Bauchgefühl wird vom Kopf übertönt. Und was weiss der schon von der Verdauung.

Frankenbach zeigt auf, wie wir im Westen über die Jahrhunderte zu unserem Essverhalten gekommen sind. Die Ernährungssysteme der Traditionellen Chinesischen Medizin oder im Ayurveda, die über viele Jahrhunderte entwickelt wurden, legen Wert auf die Konstitution und die Lebenssituation eines Menschen, um Empfehlungen für seinen Speisezettel zu machen. Wichtig ist die Bekömmlichkeit der Speisen. Nicht allen bekommt alles.

Die Lösung liegt im Üben der Selbstwahrnehmung. Dies führt zu Eigenverantwortung – die eigenen Antworten auf anstehende Fragen finden, in diesem Fall auf Ernährungsfragen. Das gibt Selbstsicherheit und Selbstwert.
Selbstwert ist nie zu haben, ohne im Einklang mit dem Körper zu sein.
Es geht also darum, neben der rational-kognitiven Intelligenz, die in unserer Kultur so hochgehalten wird, auch die somatische Intelligenz (und weitere Intelligenzen) zu pflegen.

Thomas Frankenbach hat Ernährungswissenschaften sowie psychosoziale, integrative und komplementäre Gesundheitswissenschaften studiert. Er leitet den Fachbereich Ernährung und Bewegung in einer der traditionsreichsten Reha-Kliniken in Deutschland.
Basierend auf seinem Bild vom Menschen als einer Leib-Geist-Einheit betreut er weltweit führende Spitzensportler sowohl in psychologischer Hinsicht als auch in Fragen einer individuellen Ernährungs- und Trainingsgestaltung.
Hier hat mir imponiert, dass er sagt, dass er den SportlerInnen ihre Ernährung nicht vorschreibt, sondern sie trainiert, dass sie ihre Körpersignale wahrnehmen und ihnen folgen, so dass der Körper genau das bekommt, wonach er verlangt. So berichtet er von Spitzensportlern, die seit Jahren überhaupt keine Früchte essen (!) und kerngesund und sehr leistungsfähig sind. Frankenbachs Ziel ist es, dass der Körper durch die hohe Belastung nicht Schaden nimmt die Ernährung auch zu einer guten geistigen Verfassung beiträgt.

Am 23. August und am 16. November 2017 werde ich im Gymnasium Appenzell jeweils um 19.30 Uhr einen öffentlichen Vortrag zum Thema ‚KÖRPERliches‘ halten. Während den Vorbereitungen dazu bin ich auf Frankenbachs Buch gestossen, das mich sehr inspiriert hat. Ich werde aber beileibe nicht nur über die Ernährung sprechen – fast gar nicht – es gibt noch so viele andere interessante und wichtige Themen rund um unseren Körper.

Samstag, 06. Mai 2017

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tschingge - ein stück schweiz

tschingge – ein stück schweiz
So heisst das Schauspiel, das die Theatergesellschaft Appenzell dieser Tage aufführt.
Man ist ins Jahr 1970 versetzt: die italienischen Schlager, die Kleider und Frisuren, Angst vor der Überfremdung. Die Abstimmung über die Schwarzenbach-Initiative steht kurz bevor.

Ich kann mich an jene Zeit noch recht gut erinnern. Mein Vater nannte die Italiener auch Tschingge, auf alle Fälle, wenn ich in der Nähe war. Weil er sicher gehen konnte, dass ich ihm sagte, es seien Italiener und keine Tschingge, worauf er jedes Mal lachte. Es war ein Spiel zwischen uns. Aber vielleicht nicht nur.
Ich kann mich erinnern, dass ich damals von der Schule aus in St. Gallen Rotkreuz-Abzeichen verkaufen musste. In Italien war eine schreckliche Überschwemmung und ein Notstand, und der Erlös des Abzeichen-Verkaufs sollte den Überschwemmungsopfern zu Gute kommen. Ich stand vor dem Eingang zum Neumarkt. Scheu und nicht gewohnt, die Leute anzusprechen. Ich weiss nicht mehr, wie oft mir an jenem Tag gesagt wurde, dass man für diese Tschingge doch kein Geld spende etc. etc. Aber ich weiss noch, wie sehr ich erleichtert war, dass die Schwarzenbach-Initiative den Bach runter ging.

Jubel am Schluss auch auf der Bühne bei den Italienern, als sie das Abstimmungsresultat vernehmen. Jubel dann bei den Schweizern, als ihre Mannschaft wenigstens das Penalty-Schiessen beim Grümpeli gewinnt.

Befürworter und Gegner der Schwarzenbach-Initiative treffen in Zimmer 12 im Spital aufeinander. So liegt der Tschinggen-hasser Scheidegger neben dem Tschingg Fortunato Pozzi, bester Stürmer der Mannschaft von Baumeister Hutter, der wegen des bevorstehenden Grümpelis unbedingt entlassen werden will. Scheidegger möchte das verhindern und giesst ein Abführmittel ins Wasserglas auf Pozzis Nachttisch. Als beide aus dem Zimmer sind, vertauscht der eingebürgerte Hämmerle, der mit Pozzi sympathisiert, die Gläser und es ist Scheidegger, der dauernd aufs Hüsli rennen muss.
Die Fremdenfeindlichen finden immer wieder Gelegenheit, den Italienern das Leben schwer zu machen.

Man kann viel Lachen während des ausgezeichnet inszenierten Stücks. Es ist ja auch schon lange her, seit man die Tschinggen am liebsten wieder nach Hause geschickt hätte. Ganz am Schluss wird allerdings klar, dass die Zeiten sich nicht geändert haben und dass Fremdenhass immer noch ein Thema ist. Er zielt nun auf andere. Schweizer und Italiener sind heutzutage gleicher Meinung.

Bild: www.swissinfo.ch

Sonntag, 23. April 2017

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Gelesen

OMEGA. Im inneren Reichtum ankommen von Rüdiger Dahlke und Veit Lindau.
Obwohl wir in einer Überflussgesellschaft leben, haben fast alle Menschen ein Mangelbewusstsein. Nie ist es genug: nicht genug Geld, zu wenig Beachtung, unbefriedigende Beziehungen, eine serbelnde Gesundheit, eine zu kleine Wohnung, ein Auto, das nichts hermacht, schlechte Aufstiegsmöglichkeiten, wenig Freunde… Unzufriedenheit, Neid und Gier sind die Folgen. Dabei gäbe es für alle genug. Von allem. Weil nun aber das Aussen der Spiegel des Innen ist, müssen wir beim Bewusstsein ansetzen.

Im Prolog auf Seite 7 des Buches heisst es u. a.: Mangel ist eine Lüge. Mangel ist nicht real. Mangel ist ein Irrtum des Geistes. Du bist kein Durstender. Du bist die Quelle.

Und weiter auf Seite 23 in der Einleitung: Aus der Illusion des Mangels heraus betteln wir um Liebe, fallen wir dem Konsumrausch zum Opfer, rennen wir dem Geld hinterher, gehen wir Arbeiten nach, die unsere Integrität verletzen, werden wir geizig, horten wir, fühlen wir uns minderwertig, werden wir krank, führen wir Kriege zwischen Mann und Frau, arm und reich, Völkern und Religionen. Ein Mensch, dessen Bewusstsein durch Mangel vergiftet ist, übersieht seinen inneren Reichtum, kann nicht mehr gross und frei denken, wird zum Sklaven einer ewigen Suche – endlich ‚das‘ zu finden, was seinen Hunger stillt.
Anhand der zwölf Lebensprinzipien – der zwölf Tierkreiszeichen, die alle in uns wirken, zeigen die beiden Autoren auf, wie wir zu innerem und dadurch zu äusserem Reichtum kommen. Zu Beginn jedes der zwölf Kapitel werden die Licht- und die Schattenseite des jeweiligen Prinzips aufgelistet. Da kann man ganz deutlich erkennen, wo man steht. Am Ende der Kapitel gibt es Fragen, die zu mehr Klarheit verhelfen. Deutlichkeit und Klarheit lassen in diesem Buch nicht zu wünschen übrig. Inhalt, Aufbau und Sprache sind überaus klar. Manchmal ist die Sprache so deutlich, dass man versucht sein könnte, beleidigt zu sein. Heilsam. Denn wenn wir im Bewusstsein wachsen wollen, nützt eine Sprache durch die Blume nichts.

Sehr interessant ist auch das Nachwort von 32 Seiten: Schicksalsgesetze und Lebensprinzipien am Beispiel der Flüchtlingsproblematik. Die ist ja auch nur ein Spiegel für unsere Gesellschaft. Je eher wir uns trauen hinzuschauen, zu sehen und zu verstehen – und danach zu handeln – desto eher finden wir eine Lösung, die für alle gut lebbar ist. Und befruchtend.

Mittwoch, 12. April 2017

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Innenansicht 26

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen.

Das Leben stellt uns immer wieder vor Herausforderungen: wir wechseln die Arbeitsstelle, der Partner verlässt uns, die Kinder fliegen aus, wir werden krank, verunfallen, ziehen um, die Freundschaft wird uns gekündigt, das Alter hinterlässt Spuren in Gesicht, das Geld wird knapp, wir passen nicht mehr in die Kleider, die im Schrank hängen, die Ferienreise verläuft anders als im Katalog versprochen, unsere Sicht auf die umliegenden Hügel wird verbaut, die neuen Nachbarn sind laut…
Wie oben vermerkt: wie haben zwei Möglichkeiten mit den neuen Tatsachen umzugehen: wir öffnen uns und sehen eine Chance, etwas zu lernen (über uns) oder wir machen auf Widerstand und produzieren Ärger und Wut und Stress (und mit der Zeit eine weitere Herausforderung in der Form von Symptomen körperlicher oder psychischer Art).
Windmühle oder Schutzmauer. Mit dem Lebensfluss mitgehen oder stehenbleiben und stagnieren. Unsere Entscheidung. Für deren Konsequenzen wir die Verantwortung tragen (auch wenn wir – im Falle von Schutzmauerbau – die Schuld gerne anderen zuschieben).

Oft hilft ein Gespräch, in dem ein Gegenüber, das nicht persönlich betroffen ist, uns hilft , die Augen zu öffnen und die Möglichkeit zu sehen, eine Windmühle zu bauen und den Wind des Wandels für unser inneres Wachstum zu nutzen. Denn nur darum geht es im Leben: innerlich zu wachsen, im Bewusstsein zu wachsen. Deshalb die Herausforderungen. Sie bieten die Möglichkeit, einen Schritt zu machen. Nach einem ersten Zögern oder Aufbegehren oder Angst. Das gehört auch zum Prozess. Wichtig ist, dass wir hier nicht stecken bleiben.
Jetzt im Frühling fällt es uns leichter, die Dinge anzugehen. Die Tage werden länger, das Licht heller, das Wetter wärmer, die Natur wacht auf. Das hilft uns, Reserven zu mobilisieren und Hindernisse zu überwinden. Nutzen wir diese günstige Zeit und machen nicht nur Frühlingsputz sondern bauen aus vielleicht alten Schutzmauern eine Windmühle. Auch das ist möglich. Die Sommerwinde werden uns dann weitertragen (bildlich gesprochen).

Freitag, 31. März 2017

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Gelesen

Denn alles ist vergänglich.
Geschichten aus der Psychotherapie von Irvin D. Yalom.

Ein wunderbares Buch mit Geschichten, die berühren. Yalom begleitet seine Klienten – er nennt sich einen Reiseleiter – und hilft ihnen loszulassen: Dinge, Beziehungen, alles. Manche seiner Klienten sind todkrank. Er selbst ist 85 und der Tod ist auch sein Thema. Dabei ist er voller Leben, Schalk, Freude. Lebensfreude will er denn auch seinen Klienten mitgeben, auch wenn das Leben vielleicht nur noch kurz ist. Der Untertitel eines Films über ihn, Yaloms Cure, heisst deshalb auch: Eine Anleitung zum Glücklichsein.

Yalom wurde 1931 in Washington geboren. Seine Eltern waren kurz vorher aus einem polnischen Stetl in die USA eingewandert. Ein Leben lang arbeiteten sie hart, betrieben einen Gemischtwarenladen. Yalom beschloss mit neun Jahren Arzt zu werden. Sein Vater hatte einen Herzinfarkt erlitten. Der Hausarzt liess das verschreckte Kind am Stethoskop horchen und versicherte ihm, dass alles nicht so schlimm sei und der Vater wieder gesund werde. Den Menschen Gutes tun wie dieser Arzt, das war Yaloms Motivation für das Studium. Eine anstrengende Zeit, denn die amerikanischen Universitäten nahmen damals nur fünf Prozent jüdische Studenten auf. Yalom brauchte also sehr gute Noten.

Er entschied sich für die Psychiatrie, weil man dort schreiben könne. Und das hat er auch immer getan; er hat Millionen von Büchern verkauft. Er schreibt auch heute noch und arbeitet immer noch mit Klienten. Manche kommen nur für wenige Sitzungen zu ihm, manche steigen dafür sogar ins Flugzeug.
Yalom gestaltet mit ihnen eine funktionierende vertrauensvolle Beziehung. Er hört zu, ist ganz präsent, macht Bemerkungen, stellt Fragen, führt die Menschen so, dass sie selbst eine Lösung für ihr Problem finden. Er ist voller Demut. Weiss es nicht besser. Gibt auch offen zu, wenn er sich geirrt hat. Ein Psychotherapeut sei sein Leben lang selbst in Therapie, sagt er im Film. Nie kenne man sich ganz, es gebe immer noch eine tiefere Schicht zu entdecken. Dabei sei Selbsterkenntnis die Voraussetzung für gute Beziehungen.

Was interessiert an Geschichten über andere Menschen, die in Therapie sind? In manchen kann man sich selbst erkennen. Bei manchen ist man einfach nur froh, nicht in der Haut des Beschriebenen zu stecken. Für manche Klienten hegt man Bewunderung, weil sie mutig in den Spiegel blicken und dann Neues wagen. Und immer wieder kommt man ins Staunen darüber, wie Leben auch noch sein kann, wie verworren und schwierig manchmal – und wie man mit Begleitung eines Therapeuten Klarheit schaffen und einen Ausweg finden kann. Und meistens muss man dabei etwas loslassen. Denn alles ist vergänglich.

Manchmal ist es doch so, dass ein Thema innerhalb kurzer Zeit mehrmals auftaucht… Nur einen Tag nach dem Entwurf für diesen Beitrag half ich meiner Mutter (88) Bücher vom Gestell zu nehmen, zu sortieren und die meisten davon in die winwin-Buchhandlung zu bringen. Dabei bemerkte sie: ihr werdet einmal viel zu räumen haben… Wieder einen Tag später – ich ging in meine Praxisräume – traf ich dort im Treppenhaus Verwandtschaft meiner ehemaligen Nachbarin vom oberen Stock, die wenige Tage vorher ins Altersheim gezogen war. Kurz darauf rumorte es über meinem Kopf und krachte und ‚der ganze Haushalt‘ wurde über den Balkon in die riesige Mülltonne vor dem Haus geworfen. Denn alles ist vergänglich.

Montag, 27. Februar 2017

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Nicht verkopfen

Wenn Plan A nicht funktioniere, solle man sich nicht verkopfen, das ABC habe ja noch viele weitere Buchstaben…

Das habe ich in der Papeterie auf einer Karten gelesen.

Es stimmt natürlich, dass es noch mehr Buchstaben gibt. Sollte man aber der Meinung sein, per Versuch und Irrtum könne man Pläne bis zu M, R oder gar Z durchprobieren, wäre es möglich, dass man die Erfahrung macht, den Kopf zu verlieren.

Wenn Plan A nicht funktioniert, ist’s eine gute Strategie, sich an einen ruhigen Ort zu setzen und in sich hineinzuhorchen. Was sagen das Bauchgefühl, die Intuition, das Herz? Auf die Körpersignale achten. Das emotionale Erfahrungsgedächtnis begleitet uns sogar noch länger, als wir auf der Welt sind. Denn die Gehirngebiete, die für das emotionale Erfahrungsgedächtnis zuständig sind, beginnen bereits vor der Geburt, noch im Uterus, zu arbeiten. In ihnen wird alles gespeichert, was dem Organismus zeit seines Lebens widerfährt. Im emotionalen Erfahrungsgedächtnis wird das Wissen in Form von Gefühlen und Körperempfindungen gespeichert (S. 20)
Manchmal muss man etwas Zeit verstreichen lassen. Manchmal darüber schlafen. Es ist auch schon vorgekommen, dass ein Traum die Lösung präsentierte…

Wenn Sie sich mit Entscheidungen schwer tun, so empfehle ich Ihnen das kleine Buch von Maja Storch: ‚Das Geheimnis kluger Entscheidungen. Von Bauchgefühl und Körpersignalen‘.
Hier erfährt man auch, dass Gefühle und Köpersignale nicht nur fürs Entscheiden wichtig sind, sondern dass die Selbstsicherheit ebenso auf ihnen basiert. Und nicht etwa auf dem Denken; das ist nachgeschaltet.

Der Verstand wird manchmal mit einem Affen verglichen, der im Käfig umherspringt. Von einer Seite zur anderen und auf und ab. Das tut der Verstand oft auch, wenn er eine Lösung sucht – und dabei kommt er nicht vom Fleck. Verstrickt sich immer mehr. Und wenn er eine Lösung gefunden hat, so ist diese die Wurzel für Folgeprobleme. Der Verstand operiert in der ihm bekannten Schublade. Für eine wirkliche Lösung müssen wir eine bis dahin noch verschlossene Schublade öffnen. Und dabei können uns Gefühle und Körperempfindungen die Richtung weisen.
Es sind mir in meiner Arbeit aber schon Menschen begegnet, die empfinden das ‚irgendwie unter ihrer Würde‘, den Kopf einmal – wenigstens für einen Moment –  ausser Acht zu lassen. Wenn der Bauch seine Meinung kund getan hat, kann der Kopf immer noch seinen Senf dazu geben. So werden kluge Entscheidungen gefällt.

Samstag, 11. Februar 2017

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Ein Kopfproblem? Oder eher ein emotionales?

Im Appenzeller Tagblatt vom 7. Januar 2017 ist ein Artikel unter dem Titel ‚Das Kopfproblem‘ erschienen. Darin heisst es, dass laut Bundesamt für Gesundheit fast ein Drittel der Bevölkerung an einer psychischen Erkrankung leidet. Dass sich die Mehrheit nicht behandeln lässt, weil sie sich schämt oder nichts über die Krankheit weiss oder keine angemessene Betreuung findet. Erschreckend, oder?!
Pro Jahr leiden 1,3 Millionen Menschen in unserem Land an einer Depression. Immer noch in weiten Kreisen ein Tabuthema. Man schämt sich, zieht sich zurück, schleppt sich durch die Tage und leidet im Stillen.

Die Frage ist nun, ob es sich hier wirklich um ein ‚Kopfproblem‘ handelt, wie der Titel meint. Oder nicht doch eher um ein emotionales?! Das Kopfproblem bestünde dann nur darin, dass der Kopf nicht zugeben will oder kann, dass man krank ist. Er hält einen an weiterzumachen, zu funktionieren, die Fassade aufrecht zu halten. Bis vielleicht ein totaler Zusammenbruch einen zwingt, halt doch Hilfe zu suchen und auch anzunehmen.
‚In nichts ist der Mensch so einfallsreich wie im Schönreden seines seelischen Elends.‘ (Thomas Meyer, Schweizer Schriftsteller)

Psychische Probleme (und auch physische) entstehen auf Grund von eingeschlossenen Emotionen, eingeschlossen und verdrängt irgendwann früher, als man von jemandem verletzt wurde und es damals nicht zeigen konnte oder durfte. Der Arzt Bradley Nelson sagt in seinem Buch ‚Der EmotionsCode‘ dazu: ‚Meiner Erfahrung nach wird ein signifikanter Prozentsatz physischer Krankheiten, emotionaler Schwierigkeiten und Selbstsabotagen von unsichtbaren eingeschlossenen Energien (Emotionen) verursacht.‘ Und weiter unten: ‚Wenn Sie eine eingelagerte Emotionen haben, wird sie mehr von der gleichen emotionalen Qualität in ihr Leben ziehen. Sie werden auch geneigt sein, diese Emotion leichter und häufiger zu verspüren, als es sonst der Fall wäre.‘

Ein Beispiel: Jemand wird als Kind von einem Erwachsenen während eines Familienfestes nicht ernst genommen, gescholten und blossgestellt. Das Kind wagt nicht, seine Emotionen – Wut und Enttäuschung – offen zu zeigen, verkriecht sich irgendwo – und lagert die Emotion ein. Sie ist zwar unsichtbar und das Kind spürt sie mit der Zeit auch nicht mehr, aber sie wirkt im Unbewussten weiter und beeinflusst das Leben des Kindes. Sie hat die Eigenschaft eines Magneten und zieht Wut und Enttäuschung in der Folge an, weil das Kind ‚gelernt hat, dass es scheinbar nicht richtig ist‘.
‚Geschluckte Wut ist ein Magnet für weitere.‘ (Thomas Meyer)

In seinem Buch zeigt Bradley Nelson eine Methode auf, wie die eingelagerten Emotionen aufgespürt und aufgelöst werden können.

Sonntag, 29. Januar 2017

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Tragen

Was wir tragen:
Lasten, Kleider, Verantwortung, Titel, einen Namen… Das Gewicht der Ersteren ist merklich; Kleider sind nur im Winter schwer oder wenn sie vom Regen durchnässt worden sind. Verantwortung, Titel und Namen wiegen scheinbar nichts. Scheinbar. Die Zeit belehrt uns oft eines anderen. Wenn sich der Körper meldet, der Schlaf sich nicht mehr so leicht einstellt, wenn Zufriedenheit und Freude schwinden – dann spüren wir, dass auch Verantwortung, Titel und Namen belasten können.

Im Museum Appenzell besuchte ich kürzlich die Ausstellung zum Thema ‚Tragen‘. Von dort stammen auch die Fotos. Nichts Spektakuläres. Und trotzdem sehr interessant. Viele der Ausstellungsstücke erinnerten mich an meine Kindheit, eine Zeit, wo sie noch in Gebrauch waren.

Da gibt’s zum Beispiel eine ‚Chränze‘, wie sie damals von den HausierenInnen verwendet wurde. Die erinnerte mich an Babette Müller, die ab und zu an unserer Haustüre schellte. Meine Mutter liess sie eintreten, Babette stellte ihre schwere Last ab und zählte auf, was sie anzubieten hatte. Backwaren. Meine Mutter kaufte meistens ungefüllte Biberfladen (wir füllten sie zum Znüni dann mit Butter) oder Birnbrot. Babette machte auf mich grossen Eindruck. Von welcher Sorte genau, konnte ich nicht sagen. Sie war eher klein und rundlich; mir erschien sie damals alt (aber für Kinder sind alle Leute über dreissig oder vierzig alt). Sie hatte schlechte Zähne und auch nicht mehr alle, und sie sprach undeutlich. Ich verstand nicht immer alles von den Neuigkeiten, die sie uns ins Haus trug. Das Auffälligste an ihr waren die Schuhe. Viel zu grosse, wie kleine Boote, in denen ihre ‚bösen‘ Füsse Platz hatten. Ich mochte Babette irgendwie, auch wenn sie mir nicht ganz geheuer war. Ich mochte alle unsere Dorforiginale.

Die lederne Briefträgertasche erinnerte mich daran, dass früher der Briefträger zu Fuss unterwegs gewesen war, weite Wege übers Land und die Hügel ging und dass er die Post zweimal am Tag verteilte. Immer hatte er auch noch Zeit für einen Schwatz.

Zu denken gaben mir die Fotos, welche Kuhgespanne zeigten. Die Menschen in dieser Gegend hatten oft kein Geld für ein Pferd, so zogen Kühe oder Ochsen die Lasten. Wunderschöne Tiere! Wenn ich daran denke, wie manche Kühe heute aussehen – mir kommen beinahe die Tränen. Die Knochen stechen fast durch die Haut, riesige Euter, die die Tiere beim Gehen behindern, keine Hörner – ein Schatten ihrer selbst.

Noch mehr Erinnerungen: die Milch holten wir als Kinder mit dem Milchchesseli beim Milchmann Schoch an der Strasse, den Ghüder brachten wir im Ochsnerkübel auch an die Strasse. Abgeholt wurde er von Fuhrmann Preisig mit dem Rosswagen (wenigstens noch eine Zeit lang) und unser Nachbar Chuered Preisig brachte die Gülle mit der Benne auf die Wiese und schöpfte sie mit einer Kelle aus dem hölzernen Gefährt.

Das alles ist noch gar nicht so lange her. Gut fünfzig Jahre.

Dienstag, 17. Januar 2017

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Körper-Gefühl

Eine finnische Studie mit 700 Versuchspersonen hat 2013 gezeigt, dass und wie der Körper an unseren Gefühlen beteiligt ist. Dort, wo auf dem Bild Rot oder Gelb zu sehen ist, ist der Körper durch das jeweilige Gefühl stimuliert. Blau heisst, dass die Körperregion unbeteiligt ist.
Gefühle sind also keine Kopf- sondern eine Körpersache. Nun sind viele Menschen aber mehrheitlich im Kopf und haben oft praktisch keine Verbindung zu ihrem Körper – und damit zu ihren Gefühlen. Nicht zu ihrem Vorteil.

Jeder Gedanke, jede Situation hat ein Gefühl zur Folge. Oft sind wir uns dessen nicht bewusst. Der Körper aber speichert alles ab. Gedächtnis findet auch im Körper statt. Deshalb ist dieser ein sehr guter Ratgeber. Wenn wir ihn denn fragen würden.
Unser Leben besteht aus einem fortlaufenden Fluss von Entscheidungen. Täglich sind es zwischen 5000 und 6000. Auch wenn wir den Eindruck haben, dass wir oft auf Autopilot geschaltet sind und alles automatisch abläuft, steckt hinter jeder Handlung eine Entscheidung… Stehe ich morgens auf oder bleibe ich liegen, gehe ich nach dem Aufstehen zuerst ins Bad oder in die Küche und hole mir etwas zu trinken, setze ich mich beim Frühstück auf diesen oder jenen Stuhl – und auch wenn ich aus Gewohnheit schon seit Jahren auf demselben Stuhl sitze, braucht es doch jedes Mal eine Entscheidung, es wieder zu tun.

Der Gehirnforscher Antonio Damasio hat die Rolle von Gefühlen im Zusammenhang mit unseren Entscheidungsprozessen untersucht. Er hat herausgefunden, dass Gefühle und Körperempfindungen einen wichtigen Bestandteil von klugen Entscheidungen darstellen. Wir sprechen oft vom Bauchgefühl.
Wenn unser Körper alles speichert, so können wir ihn in Entscheidungssituationen fragen, was er zu einem bestimmten Thema meint. Er wird uns Antwort geben, entweder ein Ja oder ein Nein, je nachdem, welche Erfahrungen er dazu gespeichert hat. Ein Ja hat eine Entspannung zur Folge und ein Nein entsprechend eine Anspannung. Damasio spricht von Somatischen Markern.

Maja Storch schreibt in ihrem kleinen Buch Das Geheimnis kluger Entscheidungen. Von Bauchgefühl und Körpersignalen Die inneren Filme werden nun verglichen mit ähnlichen Situationen aus dem Pool der Erfahrungen, die ein Mensch in seinem emotionalen Erfahrungsgedächtnis gesammelt hat. Wenn eine vergleichbare Situation gefunden wurde, löst dies automatisch eine damit verbundene Bewertung aus. Diese Bewertung erfolgt jedoch nicht über den Verstand, sondern erfolgt biologisch: Die vorgestellten Szenarien rufen Körpersignale hervor.
Und ein paar Seiten später: Gefühle und Körpersignale stellen also für klares Denken keinen Störfaktor dar, sondern sind im Gegenteil ein wesentlicher Bestandteil kluger Entscheidungen.

Wollen wir im Leben erfolgreich sein – nicht nur im Beruf sondern zum Beispiel auch in unseren Beziehungen und in der Gesundheit – so tun wir gut daran, immer wieder innezuhalten und auf unseren Körper zu achten und auf das, was er uns meldet. Der Körper lügt nicht. Kann er gar nicht.

Dienstag, 10. Januar 2017

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Gelesen

Vermutlich nicht ganz zufällig bekam ich die Empfehlung, das Buch Das Drama im Mutterleib. Der verlorene Zwilling von Austermann und Austermann zu lesen.

Zusammen mit Esther Moser Büchel biete ich einen Prozess zur Auflösung von prägenden Lebensmustern an. In diesem Fall geht es um Muster, die während Schwangerschaft und Geburt entstehen (siehe den Flyer unten).

Nun gibt es Therapeuten – vor allem solche, die mit Familiensystemen arbeiten –  die immer wieder auf das Thema des verlorenen Zwillings stossen. Der überlebende Zwilling, der als Einzelkind zur Welt kommt, mag sich sein Leben lang einsam und traurig fühlen oder sogar an unergründlichen Schuldgefühlen leiden. In Systemaufstellungen kann es sein, dass sich ein zweites Kind ‚meldet‘. So ist es möglich, dass sein Verschwinden vertrauert werden kann und die negativen Gefühle des Überlebenden sich auflösen.
Wenn sehr früh während einer Schwangerschaft Ultraschallbilder gemacht werden, kann der Zwilling (manchmal sind es Mehrlinge) noch entdeckt werden. Man rechnet heute, dass in zehn Prozent aller Schwangerschaften ein Zwilling wieder verschwindet. ‚Meistens verschwindet der winzige Körper des verlorenen Zwillings auf immer unsichtbar in den Tiefen der Gebärmutter oder des Mutterkuchens, ohne äusserliche Spuren zu hinterlassen. Er wird vom Gewebe des Mutterkuchens absorbiert.‘
Auf die Frage, was ein Zwilling vom Anderen höre, antwortet der Spezialist für pränatale Medizin, Dr. Sartenaer: ‚Wenn sich zwei Embryonen eingenistet haben, hört der Eine den Anderen sehr früh, noch vor der 6. Schwangerschaftswoche. Er hört den Blutkreislauf des Anderen, noch bevor sein Herz anfängt zu schlagen.‘
Und an anderer Stelle sagt er: ‚Ich sehe bei grösseren Föten häufig im Ultraschall, dass einer den Arm um den Anderen legt. Überhaupt bewegen Embryonen und Föten sich sehr viel, lange bevor die Mutter es bemerkt.‘
Da man heute weiss, dass sich die Sinne sehr früh während der Schwangerschaft entwickeln, dass Gedächtnis in jeder Körperzelle (und nicht nur im Gehirn) stattfindet und es neben dem körpergebunden Gedächtnis auch ein Feldgedächtnis und ein ausserkörperliches Gedächtnis gibt, kann man sich denken, dass der überlebende Zwilling vom Anderen wissen muss. Auch nach der Geburt noch, wenn auch unbewusst im Zellgedächtnis.

Das Wissen um diese Tatsachen ist sehr wichtig, vor allem auch im Zusammenhang mit der künstlichen Befruchtung, wo die Zahl der Föten zum Beispiel wieder reduziert werden kann. Im Buch wird der Fall eines vierjährigen Mädchens beschrieben, das nach seinen frierenden Geschwistern fragte. Tatsächlich hatte das Mädchen noch eingefrorene Embryonen-Geschwister. Es kommen neue psychologische Themen auf uns zu!

Zwillinge können zweieiig oder eineiig sein. Im zweiten Fall kommt es vor, dass jedes eine eigene Fruchtblase hat, dass sie aber die Plazenta teilen. Es kann aber auch sein, dass sie sich sowohl Plazenta als auch Fruchtblase teilen. Die Autoren sagen dazu: ‚Es macht einen Unterschied in der Seele des Überlebenden, wie weit die Mutterkuchen und damit die Embryonen voneinander entfernt ihren Platz in der Gebärmutter finden. Dieses könnte neben dem Zeitpunkt des Todes eines der beiden, früh oder spät in der Schwangerschaft, auch erklären, warum der Verlust eines Zwillings von verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich erlebt wird.‘
Und auch weshalb die Art und Weise, wie sie später Beziehungen leben oder lieben anders ist.
Alle überlebenden Zwillinge lieben anders als Einlinge, die nie einen frühen Verlust erlebten, die deshalb die Bedürfnisse des Zwillings auch nicht nachvollziehen können, was zu grossen Missverständnissen in Partnerschaften führen kann.

Das Buch enthält viele Beispiele aus der langen Therapie-Praxis der Autoren; es ist gut zu lesen und sehr interessant.

Hier die Informationen zum Prozess Auflösen von prägenden Lebensmustern

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Dienstag, 03. Januar 2017

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Wieder im Land

Da bin ich wieder. Aus Indien zurück. Zwar erkältet wie schon lange nicht mehr (die Klimaanlagen sind wahre Virusschleudern..), aber um viele schöne Erfahrungen reicher und mit grosser Vorfreude auf das, was die Zukunft bringt.
Das Foto zeigt einen Ausschnitt des Himmels über dem Campus der Oneness University. Es sind Orbs, Lichtwesen. Ich habe schon viele Bilder von Orbs gesehen – aber noch nie welche, auf denen sie gelacht haben. Wahrscheinlich hatten sie so viel Freude an den Menschen auf dem Campus, die den Kurs mitmachten. Eines dessen Ziele war es nämlich, grundlose Freude zu erfahren. Teilnehmerinnen, die in diesen Zustand kamen, begannen sich auszuschütten vor lachen, prusteten los, kugelten sich vor Freude, die tief aus ihrem Inneren aufstieg. So wie bei kleinen Kindern, die sich noch ganz einfach freuen und loslachen können, wo wir uns manchmal fragen, was denn so lustig sei. Bis auch sie eingespurt sind aufs Gleis mit Namen: Ernst des Lebens / Das Leben ist kein Zuckerschlecken / Ohne Fleiss kein Preis / Zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen – und wie die Programme sonst noch alle heissen, die einem das Lachen vergehen lassen.
Wenn wir es schaffen, diese destruktiven Programme wieder zu löschen und verdrängte Emotionen aus unserem Energiesystem zu entlassen, dann kommt das Lachen von alleine zurück. Es gehört zu uns. Wir Menschen sind eigentlich nicht angelegt, uns am Leben abzuschleppen. Leider haben wir das vor längerer Zeit vergessen. So weit, dass uns Leute, die oft (und auch noch laut) lachen, suspekt sind. Verkehrte Welt.

Über Orbs kann man so einiges im Netz lesen. Es gibt auch Bücher zum Thema. Wer nicht an Wesen aus Licht glaubt, erklärt das Phänomen, das zusammen mit den Digitalkameras aufgetaucht ist, mit aufgewirbelten Staubpartikeln. Schön, dass der Staub auch lachen kann.
Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie eine Frau auf dem Campus einen Orb filmte. Ich sah auf dem Display der Kamera, was vor sich ging. Sie sprach mit ihm, rief ihn näher heran, bat ihn, grösser zu werden oder kleiner – und das alles tat er. Während Minuten. Versuchen Sie das einmal mit Staubkörnern. Man kann ja versuchen, alles rational zu erklären. Man nimmt dem Leben dann halt seinen Zauber. Und verhindert, dass man über den Tellerrand des (zum momentanen Zeitpunkt) rational Erklärbaren hinausschauen kann. Was zum Beispiel gute Wissenschafter tunlichst vermeiden.

Im Vortrag vom 19. Januar spreche ich u. a. über verdrängte Emotionen, die uns das Lachen vergehen lassen. Und über Möglichkeiten, uns davon zu befreien. Befreite Menschen sind offene, neugierige Menschen, denen Orbs nicht gleich suspekt und mit Staubpartikeln abzutun sind. Sie können sich wundern und freuen und die Dinge nehmen, wie sie sind. Und auch darüber lachen.

Hier finden Sie den Flyer zum Vortag

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Dienstag, 27. Dezember 2016

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Auch ich bin mal weg

Mein Weihnachtsgeschenk an mich ist die Weiterbildung an der Oneness University in Südinien. Dort geht es nicht um die Aneignung von intellektuellem Wissen (obwohl auch dies geschieht) sondern um das Auflösen von Schichten, die unseren inneren Kern verdecken und uns in Illusionen gefangen halten.

Der Mensch ist angelegt wie eine Zwiebel; Schicht um Schicht liegt über unserem SELBST. Altes, Verdrängtes, Verletzungen – ganz viele Ängste, die sich manchmal wie ein Panzer oder ein grosses Gewicht anfühlen, an dem wir uns abschleppen.
Schichtenablegen kann ebenfalls Angst auslösen; oft möchten wir ja eine Veränderung und dabei doch dieselben bleiben. Ins Ungewisse zu gehen macht Angst und führt zu Widerstand, der wiederum schmerzhaft ist.
Sobald die ersten Schichten aber verschwunden sind, wird die Erleichterung deutlich spürbar und damit ein Zuwachs an Lebensfreude und Vertrauen ins Leben. So kommt es dann, dass man mit dem Zwiebelschälen gar nicht mehr aufhören mag. Es kommt immer besser! Und deshalb bin ich mal wieder weg.

Pünktlich zu Weihnachten komme ich zurück. Nach drei Wochen Flipflops in die Winterstiefel. Das Mehrgewicht an den Füssen wird die Erleichterung, die ich in der Zwischenzeit erfahren habe, aber längst nicht aufwiegen. Das weiss ich aus Erfahrung ganz genau.

Ich freue mich, dann ab Januar – erleichtert – eine neue Runde Meditationsabende zu leiten und einen weiteren Vortrag zu halten, ab Ende Januar für ein Semester im Gymnasium Appenzell wieder Psychologie zu unterrichten – und in meinen Zielräumen Menschen dabei zu begleiten, Schicht um Schicht zu sich selbst zu kommen.

Sonntag, 27. November 2016

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Im Auge des Orkans

Wir leben in einer Angstkultur. Überversichert, angeschnallt, die Kinder kommen mit einem Helm zur Welt (so scheint es), bestens orientiert über all die Schrecken rund um den Globus. Wir alle tragen zu dieser grossen Angst bei durch unsere privaten Ängste. Jeder Mensch hat Angst. Sonst sei er entweder erleuchtet oder schwer gestört, sagt OM C. Parkin in seinem Buch ‚Angst. Die Flucht aus der Wirklichkeit‘. Er selbst ist erleuchtet. Nach einem schweren Autounfall lag er lange Zeit im Koma und als er erwachte, war sein Ego weg, er war eins mit allem, was ist. Und ziemlich verwirrt. Zwei spirituelle Lehrer halfen ihm dann, sich wieder zu ordnen, und seither wirkt er selbst als spiritueller Lehrer und schreibt Bücher.

Wenn wir wirklich etwas über Angst wissen wollen, dann sollten wir sein Buch lesen. Es sind nur knapp 170 Seiten, also machbar. Es zeigt auf, dass das, was wir meistens als Angst bezeichnen, gar nicht die eigentliche Angst ist. Es ist nur die Angst vor der Angst.
Parkin vergleicht die Angst mit einem Hurrikan, der mit seiner Gewalt und Zentrifugalkraft uns alle aus dem Zentrum schleudert. Draussen an der Peripherie ist es ruhiger – und damit wir die Angst nicht mehr spüren müssen, wenden wir unterschiedliche Strategien an: die einen arbeiten sehr viel und rennen der Karriere und dem Geld nach; die anderen (über-) treiben Sport, so dass sie nichts mehr spüren müssen; manche flüchten in Süchte; und ein grosser Teil macht mit bei Fun und Beschäftigungen jeglicher Art, dazu gehören auch das Diskutieren ohne Ende und das Rationalisieren im Glauben, wir könnten unsere Angst wegreden.  All das hält uns an der Oberfläche, oberflächlich, scheinbar weit weg von der Angst. Die natürlich im Untergrund weiter wirkt.
So wie im Zentrum des Hurrikans, im Auge des Orkans, Stille herrscht, so herrscht Stille tief in uns, wenn wir den Mut aufbringen, an diesen Ort zu gehen.

Die Übung ist: Die Angst nicht fliehen, keine Ausweichmanöver, keine Ausrede. Ganz in die Angst gehen. Sie vollkommen zulassen und aushalten, egal, wie schlimm wir sie empfinden. Dabei bleiben, bleiben, bleiben; nicht wegdrücken; fühlen. Und – oh Wunder – es kommt der Moment, wo sie sich auflöst und Stille ist und sogar eine innere Freude. Eine andere Lösung gibt es nicht.
Das habe ich nicht nur gelesen, das habe ich erfahren. Es ist dieselbe Übung, die ich an den Kursen, die ich seit Jahren in Indien besuche, gelernt und angewandt habe. Ich hatte sehr grosse Ängste, oft Panik in der Nacht, ein furchtbares Gefühl, das mich total überschwemmte. Ich habe nie Medikamente genommen, das kam mir gar nicht in den Sinn. Es war die Übung, die mir geholfen hat.

Montag, 14. November 2016

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Houmschtori 5

Vor einigen Tagen hat mir ein ehemaliger Schulkollege das Foto unserer Kindergartenklasse geschickt. Ich sitze in der zweiten Reihe, die zweite von links. In derselben Reihe, die dritte von links, ist Kinzom. Sie kam 1961 zusammen mit einigen tibetischen Familien in unser Dorf. Die Flüchtlinge lebten im Tibeterhaus, mitten im Ort. Ich erinnere mich gut an ihre Ankunft; wir standen am Strassenrand und winkten mit kleinen Fähnchen. Jahre später noch lief eine ältere Frau in tibetischer Tracht mit ihrer Gebetsmühle rund ums Dorf. Vieles ist möglich im Appenzellerland. Wohl aus dieser Zeit stammte meine Sehnsucht, in den Himalaya und nach Tibet zu reisen. Ich habe die Reise bis jetzt drei Mal unternommen.

Auch vor ein paar Tagen nahm ich das Buch ‚Unterwegs in die nächste Dimension‘ von Clemens Kuby wieder in die Hand. Er erzählt darin, wie er nach einem Sturz vom Dach querschnittgelähmt war und allein mithilfe seines Geistes wieder gesund wurde. Während seiner langen Krankheit hatte er sich vorgenommen, an einen Ort zu reisen, an dem es keine Strassen, keine Elektrizität, keinen Tourismus, kein weisses Mehl und keinen weissen Zucker gab. Er hatte keine Ahnung, wie er auf diese Kriterien gekommen war. Aber ein Freund verriet ihm, dass Ladakh so ein Land sei. Als Kuby tatsächlich 1985 nach Ladakh reiste, um dort einen Dokumentarfilm zu drehen, traf er auf den Dalai Lama – von dem er bis dahin nicht viel gewusst hatte – und blieb acht Tage mit ihm zusammen.
Kuby wollte später einen Film zum Thema Reinkarnation machen und zwar einen, in welchem man die Person vor ihrem Tod und ebenfalls ihre Reinkarnation sehen konnte. Und wieder hatte er ‚Glück‘. Er drehte einen Film über die Wiedergeburt des Karmapa, das Oberhaupt der tibetischen Kagypa-Schule, die seit 800 Jahren besteht. Der Film ist auf Youtube zu sehen: ‚Living Buddha‘. Er zeigt den 16. Karmapa, der auf einer Reise durch die USA in Chicago verstarb, und den 17. Karmapa, den die Mönche, die sich auf die Suche nach ihm machten, im Osten von Tibet fanden.
Jedes Mal, wenn ich einen Film über Tibet sehe, bin ich tief beeindruckt von den Menschen dort, die in wahrlich schwierigen klimatischen Verhältnissen (von den politischen nicht zu reden) leben. Da, wo Karmapa geboren worden ist, herrschen Temperaturen von minus 40 Grad in der Nacht und plus 40 tagsüber. Die Landschaften sind atemberaubend und ehrfurchtgebietend.
Ich habe auf meinen Reisen nur einen kleinen Teil von Tibet gesehen. Was mir als Bild immer in Erinnerung bleibt, ist die Sicht über den heiligen See Nam Tso auf die weisse Kette des Ningchen Tangla. Wenn ich daran denke, laufen mir jedes Mal kalte Schauer über den Rücken.

Es ist eindrücklich, was eine Kinderbegegnung bewirken kann. Kinzom und ich besuchten zusammen noch die erste Klasse. Wir sassen auch in derselben Bank. Sie schwarzhaarig und ich mit weissblondem Haar. Das hat den Erwachsenen gefallen, daran kann ich mich noch gut erinnern. Wir wurden auch fotografiert; das Foto steckt in meinem Album.

Montag, 07. November 2016

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Die Sprache der Gefühle

Bei der Vorbereitung zu meinem Vortrag ‚Die Sprache der Gefühle‘ bin ich in OM C. Parkins Buch ‚Angst  Die Flucht aus der Wirklichkeit‘ wieder auf Watzlawicks berühmte ‚Geschichte mit dem Hammer‘ gestossen.
Darin wird auf humorvolle Weise beschrieben, wie ein Mann seine eigene Wut und Feindseligkeit, die er selbst nicht spüren kann oder will, nach aussen projiziert.

‚Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, aber nicht den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschliesst er, hinüber zu gehen und ihn auszuborgen. Doch da kommen ihm Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüsste er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgetäuscht und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich auch noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloss weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er ‚Guten Tag‘ sagen kann, schreit ihn der Mann an: ‚Behalten Sie ihren Hammer für sich, Sie Rüpel!‘  

Sehen wir da in einen Spiegel? Wie oft erwischen wir uns dabei, dass wir im Kopf mit jemandem sprechen, schimpfen, argumentieren – und dabei in Wut geraten, ärgerlich werden? Kopfkino. Oft negativ. Und manchmal in einer Endlosschlaufe. Begegnen wir in diesem Moment jemandem, kann es  sein, dass dieser einen Teil von unserer Negativität abbekommt. Dass wir ungeduldig sind, bauzen, schnauzen. Und der andere nicht versteht, was mit uns los ist.

Das Umgekehrte kann natürlich auch geschehen: es geht uns gut, wir sind verliebt (in einen Menschen oder ins Leben), wir strahlen und sehen die Welt in den buntesten Farben. Glücklich derjenige, der uns jetzt begegnet. Auch er oder sie wird etwas von unserer Freude abbekommen.

Und in beiden Fällen sind wir für das, was uns entgegenkommt, verantwortlich. Wir haben es nach aussen projiziert. Wir machen den Film. Von A bis Z.

Hier finden Sie den Flyer zu meinem Vortrag ‚Die Sprache der Gefühle‘ vom 19. Januar 2017

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Sonntag, 30. Oktober 2016

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Die Sprache der Gefühle

Währende meines letzten Vortrags wurde ich von einer Zuhörerin gefragt, weshalb es denn mehr negative als positive Emotionen gebe. Gute Frage!  Entwicklungspsychologisch ist es so zu erklären, dass es für das Überleben des Menschen (vor allem in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte oder auch als Säugling und Kleinkind) wichtig ist, Gefahren schnell zu erkennen – und das tut der Körper und macht Mitteilung über eine Emotion. Ein kleines Kind zum Beispiel kann nur über die Emotion Ekel und den entsprechenden Gesichtsausdruck mitteilen, dass es etwas nicht essen oder trinken will.

Es lässt sich aber auch sagen, dass hinter jeder negativen Emotion schlussendlich Angst steht. Dass es also nur eine einzige negative Emotion gibt. Angst sichert unser physisches Überleben. Und dem modernen Menschen scheinbar auch das psychische.
Hass zum Beispiel ist die Angst dominiert oder vernichtet zu werden.
Eifersucht ist die Angst, in einem Wettbewerb irgendwelcher Art überholt und ausgestochen zu werden.
Schuldgefühl ist die Angst, das gute Bild, das man von sich selbst hat, zu verlieren.
Verletztheit ist die Angst, die Zuneigung einer anderen Person zu verlieren, zurückgewiesen zu werden.
Trauer ist die Angst vor dem Alleinsein, jemanden oder etwas loszulassen.

Wir sehen doch jetzt schon, dass alle diese Ängste Illusion sind. Wir sind nicht in unserer Existenz bedroht. Und doch besteht ein negatives Gefühl, zeigt uns der Körper deutlich ein Unbehagen.

Wenn wir es schaffen, dabei ganz bewusst zu sein und bei diesem Gefühl zu bleiben und es nicht zu verdrängen – wie wir dies meist tun, indem wir uns ganz schnell etwas anderem zuwenden oder es zerreden oder zudecken – wenn wir einfach bei unserer Beobachtung bleiben, dann kann sich das Gefühl nach einiger Zeit auflösen. Leider lernen wir meistens schon als kleine Kinder, dass wir unsere negativen Emotionen nicht ausleben können/sollen, dass dies unerwünscht ist. So bekommt ein kleines Kind ganz schnell etwas in den Mund, wenn es schreit oder weint: den Nuggi, ein Guezli, den Schoppen. Oder es wird auf eine andere Art ruhig gestellt.

Wenn wir die negative Emotion verdrängen oder verdrängen müssen, bleibt sie in unserem Energiesystem bestehen und wirkt unbewusst weiter. Die meisten unserer körperlichen und psychischen Probleme sind auf verdrängte Gefühle – Ängste – zurückzuführen. Dies sagt auch Dr. Bradley Nelson in seinem Buch DER EMOTIONS-CODE. Festsitzende Emotionen schwächen das Immunsystem und machend den Körper anfälliger für Krankheiten. Er listet auf Seite 31 Beschwerden und Krankheiten auf, bei denen er eingelagerte Emotionen als Teil- oder Hauptursacht ausfindig gemacht hat:
ADHS, Albträume, Allergien, Asthma, Augenschmerzen, Bauchschmerzen, Brustschmerzen, Chronische Müdigkeit/CFS, Colitis ulcerosa, Depressionen, Diabetes mellitus, Facialsparese, Fibromyalgie, Frigidität, Gelenkschmerzen, Hüftschmerzen, Hypoglykämie-Neigung, Impotenz, Karpaltunnelsyndrom, Knieschmerzen, Kopfschmerzen/Migräne, Krebserkrankungen aller Art, Lernschwäche/Legasthenie, Lupus erythematodes, Morbus Crohn, Morbus Parkinson, MS, Nackenschmerzen, Nebenhöhlenentzündungen, Panikattacken, Phobien, Reizdarm, Rückenschmerzen/Hexenschuss, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Schlafstörungen, Schulterschmerzen, Schwindel, Sodbrennen/Reflux, Tennisellbogen, Unfruchtbarkeit, Verstopfung.
Der Untertitle des Buches heisst: So werden Sie krankmachende Emotionen los. Laut Bradley Nelson ist dies nicht schwer.

Khalil Gibran sagt: Euer Körper ist die Harfe eurer Seele. Es ist an euch, ihm süsse Musik zu entlocken oder wirre Töne.
Wir tragen die Verantwortung.

Am 19. Januar 2017 halte ich einen Vortrag zum Thema Die Sprache der Gefühle
Um 19.30 Uhr im Foyer des Gymnasiums Appenzell

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Montag, 24. Oktober 2016

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Innenansicht 25

Das Bild steht für viele andere und auch für Schaufensterauslagen. Gegenstände, die alle in die Küche, ins Bad oder ins Arbeitszimmer gehören, werden – assortiert nach bestimmten Farben – wohlgeordnet präsentiert. Meistens in der Mehrzahl.
Scheinbar spricht diese Art der Darstellung die Menschen an. Mindestens zur Zeit.
Was in uns wird angesprochen?
Zwei Grundbedürfnisse unseres kleinen selbst:
Ordnung und Übersicht – sie geben das Gefühl von Sicherheit.
Vielfalt und Abwechslung – das kleine selbst langweilt sich schnell.

Kaufen wir eins dieser Dinge und packen es zu Hause aus, wirkt es weniger interessant. Manchmal merken wir, dass wir es gar nicht bräuchten. Wir haben uns ‚erwischen lassen‘. Das Gesamtbild hatte es uns angetan und nicht der einzelne Gegenstand, der für sich allein vielleicht gar nicht so besonders ist.

Es gilt also die Fähigkeit zu entwickeln, Abstand nehmen zu können vom momentanen Bild – und dem Gefühl, das von ihm ausgelöst wird – und sich zu fragen, was im Augenblick nun wichtig sei: die Freude am Bild oder das Haben-wollen. Wenn wir etwas haben müssen, entscheiden wir ja bereits zu Hause, den Gegenstand zu kaufen.

Es ist gar nicht so einfach: offen zu sein für schöne Bilder und sich nicht verleiten zu lassen, ein Bild – das so nie zu haben ist – besitzen zu wollen. Gelingt uns das nicht, verstopfen die Bildteile, die wir nach Hause getragen haben, unsere Schränke, Regale und bald den Estrich und den Keller. Und wandern eines Tages ins Brockenhaus oder in den Abfallsack.

Montag, 17. Oktober 2016

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Innenansicht 24

Je länger ich lebe, desto schwerer fällt es mir, starke Emotionen voneinander zu unterscheiden. Sie fliessen alle ineinander. Je länger ich lebe, desto leichter fällt es mir jedoch, zwischen Fühlen und Nichtfühlen zu unterscheiden. Denn das scheint das einzig Wichtige zu sein. Nicht fühlend bleibe ich aussen vor, erscheint die Welt schwarz und weiss und ich werde zu einem trockenen grauen Schatten. Nur fühlend bleibe ich im Geschehen, halte ich die Farben feucht.
(Ankommen im JETZT!, Mark Nepo, KOHA)

Ich bin bei den Vorbereitungen für meinen neuen Vortrag ‚Die Sprache der Gefühle‘, den ich am 19. Januar 2017 um 19 30 Uhr im Foyer des Gymnasiums Appenzell halten werde.

Wie wichtig unsere Gefühle sind, habe ich bereits gewusst (sonst hätte ich diesen Vortrag nicht angesagt…). Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, desto klarer wird aber, WIE wichtig die Gefühle und unser Wissen darüber und der Umgang damit sind! So wichtig, dass ich meine, man müsste in den Schulen darüber lehren und mit den Kindern und Jugendlichen üben.
Die schulische Intelligenz trägt schlussendlich zu etwa 20 % zu unserem Lebenserfolg bei – über den Rest bestimmen die emotionale und damit auch die soziale Intelligenz. Untersuchungen haben gezeigt, dass die besten Schul- und Universitäts-Abgängerinnen oft nicht die höchsten Posten belegen. Es sind eher jene mit einem mittleren Notendurchschnitt, die mit ihren Gefühlen gut umgehen und sich in andere Menschen hineinversetzen können.
Die steinharten Topmanager gehören wieder in eine andere Kategorie. Arno Gruen sagte in einem Fernsehinterview, dass die Uni St. Gallen in einer Studie festgestellt habe, dass diese viel weniger Empathie besässen als eine Gruppe von kriminellen Psychopathen, die im Gefängnis sitzen.

Sind wir mit unseren Gefühlen nicht verbunden, hat dies tiefgreifende Auswirkungen:
Wir leiden an Gleichgültigkeit und Interesselosigkeit (was im obigen Fall vermutlich durch Ehrgeiz ersetzt wird).
Wir zeigen Verhaltensweisen, die für uns selbst und für die Mitmenschen riskant sind.
Wir leiden unter Störungen des Gedächtnisses und der Urteilsfähigkeit.
Wir zeigen unangemessenes Verhalten in der Gesellschaft und leiden an Beziehungsstörungen.
(aus: Die Macht der Emotionen, Christophe André und François Lelord)

Wie Mark Nepo oben schreibt – wir bleiben aussen vor und sehen alles nur schwarz und weiss. Die Farben auf der Palette, die uns zur Verfügung stehen würden, vertrocknen ungebraucht. Unser Leben ist dann kein Leben.

Samstag, 08. Oktober 2016

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Gelesen

UnORTHODOX von Deborah Feldman. Eine Freundin hat mir das Buch ausgeliehen, und ich wenigen Tagen war ich durch. Es ist die Geschichte einer Jüdin aus Williamsburg, einem Stadtteil von Brooklyn, New York. Die Geschichte der Autorin. In ihrem Bewerbungsschreiben für eine Hochschule, die sie als junge Mutter heimlich besuchen möchte, schreibt sie, dass sie etwas erreichen wolle, mit dem sie ihren Stempel auf dieser Welt zurücklasse, ein kratergrosses Loch.
Das ist ihr mit ihrem ersten Buch wohl gelungen. Sie hat sich aus ihrer Vergangenheit in der ultraorthodoxen Sekte der satmarer Chassiden herausgeschrieben und lebt heute mit ihrem nun zehnjährigen Sohn in Berlin.
Bevor dies geschehen konnte, hatte sie jahrelang von einem Leben in Freiheit geträumt, hatte begonnen, sich innerlich von ihrer Welt, ihrer Familie und ihrem Mann, mit dem sie als Siebzehnjährige verheiratet worden war, zu lösen. Die eigentliche Loslösung, so schreibt sie am Ende des Buches, sei mit einem Autounfall geschehen. Ihr Auto kam vom Highway ab, überschlug sich und blieb total zusammengestaucht auf dem Dach liegen. Feldman kroch unverletzt wie aus einem Kokon heraus in ein neues Leben. Der Unfall geschah am 09.09.09 – Jahre vorher hatte ihr ein Kabbalist gesagt, die 9 sei ihre Glückszahl, sie solle darauf achten.
Deborah Feldman beschreibt, wie sie bei ihren Grosseltern aufwächst; niemand sagt ihr, weshalb ihre Eltern sie verlassen hatten. Ihre Welt ist klein und strikt reglementiert. Augen und Ohren sind überall. Aber schon als kleines Mädchen sucht sie Freiräume, geht als Jugendliche heimlich in die Bibliothek und leiht sich verbotene englische Bücher aus, die sie zu Hause verstecken muss, und hört weltliche Musik.
Der Körper bleibt ihr ein Geheimnis, nie hat sie den Blick gesenkt und geschaut, wie sie ‚da unten‘ aussieht. Sie ist – wie alle Mädchen in ihrer Gemeinschaft – nicht auf das Frausein und Sexualität vorbereitet (obwohl sie kurz vor der Heirat wie ihr zukünftiger Ehemann auch einen Heiratskurs absolvieren muss) und erlebt so viel Leid. Sie erzählt offen und unaufgeregt. Man muss sich in ihre Welt hineindenken und -fühlen, um irgendwie begreifen zu können, wie so ein Leben funktioniert, in dem es so viele Gebote und Verbote gibt.
Später entdeckt Deborah Feldman, dass auch die Mädchen aus ’normalen‘ Familien nicht so frei waren, wie sie geglaubt hatte. Auch diese waren den Vorstellungen und Regeln ihrer jeweiligen Gesellschaftsschicht unterworfen. Weniger offensichtlich, da die Kleider- und Benimmvorschriften unorthodoxer waren.

Und so sind wir alle geprägt durch unsere Herkunft. Es ist ein ganzes Stück Arbeit, diejenige oder derjenige zu werden, die oder der man eigentlich ist. Es ist ein Abenteuer. Jenes von Deborah Feldman war ein grosses; nicht alle müssen so viel hinter sich lassen, wenn sie ihr eigenes Leben leben wollen. Das Buch dieser mutigen Frau zeigt, dass man es aber auch dann schaffen kann.

Die meisten Prägungen geschehen während der Schwangerschaft und der Geburt. In dieser Zeit werden unbewusste Programme gebildet, die unser ganzes Leben dirigieren und manchmal nicht förderlich sind. Es ist möglich, in Prozessarbeit diese Lebensmuster zu erkennen, zu erfühlen und aufzulösen – und anschliessend neue Programme zu installieren. Zusammen mit Esther Moser Büchel habe ich dieses Jahr zwei solche Prozesse mit jeweils grösseren Gruppe durchgeführt. Auch im kommenden Jahr bieten wir diese Möglichkeit wieder an:
am 11. Februar 2017 und am 6. Mai 2017. Genauere Angaben finden Sie auf dem Flyer weiter unten.
Es ist nicht möglich, in einem einzigen Prozess alle uns beengenden Programme, zu aufzulösen. Sie haben sich ja auch nicht alle auf einmal gebildet. Wir sind wie eine Zwiebel angelegt: Schicht um Schicht können wir durcharbeiten. Dazwischen brauchen unsere Psyche und unser Körper immer wieder Zeit, um das Neue zu integrieren.

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Sonntag, 02. Oktober 2016

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Über den Fluss

Was einem im ’normalen‘ Leben nicht oder nur schwer verziehen wird: die Seite wechseln. Wo man dies aber ungestört tun darf (manche andere bemerken es gar nicht oder verdrehen halt die Augen oder schütteln den Kopf): beim Lebensfluss. Die Welt sieht gleich ganz anders aus. Und vielleicht ist der Einstieg ins Wasser jetzt einfacher und das Losschwimmen leichter.
Siehe Beitrag Innenansicht 23 vom 16.9.2016.

Wo man die Seite auch wechseln darf (für Fr. 1.60): in Basel. Mit einer der vier Fähren über den Rhein. Am letzten Sonntag habe ich das auf der ‚Wild Maa‘ zweimal getan. Seit 1894 fährt sie, an einem Seil angebunden, dank der Strömung hin und her über den Fluss.
Auf der einen Seite die Jugendherberge, in der ich zusammen mit drei Freundinnen – wir kennen uns seit 45 Jahren und treffen uns seit damals regelmässig – zweimal übernachtet habe. Auf der anderen Seite das Tinguely-Museum, das wir gemeinsam besucht, uns grossartig amüsiert und viel gelacht haben. Was nicht ausschliesst, dass uns einige der Maschinen auch nachdenklich haben werden lassen, Vergänglichkeit und Tod sind bei Tinguely allgegenwärtig.

Die Seite wechseln. Die Perspektive verändern. Den Horizont erweitern. Aus der Box heraustreten. Die Brille putzen. Den Rahmen erweitern. Etc.

Wo dies besonders heilsam ist: In Beziehungen. Vor allem in einer Konfliktsituation, wo man nun überhaupt nicht versteht, weshalb der andere/die andere gerade so reagiert, gerade dies sagt oder glaubt. Wo man verärgert, beleidigt, wütend oder zornig ist. In so einer Situation ist es eine sehr gute Übung, in die Schuhe des anderen/der anderen zu stehen und die Sache von der jener Seite her zu betrachten. Verzeihen kann erst geschehen, wenn man auch die Sicht des Gegenübers erfährt, seine Emotionen, seine Verletzung.

Wenn dies geschieht, wird der eigene Lebensfluss gleich breiter und tiefer und die Reise angenehmer und leichter.

Sonntag, 25. September 2016

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Innenansicht 23

Wir alle sind im Lebensfluss – oder stehen an dessen Ufer und schauen dem Wasser zu… Er kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Und ob wir’s glauben oder nicht: er ist unsere eigene Kreation, unsere Wahl.

Er kann daherkommen wie ein Bergbach mit vielen Steinen und kantigen Felsbrocken in seinem Bett, die das Wasser zu Umwegen und Strudeln zwingen. Plötzlich stürzt es wieder einige Meter tiefer, fliesst dann ruhig durch ein kleines Becken, bevor es weiterstürmt.
Unser Lebensfluss ist vielleicht ein kleines Bächlein, das sich durch die Wiesen schlängelt, manchmal verdeckt von hohem Gras oder Büschen, die an seinem Ufer wachsen. Und wenn es längere Zeit nicht regnet, kommt es nur als kleines Rinnsal daher.
Er kann sich als grösserer Bach durch unser Leben ziehen oder schon als Fluss, in dem man schwimmen kann oder auf dem vielleicht sogar Boote fahren. Weithin sichtbar, hörbar, die Landschaft prägend, viel Wasser mit sich bringend.
Und da gibt es noch den Strom, breit und mächtig und ruhig, mit grossen Wassermassen.

Wie zeigt sich unsere Lebensfluss? Sind wir zufrieden so? Glauben wir daran, dass wir weiterziehen können in eine andere Lebenslandschaft, wenn wir es denn wünschen, wo sich das Wasser anders zeigt?
Lassen wir uns vom Wasser tragen? Schwimmen wir mit oder gegen den Strom? Sitzen wir auf einem Stein oder einer kleinen Insel und wagen den Sprung ins Wasser nicht? Netzen wir vielleicht nur die Zehen und finden das Wasser zu nass? Lassen wir uns treiben und haben Spass, der vorbeiziehenden Landschaft zuzusehen? Geniessen wir die Reise oder geht sie uns zu schnell? Sind zu viele Steine im Weg oder ist das Wasser zu wenig tief? Fällt uns die Reise einfach oder kostet sie uns Kraft?

Wie gesagt: wir haben die Wahl. Wir können weiterziehen oder uns vom Wasser in eine andere Gegend tragen lassen.

Andere Landschaften erreichen wir, wenn wir erst einmal jene AKZEPTIEREN, in der wir gerade sind. Erst dann ist es möglich, die Reise fortzusetzen – konstruktive Gedanken wählen und beengende Glaubenssätze loslassen. In tieferes Wasser gelangen wir durch tieferes Atmen. Jeden Morgen sieben Minuten tief (wirklich tief und langsam!) atmen verändert über die Wochen und Monate buchstäblich das Leben. Noch besser: wir wiederholen dies am Abend.
Die Atmung ist die einzige Körperfunktion, die wir gezielt kontrollieren können. Wenn wir tief und ruhig atmen, regt dies den Parasympathikus an, jenes System, das den Körper beruhigt. Der Herzschlag wird langsamer, der Blutdruck sinkt.
Und wie immer bei solchen Unternehmungen sind Achtsamkeit, Geduld und Ausdauer wichtig.

Freitag, 16. September 2016

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Gelesen

Während den Vorarbeiten zu meinem neuen Vortrag DIE SPRACHE DER GEFÜHLE bin ich auf Maike van den Booms Buch ‚Wo geht’s denn hier zu Glück?‘ gestossen. Darin beschreibt sie ihre Reise durch 13 Länder, die zu den glücklichsten der Welt gehören und was sie von den Menschen dort – die ja Experten im Glücklichsein sind – erfahren hat. Sie war in Island, Norwegen, Costa Rica, Dänemark, Schweden, in der Schweiz, in Finnland, Kanada, Australien, Panama, Luxemburg, Mexiko und Kolumbien. Es gibt verschiedene Umfragen zum Glück und die Rangliste variiert jeweils etwas; aber es sind immer dieselben Länder ganz vorne mit dabei.

Glück lässt sie zu Beginn durch den australischen Glücksforscher Professor Robert Cummins definieren: Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Glücksgefühlen – zufällig, intensiv, und vergänglich – und einer Glücksstimmung. Diese Grundstimmung ist eine dauerhafte, der Persönlichkeit zugehörige Eigenschaft des sich im Geiste und Herzen Gutfühlens.

In Mexiko sagt ihr eine Frau: Wir sind auf diese Welt gekommen, um glücklich zu sein, und das Glück befindet sich in uns. Du musst es nicht in materiellen Dingen, in Erfolgen, in Eroberungen suchen. Das Erste, was wir erobern müssen, ist unser Geist und unser Herz. Wenn uns das gelingt, sind wie glücklich. Das Glück befindet sich im Herz.
So sehe und erlebe ich das auch. Und sage und schreibe es ja auch immer wieder.

In Australien hört van den Boom von einer Wissenschafterin, dass geistige Gesundheit wie auch die körperliche Gesundheit Training brauche. Auch für das Glück müsse man sich anstrengen.
Untersuchungen haben ergeben, dass Disziplin die Lebenszufriedenheit steigert. Disziplin in diesem Fall ist nichts weiter als die Fähigkeit, sich zu merken, was man will. Und sein Leben dementsprechend konsequent zu führen. So kann man sich zum Beispiel dafür entscheiden, dass man nicht jede (Unglücks-)Nachricht zu kennen braucht. Und auch viele andere Informationen einen nicht weiterbringen. Man lässt sich nicht dauerberieseln, sondern entscheidet bewusst, wann man welche Informationen haben möchte.

In Island gibt’s eine Regierungsvertreterin, die zuständig ist für das Glück der BürgerInnen. Sie sagt: Ich frage ausländische Zuhörer meiner Vorträge immer: Wer von Ihnen möchte glücklich sein? Wer setzt sich in seinem Leben Ziele? Wer hat sich zum Ziel gesetzt, glücklich zu sein? Und dann hat sich das niemand zum Ziel gesetzt!

Würde man sich dieses Ziel setzen, bräuchte es Selbstdisziplin, um es zu verfolgen. Siehe oben.

Van den Boom hat auch den berühmten Neurobiologen Gerald Hüther in Göttingen besucht, um sich von ihm das mit dem Glück ebenfalls noch erklären zu lassen: Das Gehirn mag es am liebsten, wenn es so wenig Energie wie möglich braucht. Und dies ist der Fall, wenn unser Denken, Fühlen und Handeln eine Einheit bilden, wenn dort oben alles zusammenpasst. Und etwas später: Je häufiger wie etwas erleben, was uns unter die Haut geht, desto mehr trainieren wir unser Gehirn. Wir bauen unser Gehirn also quasi selber auf durch unsere Erfahrungen, die wir machen, für die wir selbst sorgen.

Also noch einmal: bewusste Ziele setzen, Selbstdisziplin üben und Dinge tun, die einem positiv unter die Haut gehen, ein gutes Gefühl geben.

Was die Menschen auf die Frage, weshalb sie glücklich seien, in allen Ländern immer wieder antworten: die Familie, Freunde, Vertrauen, die Freiheit, das zu tun, was man tun möchte. Ein mexikanischer Professor formuliert es so: Unsere Forschung hat ergeben, dass es im Grunde zwei grosse Glücksaspekte gibt, und die haben nichts mit dem Bruttosozialprodukt zu tun. Es sind die zwischenmenschlichen Beziehungen und die freie Zeit, die Menschen zur Verfügung haben. Die Herzlichkeit der menschlichen Beziehungen. Die Möglichkeit zu haben, mit Freunden zu plaudern, befriedigende Liebesbeziehungen zu unterhalten, Zeit mit der Familie zu verbringen. All das ist wichtig im täglichen Leben.

Ein Glücksforscher in Kanada sagt, dass laut Untersuchungen Beziehungen einen fünfmal höheren Einfluss auf Glück und Lebenszufriedenheit hätten als das Einkommen. Und Gerald Hüther bestätigt: Glücklich sind Menschen immer dann, wenn sie die Gelegenheit bekommen, ihre beiden Grundbedürfnisse nach Verbundenheit und Nähe einerseits und nach Wachstum, Autonomie und Freiheit andererseits stillen zu können.

Nun wohnen wir in einem Land, das ganz vorne in der Rangliste der glücklichsten Länder steht.
Was haben wir doch für ein Glück!

 

Freitag, 09. September 2016

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Houmschtori 4

An einem dieser wunderschönen Spätsommertag morgens recht zeitig zusammen mit einer Freundin noch im Schatten das Hüttentobel hinauf und weiter über die Schrennen auf die Meglisalp. Dort unter einem Sonnenschirm (ohne hätte man’s nicht ausgehalten) ein frühes Mittagessen. Immer wieder wandert der Blick hinauf zu den umliegenden Bergkämmen, die sich gestochen scharf gegen den strahlend blauen Himmel abheben.
Abstieg zum Seealpsee, wo ich staune, dass man in diesem kalten Wasser baden und es auch noch geniessen kann. Ich tunke meine Füsse, aber nur kurz, und lasse sie sich dann an der Sonne vom Eingeengtsein in den Bergschuhen erholen.
Bereits wieder im Tal, auf der Geraden zum Parkplatz, höre ich ein eigenartiges Geräusch, das vom linken Schuh her stammen muss. Ich sehe nach und stelle fest, dass sich die Sohle am Fersen gelöst hat. Komisch. Einige Schritte weiter ein Geräusch auf der rechten Seite. Hier ist die Sohle fast bis zu den Zehen los. Das bringt uns nun wirklich zum Lachen; wir schütten uns regelrecht aus. Und ich schlappe die letzten paar hundert Meter ähnlich wie in Badelatschen zum Auto.

Im Frühsommer musste ich mich schon von meinen Trekkingschuhen verabschieden, weil plötzlich meine Füssen schmerzten, wenn ich in ihnen lief. Letzte Woche stellte ich fest, dass meine Halbschuhe nun wirklich ausrangiert werden müssen, und zur selben Zeit bemerkte ich auch, dass die Sohlen meiner Hausschuhe sich lösen…
Ich passe nicht mehr in die alten Schuhe.
Ein schönes Bild. Ein klares Zeichen: die alten Schuhe haben ausgedient. Etwas Neues steht an.
Und darauf bin ich nun sehr neugierig!

Samstag, 03. September 2016

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Innenansicht 22

Vielleicht wird die Gesellschaft bewusst infantilisiert, weil ihre Mitglieder dann einfacher zu managen sind. Wir haben kein attraktives Bild vom Erwachsensein, sehen nur noch den Zerfall. Dazu kommt ein Überfluss an Technik, die uns den Kopf verdreht und uns vergessen lässt, dass wir die wichtigsten Wahlmöglichkeiten aus den Händen geben. Schon der deutsche Philosoph Kant sagte, die Regierungen wollten nicht, dass wir erwachsen werden.
(Susan Neiman, Philosophin, MM41, S.27)

Wir sind aufgefordert, in uns zu gehen und uns zu fragen, wie es mit uns steht. Sind wir erwachsen? Oder in der Jugendphase stecken geblieben, weil älter werden nicht attraktiv ist? Ob wir die zutreffende Antwort für uns finden, hängt von unserer inneren Integrität ab, von der Ehrlichkeit uns selbst gegenüber. Wir sind es gewohnt, uns selbst zu belügen…

Meistens geschieht das total unbewusst. Als Kinder haben wir bei allem, was wir taten, immer wieder auf den Gesichtsausdruck unserer Eltern geachtet und uns gemerkt, ob sie die Stirn runzelten und ärgerlich wurden oder ob ihnen gefiel, was sie sahen. Und automatisch haben wir uns angepasst. Schliesslich wollen alle Kinder geliebt und gelobt werden – und sie tun auch alles dafür, ihre Eltern glücklich zu sehen. So haben wir gelernt, unsere Bedürfnisse hintan zu stellen und brav zu sein. Mit der Zeit haben wir sogar ‚vergessen‘, was unsere Bedürfnisse waren. Und so kennen wir sie oft auch heute nicht. Und nur ganz selten nehmen wir uns die Zeit, uns hinzusetzen und tief nach innen zu horchen, um herauszufinden, was wir eigentlich möchten.

Und deshalb lassen wir uns Dinge aufschwatzen, die wir nicht brauchen und eigentlich nicht wollen, die uns nicht erfüllen und keine Freude machen. Vielleicht kurzzeitigen Spass, aber keine wirkliche Freude.
Wüssten wir, was unsere wirklichen Bedürfnisse sind und würden wir ehrlich ihre Erfüllung anstreben – unser Leben wäre vermutlich viel einfacher und heiterer. Hätte mehr Leichtigkeit. Und wir mehr Zufriedenheit.

Das Älterwerden wäre verbunden mit mehr innerer Freiheit, mehr Bewusstheit, Weisheit und Gelassenheit. Falten und Altersflecken keine Katastrophe und schon gar kein Grund, in die Schönheitsklinik zu gehen und der Natur dreinzupfuschen. Schönheit ist ein Leuchten aus dem Inneren und nicht eine glatte Fassade.

Donnerstag, 25. August 2016

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Der fliegende Teppich - eine Geschichte

Drei Junge Männer konnten sich in einer Sache nicht einigen. Deshalb suchten sie gemeinsam einen weisen Mann auf und fragten ihn um Rat. Der Weise lud sie ein, auf dem fliegenden Teppich einen Ausflug zu machen.
Der Teppich flog über das Land. Über einem Wald verlor er an Höhe, so dass er fast die Baumwipfel berührte. Die drei Männer sollten die Tiere im Wald beobachten. Sie sahen ein junges Reh, das in einem Versteck auf die Rückkehr seiner Mutter wartete. Und unweit davon konnten sie einen Tiger beobachten, der auf der Suche nach Futter für seine Jungen war. Er nahm Witterung auf, entdeckte das Rehkitz, schlug mit seiner Pranke zu und verschwand mit der Beute in Richtung seiner Jungen.

Der Weise fragte die drei Männer: War das Recht oder Unrecht?
Der Erste antwortete gleich: Es war Unrecht. Darauf flog er vom Teppich.
Der Zweite sagte schnell: Es war Recht. Auch ihn lud der Teppich aus.
Und was meinst du, fragte der Weise den Dritten: Ich weiss es nicht. Er blieb sitzen.

Es ist das Ego, das Recht haben will. Das gehört zu seinem Überlebensmechanismus.

Es will Recht haben und andere ins Unrecht setzen.
Es will dominieren oder die Dominanz anderer abwehren.
Es wird sein Tun immer rechtfertigen.
Und es kommentiert und beurteilt andere und ihr Tun.

Es kann nicht anders.
Wenn wir das sehen und einfach nur beobachten, kann sich das Ego beruhigen und etwas weniger vorlaut sein.
Verurteilen wir uns selbst, weil unser Ego verurteilt, machen wir die Sache nur schlimmer.

Achtsamkeit und bewusst sein ist alles. Mehr können wir nicht tun.
Und schon das ist eine Kunst!

Wir urteilen und verurteilen auf Grund unserer Überzeugungen, Einstellungen und Erfahrungen, ohne Hintergründe zu kennen und die Komplexität der Dinge zu durchschauen. Wir müssten wohl öfter sagen: Ich weiss es nicht. Oder still sein.

Freitag, 19. August 2016

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Innenansicht 21

Vor ein paar Tagen bin ich von einem Kurs an der Oneness  University zurückgekehrt.
Seit einigen Jahren fliege ich nach Südindien, um dort eine spirituelle Schule zu besuchen. Menschen aus der ganzen Welt treffen sich an der OU, egal welcher Religion sie angehören oder ob sie Atheisten sind.

Spiritualität heisst: man schaut nach innen und strebt inneres Wachstum an. Der Weg führt über Meditation und verschiedene Yogas. Yoga meint nicht nur Körperübungen, sondern auch geistige Disziplinen. Es wird sehr viel Prozessarbeit gemacht, um energetische Blockaden aufzulösen. Was die Lehrer mit ihrer mystischen Sicht beobachten, lassen sie von Neurologen in verschiedenen Ländern mittels bildgebender Verfahren überprüfen. Transformation zeigt sich im Gehirn in der Veränderung der neuronalen Verschaltung.

Es ist diese Offenheit, die mich interessiert und eine Arbeitsweise, die weit über die Möglichkeiten einer konventionellen Psychotherapie hinausgeht, weil sie direkt an der Wurzel der Probleme ansetzt. Und die liegt ja immer im Unbewussten. Den Zugang dorthin schafft man über Rituale, die seit Jahrhunderten oder noch länger in Indien praktiziert werden und sehr effizient sind.
Das Unbewusste reagiert nicht auf Worte, reden über das Leiden bringt vielleicht eine vorübergehende Linderung. Das Unbewusste reagiert auf Bilder und Mantren und Gesänge und bestimmte Handlungen, die ein Ritual ausmachen. Der Verstand kann dazu nichts beitragen, das Geschehen geht weit über seine Möglichkeiten hinaus. Der Verstand ist zuständig für die äussere Welt, die innere Welt kann er nicht begreifen, dazu ist diese viel zu komplex.

Würde ich an mir selbst nicht eine tiefe Veränderung hin zur inneren Ruhe, Gelassenheit und Freude feststellen, unternähme ich die lange Reise ja nicht immer wieder. Ein Leitspruch der OU heisst to set man free, totally and unconditionally. Es ist keine Frage, ob ich einen nächsten Kurs besuche. Bestimmt tue ich das!

Samstag, 13. August 2016

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Ferien

Ab dem 15. August sind die Zielräume wieder offen und ich für Sie da.
Erholsame und schöne Ferien wünsche ich Ihnen, eine ganz gute Zeit!

Montag, 04. Juli 2016

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Innenansicht 20

Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe deiner Gedanken an.
Marc Aurel

Unsere Sprache ist linear. Die Wörter sind wie Perlen an einer Schnur aufgereiht.
Sprache kann deshalb immer nur annähernd in Worte fassen, was wir erleben und erfahren. Auch wenn wir uns noch so sehr bemühen, etwas genau zu beschreiben und auszudrücken.
Oft sind wir aber eher schlampig und achten nicht so genau auf unsere Sprache. Und kreieren demzufolge Situationen, die uns nicht erfreuen. Aber nur selten sehen wir den Zusammenhang zwischen diesen und den vorangegangenen Gedanken oder ausgesprochenen Worten. Schliesslich haben wir in keiner Schule gelernt, dass alles mit allem zusammenhängt und wir in jedem Moment mit jedem Gedanken und jedem Gefühl die Richtung und den Inhalt jedes folgenden Momentes gestalten. So mächtige Wesen sind wir.
Wie schon öfters erwähnt: wir denken pro Tag etwa 60’000 Gedanken, mindestens 95 % davon sind unbewusst und mindestens 70 % negativ. Und dann wundern wir uns, wenn in unserem Leben nicht alles so läuft, wie wir’s gerne hätten. Oder wie wir’s uns manchmal ausmalen (ausdenken). Wenn wir in der restlichen Zeit unbewusst wieder dagegen halten, können sich unsere Träume nicht erfüllen.

Beginnen wir also, unsere Sprache ganz bewusst zu benutzen. Da ist sehr viel Achtsamkeit erforderlich, denn schliesslich haben wir bis jetzt wahrscheinlich nicht so sehr darauf geachtet. Sprechen geht ja (häufig/oft/meistens) ganz automatisch.

Ich bin… Auf diese zwei kleinen Wörter sollten nur positive Aussagen folgen. Ich bin nämlich das, was ich damit ausdrücke: Ich bin dankbar, froh, voller Freude, motiviert tönt doch besser als zum Beispiel:  Ich bin müde, krank, dumm, pleite. Ich mache mich zu dem, was ich so ausdrücke. Besser sage ich in diesem Fall: ich benötige Ruhe, ich habe eine Grippe, das verstehe ich nicht, meine Kasse ist im Moment leer (oder ähnlich).
Ich möchte mich bedanken. Ich möchte sie einladen. Ich möchte sie begrüssen. Wir bleiben beim Möchten, beim Wollen – wir werden es nie tun.
Ich muss noch dies oder das erledigen. Besser sagen wir: Ich will. Müssen tun wir selten.
Ich versuch’s. Da steckt viel Halbherzigkeit oder Zögern dahinter. Ich tu’s, hat viel mehr Kraft.
So beliebte Wörter wie eigentlich oder quasi sind mit Bedacht zu gebrauchen – sie relativieren und nehmen dem Gesagten die Kraft.
Eine grobe oder verletzende Sprache – ob gegen sich oder andere gerichtet – wird nicht die gewünschte Fülle oder den gewünschten Erfolg bringen.
Fluchen schon gar nicht.

Seien wir achtsam und hören wir uns selbst beim Sprechen (und soweit möglich beim Denken) zu. Sprache kann uns in eine ganz kleine Schachtel zwängen; und wir fragen uns, weshalb unser Leben klein bleibt. Wer klein denkt, bleibt klein.

Sonntag, 26. Juni 2016

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Esel

Ein Bauer war mit drei Eseln, die er verkaufen wollte, auf dem Weg zum Markt. Es war ein heisser Tag, und als er zu einem Fluss kam, entschloss er sich, ein Bad zu nehmen.
Der Bauer hatte aber nur zwei Stricke, um die Tiere an einen Baum zu binden. Er schaute sich um und fragte sich, was er nun tun solle. Da sah er einen Weisen, ging zu ihm und fragte, ob er ihm einen Strick ausleihen könne, um den dritten Esel anzubinden. Der Weise hatte keinen Strick aber einen guten Rat: Lass den dritten Esel zusehen, wie du die zwei anderen anbindest und tue dann so, als ob du ihn ebenfalls festmachen würdest.
Der Bauer tat, wie ihm geraten worden war und nahm ein Bad im Fluss.
Als er wieder zurück war, dankte er dem Weisen, denn die drei Esel standen alle noch dort, wo er sie zurückgelassen hatte. Er löste die Stricke der ersten zwei und gab dem dritten einen Klaps zum Zeichen, dass er sich weiterbewegen könne.
Nach einigen Schritten drehte er sich um und stellte zu seinem Erstaunen fest, dass der dritte Esel sich nicht vom Fleck bewegt hatte. Und weder gut Zureden, noch Schimpfen oder Schlagen halfen, den Esel auf den Weg zu bringen.
Der Bauer ging zum Weisen zurück, und der sagte ihm: Binde den dritten Esel los. Der Bauer protestierte, er habe den Esel doch gar nicht angebunden.
Das weisst du, sagte der Weise, aber der Esel weiss es nicht.
Nun tat der Bauer, als ob er den Esel losmachen würde, und dieser setzte sich sofort in Bewegung und lief den anderen zwei nach.

Auch wir sind mit unsichtbaren Stricken festgebunden. Es sind die Grenzen, die uns andere einmal gesetzt haben und an die wir nun glauben, die wir uns nun selbst setzen. Das Leben setzt uns keine Grenzen, wir können uns unendlich ausdehnen. Wachsen.

Sonntag, 19. Juni 2016

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Innenansicht 19

Wir kennen die Redenwendung ‚Das ist auf deinem Mist gewachsen‘ oder ‚Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen‘. Meistens ist dies abwertend oder abwehrend gemeint.
Wie das Bild zeigt, wächst tatsächlich etwas auf dem Mist. In diesem Fall sind es Kürbisse. Jedes Jahr wachsen sie dort; und sie erreichen jeweils eine enorme Grösse. Mist scheint ihnen gut zu bekommen.

Nun ist auch unser eigener ‚Mist‘ (und damit meine ich jenen in unserem Unbewussten, unsere Verletzungen) ‚ein guter Boden‘, reich an Nährstoffen für Wachstum. Inneres Wachstum.

Der Mensch bewegt sich nicht, wenn er nicht muss. Er zieht es vor, ein ‚bequemes‘ Leben vor sich hin zu leben und dieselben Schlaufen immer und immer wieder zu drehen. Und erst, wenn ihm etwas weh tut, körperlich oder seelisch, der Mist arg zu stinken beginnt, zieht er’s in Betracht, die Nährstoffe auch zu verwerten.
Er beginnt sich nach innen zu wenden und auszumisten: Glaubenssätze, die destruktiv sind. Zum Beispiel: Ich bin schuld. Ich bin unfähig. Ich komme immer zuletzt. Alle anderen können’s besser. Ich bin arm, dumm, nicht gut genug. Man mag mich nicht. Die Welt ist schlecht. Und dergleichen mehr.

Weil diese Sätze sehr früh in der Kindheit eingelagert worden und unbewusst sind, muss man etwas graben, um auszumisten. Und je mehr man gräbt und mistet, desto grösser das Wachstum, desto mehr Energie und Kraft steht zur Verfügung. Automatisch stellt sich Lebensfreude ein. Der Mensch ist so angelegt.
Misten lohnt sich!
Mistvorrat ist – so gesehen – kein Unglück sondern DIE Chance, das innere Potenzial zu aktivieren und ein gutes Leben zu leben.
Vorteilhaft ist eine gute Nase: den Mist eher früher als später riechen. Und damit’s nicht beim Riechen bleibt: etwas Mut.

Ausmisten geschieht in Prozessarbeit. Unter der Rubrik ‚Seminare‘ finden Sie verschiedene solche Prozesse:
Selbstwert und Fülle leben, 18. Juni
Befreiung der Ahnen, 26. August
Prägende Lebensmuster erkennen und auflösen, 3. September

Dienstag, 07. Juni 2016

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Spiegelkabinett

Es war einmal ein Hund (die Geschichte liest sich leichter, wenn ein Hund die Hauptrolle spielt), der eines Tages in ein Spiegelkabinett lief. Alle Wände, die Decke, der Boden und sogar die Türe waren mit Spiegeln bedeckt.
Der Hund war verwirrt und blieb in seiner Überraschung wie angewurzelt stehen. Eine ganze Meute von Hunden umgab ihn plötzlich, sogar über und unter ihm waren Hunde. Für alle Fälle bleckte der Hund die Zähne, und rundherum taten es ihm die anderen Hunde gleich.
Verängstigt begann der Hund zu bellen. Seine Spiegelbilder taten ebenso. Der Hund bellte lauter und das Echo schwoll an. Er rannte von einer Seite zur anderen und schnappte in die Luft. Rundherum rannten die anderen Hunde ebenfalls.
Als man den Hund am nächsten Morgen fand, lag er in sich zusammengerollt und zitternd in einer Ecke und war kaum mehr zu beruhigen.

Zu sagen ist, dass auch Mensch sich in einem Spiegelkabinett befinden. Nicht nur gelegentlich, sondern ohne Unterbruch. Spiegel sind unsere Nächsten, die Freunde, Arbeitskollegen und auch die Unbekannten, die wir auf der Strasse oder im Bus treffen. Sie zeigen uns, wie wir uns fühlen und uns verhalten. Auch wenn wir das oft am liebsten nicht glauben würden. Es ist doch so.
Wenn uns nicht gefällt, was wir sehen: dem Spiegel ein anderes Gesicht zeigen.

Manche werden wütend, wenn man ihnen das sagt.

Mittwoch, 01. Juni 2016

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Wohlstandsbewusstsein

Wohlstand meint zum Beispiel Folgendes:

Eine wahre Geschichte, die kürzlich in Indien so geschehen ist.
Ein Mann bekam während seiner Meditation von seinem Göttlichen den Auftrag, Schuhe für die Armen zu kaufen und sie unter den Bettlern seiner Stadt zu verteilen. Er tat wie geheissen und ging mit den Schuhen in die Stadt. Er traf auf einen Mann, der zwar Schuhe trug, aber zwei unterschiedliche. Diesem bot er nun ein Paar neue Schuhe an. Der Bettler bedankte sich und meinte dann: ich habe Schuhe, gib die neuen jemandem, der keine hat. Darauf wollte der erste ihm etwas zu essen kaufen. Und wieder bedankte sich der Bettler und sagte: ich habe heute schon gegessen, gib das Essen jemandem, der heute noch nichts gegessen hat.

Aus unserer Sicht hat der Bettler ‚nichts‘, an den Füssen ungleiche Schuhe und im Magen nicht viel. Und trotzdem lebt er im Wohlstand. Er hat Wohlstandsbewusstsein.
Wir in unserem Land leben im Überfluss – und doch die meisten von uns in einem Mangelbewusstsein.
Wir haben nie genug. Nicht genug Geld, nicht genug Freizeit, nicht genug Liebe, nicht genug Ansehen, zu wenig Freude, Gesundheit, Abwechslung. MANGEL. Wir vergleichen ständig mit dem, was andere haben.
Die innere Einstellung, unsere Glaubenssätze, lassen uns im Wohlstand oder im Mangel sein – unabhängig davon, wie viel oder wie wenig wir eigentlich besitzen oder erleben.

Glaubenssätze lassen sich verändern, die Blockaden, die Wohlstandsbewusstsein verhindern, lassen sich auflösen. Das kann in Prozessarbeit geschehen. Zusammen mit Esther Moser Büchel biete ich am 18. Juni einen solchen Prozess an. Die genauen Angaben finden Sie im Flyer weiter unten.

↓ Beitrag als PDF zum Ausdrucken
Sonntag, 22. Mai 2016

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Die Geschichte von den zwei Wölfen

Vielleicht kennen Sie die Geschichte: Ein Grossvater hat einen herben Verlust erlitten und ist innerlich nun sehr aufgewühlt. Der Enkel kommt zu ihm und fragt: Grossvater, was ist mit dir? Der Grossvater antwortet: In meiner Brust streiten zwei Wölfe. Der eine ist eigentlich friedfertig, gutmütig und sanft. Der andere wütend, streitsüchtig und böse. Der Enkel: Und welcher gewinnt den Kampf? Darauf der Grossvater: Jener, den ich füttere.

Die Hirnforscherin Jill B. Taylor schreibt in ihrem Buch MIT EINEM SCHLAG: ‚Seit meinem Schlaganfall und dem damit verbundenen Funktionsausfall der linken Hirnhälfte glaube ich fest daran, dass das Gefühl tiefen inneren Friedens ein neurologischer Schaltkreis in der rechten Hirnhälfte ist. Dieser Stromkreis läuft ständig, und wir können uns einklinken, wenn wir wollen.‘

Mit anderen Worten: auf diese Weise füttern wir den sanften und friedfertigen Wolf. ‚Das Gefühl von Frieden stellt sich im gegenwärtigen Moment ein. Wir bringen es nicht aus der Vergangenheit mit oder projizieren es in die Zukunft. Der erste Schritt, um inneren Frieden zu empfinden, ist die Bereitschaft, im Hier und Jetzt präsent zu sein.‘

Und wie sie das macht, beschreibt Jill B. Taylor ein paar Zeilen weiter unten: ‚ Zuerst rufe ich mir ins Gedächtnis, dass ich Teil einer grösseren Struktur bin – ein ewiger Strom von Energie und Molekülen, von dem ich nicht getrennt werden kann. Dieses Wissen gibt mir ein inneres Gefühl der Sicherheit, und ich erfahre mein Leben als Himmel auf Erden. Wie kann ich mich verletzlich fühlen, wenn ich doch nicht vom grossen Ganzen getrennt werden kann?‘

Weiter sagt sie dann, dass sie ihren Geschichtenerzähler in der linken Gehirnhälfte bittet, für eine Weile Pause zu machen, sich entspannt und auf die Vorgänge im Körper konzentriert und sich fragt: ‚Was ist das für ein Gefühl, hier zu sein und das zu tun?‘ (S. 202ff)

Wir sind eine linkshirnige Gesellschaft. Analytisch, logisch, strukturiert, linear. Denken, Sprechen, Lesen – alles linear. Unsere rechte Hirnhälfte ist unterbeschäftigt.
Wir können die beiden Hirnhälften synchronisieren, indem wir Überkreuzübungen machen oder den ‚Suppentrüller‘. Mehrmals am Tag. Das ist eine dringende Empfehlung. Unsere gegenwärtige Zeit erfordert Flexibilität. Und rein linkshirnig haben wir die nicht; rein linkshirnig sind wir rigide und zerbrechlich.
Ein Ausflug ab und zu in die rechte Hirnhälfte verbindet uns mit unserem inneren Frieden – und wie Jill B. Taylor sagt, mit dem Himmel auf Erden.
So nah sind wir dem Himmel. Wir tragen ihn mit uns herum!

Donnerstag, 05. Mai 2016

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Innenansicht 18

Die Sache hat einen Haken.

Der Verstand bleibt hängen.
Gendanken- und Argumentestau. Unangenehmes Gefühl.
Wo liegt der Hund begraben?!
Guter Rat ist teuer.
Das Problem kann nicht auf dem Bewusstseins-Niveau gelöst werden, auf dem es entstanden ist.
Laut Einstein.

Und wie das Niveau des Bewusstseins anheben? Dazukaufen kann man es leider nicht.
Da muss man ’selber a ‚d Säck‘. Innenschau halten und Gerümpel entsorgen. Bildlich gesprochen. Ausmisten. Gestaute und verhockte Gefühle reaktivieren, erfahren und loslassen (es ist wie Bomben entschärfen oder Hunde ausgraben – siehe oben).
Der freigewordene Platz wird von Bewusstsein übernommen. Wieder nur bildlich zu verstehen.
Die Haken verschwinden, der Verstand muss nicht immer Recht haben, Gedanken werden weniger, Argumente nicht mehr so wichtig und die Gefühle – also, die sind viel angenehmer.
Sind das frohe Aussichten!?

DIE Übung, um das Bewusstsein zu erweitern, ist: SEIN, MIT DEM, WAS IST. Nur sehen. Nicht kommentieren. Das ist leicht, intellektuell zu verstehen. Aber auf dieser Ebene nicht zu machen. Die Übung ist sehr einfach und schwierig zugleich. Ich auf alle Fälle brauchte ziemlich lange, bis ich sagen konnte, dass ich über weite Strecken SEHE, WAS IST. Das heisst: ich sehe in jedem Moment, was bei mir innerlich abläuft. Mehr nicht. Und das macht frei und leicht und bringt ganz viel Freude.
Mehr dazu ist nicht zu sagen. Man kann’s nur erfahren, nicht weiter erklären.

Samstag, 23. April 2016

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Gelesen

Freudenfrau. Die Geschichte der Zora von Zürich.

Die Menschen, von denen Susanna Schwager in ‚Fleisch und Blut‘ und in ‚Die Frau des Metzgers‘ erzählt, hatten mich beeindruckt. Deshalb habe ich die ‚Freudenfrau‘ gelesen.
Zora erzählt vom spiessigen St. Gallen der Sechzigerjahre, ihrer Ehe in Marokko, ihrer Flucht und Rückkehr in die Schweiz und vom Zürich der Achtziger, wo ihre Kundschaft vor allem aus der Schicht der Mächtigen stammte. Das liest sich so, als ob Susanna Schwager die Tonaufnahmen Wort für Wort aufs Papier gebracht hätte. Mitsamt den Zwischenbemerkungen von Päuli, einem Freund der Zora. Diese sagt immer mal wieder, dass sie nicht alles erzähle. Was sie verschweigt (oder einiges davon) erzählt dann der ehemalige Polizist Werner Freudiger, der damals in Zürich bei der Sitte war. Starker Back.

Zora bemerkt einmal: Ehrlich gesagt, weiss ich nicht mehr, wie ich das alles durchstehen konnte. Man wächst an den Schmerzen, heisst es. Vielleicht, wenn ich nachdenke, wird man in eine sonst verborgene Grösse gestossen. Wenn man Glück hat, nicht wahr. Die, die nicht zerbrechen, wachsen von dort weg, wo es wehtut. Zora ist viel Schmerz beigefügt worden. Zerbrochen ist sie nicht. Sie war stark und hatte ein grosses Herz. Hat sich immer für die Schwachen eingesetzt. Für wehrlose Dirnen im Niederdorf und für die Drogensüchtigen auf dem Platzspitz. Hat sich den Mund nie verbieten lassen. Eine sehr mutige Frau. Authentisch. Beeindruckend.

Über ihre Kundschaft sagt sie: Du glaubst gar nicht, wer da alles kam. Ärzte. Anwälte. Bankiers. Politiker. Es sprach sich herum, Annoncen machte ich nie. Ich half diesen Männern, sich zu beruhigen und zu entspannen. Sie sind nachher für einen Moment zufrieden, das ist doch gut für die Welt. Es gibt Leute, für die ist das schwierig. Sie leben für die Macht und für die Gier, die können nichts anderes. Das Befriedigen ist dann mühsam und wird immer mühsamer. Weil sie keine Nähe ertragen. Auch nicht zu sich selber. Schon gar nicht zu Frauen, obwohl die meisten ja verheiratet sind. Sie können nicht nah sein.
Sie hat auch eine Erklärung für dieses Sosein, ist eine gute Psychologin, sieht hinter die Fassade der Menschen. Und sie schaut mit dem Herzen. Sie hat Grösse. Jemand mit weniger Glück – sie selbst redet ja von Glück – wäre verbittert oder zynisch geworden. Oder zerbrochen. Sie sagt immer wieder: Ich hatte so viel Glück im Leben.

Es ist eine grosse Fähigkeit, eine grosse Stärke, wenn ein Mensch das Glück sehen kann.
Wenn Glück gesehen wird, kann es sich ‚vermehren‘.

Sonntag, 10. April 2016

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Die Befreiung der Ahnen

Vor einigen Tagen habe ich einen Prozess zur Befreiung der Ahnen geleitet. Acht Teilnehmende waren da, die an diesem Abend zum Teil sehr tiefe Erfahrungen hatten.

Eine Frau erzählte im Anschluss, dass sie vor Jahren nachts bei sich zu Hause zwei Gestalten gesehen habe. Die eine habe mit einem Messer in der Hand neben ihr gestanden, die andere sei auf dem Schaukelstuhl gewesen. Sie hatte Angst und die beiden gebeten zu verschwinden, was diese auch taten. Während des Prozesses tauchte der Mann mit dem Messer wieder auf, und es stellte sich heraus, dass es ein Vorfahr ihres Mannes war, der mit der Heirat seines Nachkommen nicht einverstanden war und deshalb die Frau ‚bedroht hatte‘. An diesem Abend nun wurde er befreit und konnte ins Licht eingehen.

Eine andere Frau berichtete einen Tag später, dass während des Prozesses in ihren Halswirbeln ein ‚Chlapf‘ zu hören gewesen sei – es sei eine ‚Richtigstellung‘ gewesen. Sie erlebte, dass ihr persönliches Göttliches in ihrem Herzen wohnt, dass es dort ganz warm wird, wenn man sich mit dieser Kraft verbindet, und ganz hell.

Jemand hatte während des Prozesses die Erkenntnis, dass der Vater nicht mehr geben konnte, weil er selbst nicht viel bekommen hatte. Mit dieser Einsicht kann Vergebung geschehen.

Bei einer Frau zeigte sich die kürzlich verstorbene Schwiegermutter. Sie wollte aber nicht gehen. Es ist an jemandem aus der Blutsverwandtschaft, für ihre Befreiung zu bitten.

Jemand erzählte, dass er als Kind monatelang im Koma lag und während dieser Zeit auf ‚der anderen Seite‘ war, dass er unsere Welt also von beiden Perspektiven her kenne. Es sei wahr, dass unsere Vorfahren auf ‚der anderen Seite weiterleben‘.

Es gibt natürlich auch Bücher, die darüber erzählen. Eines davon ist ‚Heilung im Licht. Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde‘ von Anita Moorjani. Sie hat während dieses Erlebnisses ihren verstorbenen Vater und ihre verstorbene Freundin getroffen und mit ihnen sprechen können. Ein anderes: ‚Blick in die Ewigkeit. Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen‘ von Dr.  med. Eben Alexander.

Es ist für uns Lebende äusserst wichtig, dass es unseren Vorfahren gut geht. Dass sie im Licht sind und sich in anderen Dimensionen weiterentwickeln können. Es kommt aber oft vor, dass Menschen, die sterben, gebunden bleiben. Das kann geschehen, wenn jemand ganz plötzlich stirbt, bei einem Unfall zum Beispiel. Oder wenn jemand im Streit geht, im Hass, verletzt, unzufrieden, mit unerfüllten Wünschen oder Sehnsüchten. Oder wenn jemand Suizid begeht. Es ist dann die Pflicht der Lebenden, für die Befreiung der Verstorbenen zu bitten.
Tun wir das nicht, kann das Thema oder das Problem des Verstorbenen nicht gelöst werden und geht automatisch an die Lebenden weiter. Die es aber auch nicht lösen können, da es nicht ihres ist. Mit der Befreiung des Verstorbenen, löst sich das Problem auf.

Jemand, der vielen Menschen hilft, die Verstorbenen zu befreien, ist Anton Styger. ‚Erlebnisse mit den Zwischenwelten‘ heisst eines seiner Bücher, wo er beschreibt, wie er vorgeht, was er dabei erlebt und sieht – er sieht tatsächlich, er ist hellsichtig. Der pensionierte Architekt soll täglich über tausend Mails mit der Bitte um Hilfe erhalten.

In anderen Kulturen ist es selbstverständlich, dass man für die Verstorbenen bittet, dass man sie respektiert und in Ehren hält. Schliesslich sind wir nur dank ihnen auf dieser Welt und sind das, was wir sind.

Am 21. April um 18 30 Uhr werde ich den Prozess in den Zielräumen wieder anbieten.

Dienstag, 05. April 2016

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Innenansicht 17

Immer mal wieder habe ich gesagt, dass wir unsere Welt – bewusst oder unbewusst – selbst kreieren. Wir sind verantwortlich dafür, dass sie blumig, bunt, interessant, liebevoll und harmonisch ist – oder eben nicht. Es ist wichtig, dass wir dieses Wissen tief in uns einsinken lassen, dass es nicht nur ein oberflächliches intellektuelles ‚Ja-klar-doch‘ bleibt oder gar als ‚Erzähl-mir-keinen-Blödsinn‘ abgetan wird. Das würde nur heissen, dass wir weiter meist unbewusst erschaffen, oft nicht zu unserer Freude.

Während meines letzten Vortrags habe ich die Menschen gefragt: Was glauben Sie, gibt es ein Krachen, wenn im Wald ein Baum umstürzt, aber weder ein Mensch noch ein Tier irgendwo in der Nähe ist? Soweit ich sehen konnte, haben alle bei JA gestreckt. Es gibt ein Krachen.

NEIN, gibt es nicht! Es sind unsere Sinnesorgane – unsere Ohren (und das Gehirn), die einen Ton produzieren. Sind keine Ohren da, existieren nur Schallwellen, aber kein Ton.

WIR (unsere Sinnesorgane und unser Gehirn) lassen die Welt um uns herum entstehen. Ohne sie gibt es nur Schwingung. Was wir aus diesen Schwingungen machen, ist uns überlassen. Salopp gesagt. Weil wir meist unbewusst sind, übernehmen unsere Programme die automatische Gestaltung unserer Welt. Wollen wir sie anders haben, sind wir aufgefordert, bewusst zu sein, Achtsam. Langsamer.
Das geht nicht von heute auf morgen; da müssen wir uns gar keine Illusionen machen. Ganz einfach ist es auch nicht. Es braucht eine klare Entscheidung dafür. Ein Beobachten der Gedanken und Gefühle – ohne diese zu bewerten. Und dann kann sich in diesem Prozess unsere Welt, die ja nur in unserem Inneren besteht (Sie erinnern sich: unsere Sinnesorgane und das Gehirn produzieren sie), langsam ändern.

Es ist unendlich lohnenswert, sich diesem Prozess zu unterziehen!

Freitag, 01. April 2016

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Houmschtori 3

Happy birthday to me! Nicht dass Sie glauben, ich hätte es selbst singen müssen. Nein, das haben meine Freunde getan. Ich bin vor kurzem nämlich sechzig geworden. Fühlt sich nicht anders an als neunundfünfzig oder fünfzig.
Ich sage nie Sätze wie: Das kommt halt mit dem Alter. Im Alter hat jeder ein Wehwehchen. Ich merke, dass ich älter werde. Etc. Das sind Programme. Und der Körper befolgt sie.
Wenn wir das wissen (und das tun Sie ja jetzt), dann können wir unserem Körper auch unterstützende Programme geben.
Kommt dazu, dass er in weniger als einem Jahr 98% der Atome, die ihn ausmachen, ersetzt:
alle 6 Wochen macht er eine neue Leber
alle 3 Monate ein neues Skelett
monatlich eine neue Haut
alle 5 Tage neue Magenwände
jedes Jahr ein neues Gehirn
In weniger als zweieinhalb Jahren ist unser Körper vollständig neu.
Warum er trotzdem altert? Weil wir ihn so programmieren: Das kommt halt mit dem Alter. Im Alter hat jeder ein Wehwehchen. Ich merke, dass ich älter werde. Etc.
Das muss nicht sein.
Finden Sie heraus, was Sie von Ihrem Körper (und dem Leben überhaupt) glauben – und wenn nötig, ändern Sie die Glaubenssätze.
Und natürlich sind Essen, Bewegung und Schlaf auch wichtig. Die haben ebenfalls mit Glaubenssätzen zu tun.
Wir werden, was wir denken.

Wie wir unsere Glaubenssätze ändern?
Zuerst müssen wir ihrer bewusst werden. Führen Sie (über längere Zeit!) eine Liste mit allen Sätzen, die Sie über sich und die Welt denken und  sagen und die andere Menschen über Sie sagen. Werden Sie sich bewusst, dass dies der Rahmen ist, in welchem sich Ihr Leben bewegt, die Schachtel, in der Sie sitzen.
Haben Sie sehr viel Mitgefühl mich sich selbst. Verurteilung festigt die alten Muster! Lesen Sie die Sätze immer mal wieder und fordern Sie Ihre Energie daraus zurück. Sie haben während Jahren Ihre Energie in diese Muster gegeben und sie so festgehalten und verstärkt. Nehmen Sie sie jetzt zurück. Und sie wird Ihnen für ein freudvolleres Leben zur Verfügung stehen.

Freitag, 18. März 2016

Eine Antwort zu “Houmschtori 3”

  1. Paula sagt:

    Liebe Brigitta

    Nachträglich alles Liebe und Gute zu deinem Geburtstag. Und herzliche Gratulation zu deinem tollen Beitrag über das Alter(n).

    Bis bald.

    Herzliche Grüsse
    Paula

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Houmschtori 2

Ich bin ein Landei – und komme aus dieser Schale wohl auch nicht heraus.
Freiwillig nicht heraus. Ich liebe das Land.
So sehe ich’s von meinem Stubenfenster aus. Weiter links liegt der Hohe Kasten.
Es gibt Tage, an denen das Licht in diesem Land so schön ist – vor allem am Morgen und am Abend, dass ich von Fenster zu Fenster laufe und den Himmel und die Hügel bestaune, die wie von innen her leuchten. Wenn’s draussen trüb ist, sind da immer noch die Wände in meiner Wohnung. Auch da ist viel Farbe. Ich liebe Bilder. Und von denen hängen und stehen in meiner Wohnung viele. Zu jedem habe ich eine Beziehung, und jedes lässt beim Betrachten mein Herz höher schlagen. Wie Fenster öffnen Bilder den Blick in die Welt. Dreieinhalb Zimmer sind so gesehen unendlich gross.

Um genau zu sein: die Welt entsteht in meinem Kopf. Mein Hirn setzt sie aus den Schwingungen zusammen, die ich über meine Sinnesorgane aufnehme. Die Farbe macht mein Kopf. Ihrer tut dasselbe. Welche Farbtöpfe wir öffnen und wie wir die Farben mischen und verteilen, liegt ganz an uns. Wichtig  ist es, diese Entscheidungen bewusst zu treffen.
Wir sind Maler und Betrachter in einem. Ist das nicht wunderbar!? Wir konstruieren unsere Welt – und so ist es leicht möglich, von einer Dreieinhalbzimmerwohnung zu sagen: my home is my castle.

Donnerstag, 10. März 2016

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Wahrnehmung ist nicht gleich Wahrheit

Unsere Wahrnehmung wird beeinflusst von vielen verschiedenen Faktoren. Einer davon ist unsere Einstellung zu uns selbst, unseren Mitmenschen, den Dingen, dem Leben. Eine Einstellung ist ‚eine Brille‘ mit einer bestimmten Tönung, die unserer Welt die Farbe gibt.

Forscher der Yale-Universität begleiteten bis zu 23 Jahre lang 660 Menschen im Alter von 50 Jahren und älter. Ihre Erkenntnis: Diejenigen mit einer positiven Einstellung zum Älterwerden lebten über sieben Jahre länger als jene, die das Altern eher negativ betrachteten. Die Einstellung hatte auf die Langlebigkeit mehr Einfluss als der Blutdruck, der Cholesterinspiegel, Rauchen, Körpergewicht oder sportliche Betätigung.
Ungefähr zur selben Zeit berichtete eine Studie der Duke University, an der 866 Herzpatienten teilnahmen, dass diejenigen, die normalerweise eher positive Emotionen verspürten, eine um 20 Prozent höhere Chance hatten, weitere elf Jahre zu leben, als diejenigen, die gewohnheitsmässig eher negative Emotionen verspürten.
(Aus: Du bist das Placebo. Bewusstsein wird Materie, Dr. Joe Dispenza, Seite 51f. Ein sehr lesenswertes Buch!)

Einstellungen lassen sich verändern. Damit verändern wir unsere Welt. Es gibt nicht DIE Wahrheit, es ist unsere Wahrnehmung, die unsere PERSÖHNLICHE Wahrheit formt.

Mehr darüber in meinem Vortrag vom 3. März, 19 30 Uhr im Foyer des Gymnasiums Appenzell.
Den Flyer finden Sie unter der Rubrik ‚Vorträge‘ auf diesem Blog.

Sonntag, 28. Februar 2016

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Houmschtori 1

My home is my castle. Den Satz kenne ich seit Kindertagen, und er ist mir geblieben. My home is tatsächlich my castle.
Seit bald siebzehn Jahren steht es im Dorf Appenzell. Rundherum stehen ähnliche, alle in gleicher Farbe.
Wenn es wahr ist, dass man vom Äusseren aufs Innere schliessen kann, so bin ich eher unscheinbar, bescheiden, kosmopolitisch und kinderliebend, weitsichtig (mindestens bis zum nächsten höheren Berg – und mehr kann man ja nicht verlangen), offen (weil keine Vorhänge), kompromissbereit und anpassungsfähig (teile die Waschküche ohne Waschplan mit sieben anderen Partien) und körperlich gut zwäg (im obersten Stockwerk, ohne Lift).

Mehr in der nächsten Folge. Irgendwann.

Freitag, 12. Februar 2016

Eine Antwort zu “Houmschtori”

  1. sarah sagt:

    Sehr liebevoll hast du vergessen. Deine Wohnung ist sehr liebevoll eingerichtet.

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Prägende Lebensmuster erkennen und auflösen
Literaturliste zum Seminar vom 23.1.2016

Bauer Joachim. Das Gedächtnis des Körpers. Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern. Piper.

Bonanomi Renée, Michel Katarina. Heilung geschieht im Bewusstsein. Aquamarin. *

Lipton Bruce. Intelligente Zellen. Wie Erfahrungen unsere Gene steuern. Koha.

Lipton Bruce. Berührende Biologie. Befreiung aus der Zellprogrammierung. DVD.

Lipton Bruce. Wie wir werden, was wir sind. Eltern sind wichtiger als Gene – wie unser Bewusstsein das Wesen unserer Kinder bestimmt. DVD. Koha.

Roads Michael. Im Reich des Pan. Reisen ins Herz der Natur. Stb. *

Roads Michael. Durch die Augen der Liebe. Weitere Reisen mit Pan. Stb. *

Roads Michael. Geheimnisse von Jenseits und Diesseits. Weitere Reisen mit Pan. Stb. *

Spork Peter. Der zweite Code. Epigenetik oder: Wie wir unser Erbgut steuern können. rororo.

Tolle Eckhart. Jetzt. Die Kraft der Gegenwart. J. Kamphausen. *

Der * markiert jene Bücher, in denen v. a. über das Bewusstsein gesprochen wird. Unsere sämtlichen Aufgaben und Probleme (persönliche und gesellschaftliche) können wir nur lösen, wenn wir unser Bewusstsein erweitern. Ansonsten haben wir die Illusion einer Lösung, die aber weitere Probleme kreiert. Wie Renée Bonanomi sagt: Heilung geschieht im Bewusstsein.

Sonntag, 24. Januar 2016

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Meditation am Montagabend

Nach den zwei Schnupperstunden im letzten November haben sich acht Frauen für weitere Meditationsabende angemeldet. Am letzten Montag hat der erste nun stattgefunden. Und darüber habe ich mich sehr gefreut!
Meditation ist eine Methode, um ganz zu sich zu kommen, in die Ruhe, in die eigene Mitte. Und natürlich gelingt dies nicht auf Anhieb. Es ist Übungssache. In der Gruppe entsteht ein gemeinsames Energiefeld, das einem eher erlaubt, sich in die Stille zu versenken , als wenn man die ersten Versuche alleine unternimmt.
Die Körperhaltung ist wichtig. Eine gerade Wirbelsäule. Damit die Kundalini, unsere Lebenskraft, vom Becken hochsteigen und unseren Körper mit Energie versorgen kann. Auch das ist nicht von Anfang an so leicht. Wenn man die Haltung nicht gewöhnt ist, wird man nach einiger Zeit müde und der Rücken rund.
Es gibt viele verschiedene Arten zu meditieren. Wir lernen jeden Abend einige kennen und bleiben vorerst für sieben oder auch für vierzehn Minuten bei dieser Übung. So können alle herausfinden, was ihnen am meisten beliebt und wenn möglich zu Hause weiter üben.
Den Nutzen aus der Meditationspraxis zieht schlussendlich nicht nur die Übende selbst, sondern ihr gesamtes Umfeld. Meditation schafft mit der Zeit ein erweitertes Bewusstsein – und so ist es möglich, dass sich Verhaltensmuster, die nicht zuträglich sind, verändern oder auflösen können. Wenn man früher in bestimmten Situationen automatisch reagiert hat – weil ein altes unbewusstes Programm gelaufen ist – so kann man jetzt ruhig bleiben und sich für eine Reaktion entscheiden oder sie auch bleiben lassen. Das macht die Beziehungen einfacher, interessanter und liebevoller. Das Leben bunter.

Donnerstag, 21. Januar 2016

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Ein Dialog

Ein Dialog zwischen Krishna (dem Göttlichen) und (einem modernen) Arjuna.
Krishna ist in einem grossen Krieg Arjunas Wagenlenker und belehrt ihn.

Arjuna: Ich habe nie freie Zeit. Das Leben ist so hektisch geworden.
Krishna: Aktivität macht hektisch. Produktivität macht frei.

Arjuna: Weshalb ist das Leben so kompliziert geworden?
Krishna: Hör auf, das Leben zu analysieren… Das macht es kompliziert. Lebe es einfach.

Arjuna: Weshalb sind wir immer unglücklich?
Krishna: Sich Sorgen machen ist zu einer Gewohnheit geworden. Deshalb seid ihr unglücklich.

Arjuna: Weshalb leiden die guten Menschen immer?
Krishna: Diamant kann nicht geschliffen werden, ohne dass Reibung entsteht. Gold kann ohne Feuer nicht gereinigt werden. Gute Menschen erleben Herausforderungen, aber sie leiden nicht. Mit diesen Erfahrungen wird ihr Leben besser, nicht bitter.

Arjuna: So sagst du also, dass solche Erfahrungen nützlich sind?
Krishna: Ja. Auf alle Fälle sind Erfahrungen gestrenge Lehrer. Sie geben dir zuerst die Prüfung und erst danach die Lektion.

Arjuna: Wegen der vielen Probleme wissen wir gar nicht, wohin unser Leben führt…
Krishna: Wenn du im Aussen suchst, wirst du nicht wissen, wohin das Leben führt. Schau nach innen. Die Augen sehen. Das Herz zeigt den Weg.

Arjuna: Schmerzt das Versagen mehr als das Sich-in-die-richtige-Richtung-bewegen?
Krishna: Erfolg ist ein Mass, das andere bestimmen. Zufriedenheit ist ein Mass, das du selbst bestimmst.

Arjuna: Wie kann man ich schwierigen Zeiten motiviert bleiben?
Krishna: Schau immer, wie weit du gekommen bist und nicht, wie weit du noch zu gehen hast. Zähle immer die Segnungen und nicht was du vermisst.

Arjuna: Was erstaunt dich an den Menschen?
Krishna: Wenn sie leiden, fragen sie: weshalb ich? Wenn sie Erfolg haben, fragen sie nie: weshalb ich?

Arjuna: Wie kann ich das Beste aus dem Leben machen?
Krishna: Schau die Vergangenheit ohne Bedauern an. Sei in der Gegenwart voller Vertrauen. Rüste dich für die Zukunft ohne Angst.

Arjuna: Eine letzte Frage. Manchmal habe ich das Gefühl, dass meine Gebete nicht erhört werden.
Krishna: Es gibt keine unbeantworteten Gebete. Bleibe im Glauben und lass die Angst fallen. Das Leben ist ein Mysterium, das gelebt werden will, nicht ein Problem, das man lösen muss. Vertraue mir. Das Leben ist wundervoll, wenn du zu leben verstehst.

Das Leben ist wundervoll, wenn du es zu leben verstehst…
Das wünsche ich Ihnen und mir zum Neuen Jahr!
Alles Gute, viel Glück und  Gesundheit und Freude bei all Ihrem Tun!

Dienstag, 29. Dezember 2015

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Innenansicht 16

Du kannst dich nicht selber finden, indem du in die Vergangenheit gehst,
du findest dich selber, indem du in die Gegenwart kommst.
Eckhart Tolle

Das tönt einfach. Tatsache aber ist, dass wir – d. h. unsere Gedanken – meistens in der Vergangenheit sind oder in der Zukunft. Damit erschaffen wir die Zukunft nach Vorlage der Vergangenheit. Nie etwas Neues.
Gleichzeitig sind wir nicht ‚anwesend‘, ein Grossteil unserer Energie fliesst in die Illusion Vergangenheit und Zukunft.

Helfen kann uns, alles in bewusster Achtsamkeit zu tun, langsamer zu werden.
Eine gute Übung in die Gegenwart zu kommen, ist auch den Innenraum des Körpers oder ‚die Socken zu spüren‘. Wenn wir ganz in diesem Empfinden sind, können wir gar nicht anders, als im Jetzt zu sein.

Mit diesem Beitrag verabschiede ich mich für die kommenden vier Wochen, während denen ich eine Weiterbildung mache, in der es um das oben beschriebene Thema geht.

Mittwoch, 25. November 2015

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Tomaten-Geschichte

Eines Tages in einem heissen Sommer sagte der Lehrer zu seinen Schülern, sie sollten am nächsten Tag Tomaten in einer Plastiktüte mitbringen. Jede Tomate würde den Namen einer Person bekommen, die das Kind nicht mochte. So sollte die Anzahl Tomaten die gleiche sein wie die Anzahl Personen, die das Kind nicht mochte.

Am nächsten Tag brachten die Schüler die Tomaten mit, jede mit einem Namen versehen. Manche hatten zwei, andere drei, vier oder mehr Tomaten dabei.

Der Lehrer sagte zu den Kindern, sie müssten nun die Tomaten jeden Tag mit zur Schule bringen und am Abend wieder nach Hause nehmen – und dies eine ganze Woche lang.

Die Tage vergingen, und die Schüler begannen sich wegen des Gewichts der Tomaten und deren üblem Geruch zu beklagen, da sie langsam zu faulen begannen.

Am Ende der Woche fragte der Lehrer: wie habt ihr euch während diesen Tagen gefühlt?
Die Kinder beklagten sich wieder wegen des Gewichts, das sie schleppen mussten und wegen des üblen Geruchs.

Da sagte der Lehrer: was ihr da beschreibt, ist ziemlich ähnlich dem, was ihr in euren Herzen tragt, wenn ihr andere Menschen nicht mögt. Hass macht das Herz krank, und ihr tragt den Hass überallhin mit euch.

Wenn ihr den Geruch der faulen Tomaten während dieser paar Tage kaum aushalten konntet, so stellt euch nur einmal vor, was eure negativen Gefühle, die ihr mit euch herumtragt, mit eurem Herzen anrichten.

Das Herz ist ein wundervollen Garten, in welchem man die Pflanzen, die man dort nicht haben möchte, regelmässig entfernen muss.

Vergebt jenen, die euch weh getan haben. Macht Platz für gute Dinge. Und habt ein gesegnetes Leben.

Donnerstag, 12. November 2015

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Übung zur Herzkohärenz

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sich die Kohärenz des Herzrhythmus ganz direkt auf die Leistung des Gehirns auswirkt. Die chaotischen Phasen beeinträchtigen die Abstimmung der Gehirnfunktionen, Kohärenz unterstützt sie.
Menschen, die Kohärenz regelmässig praktizieren, können so ihre Angst kontrollieren, Depression verschwindet, der Blutdruck wird gesenkt, das Immunsystem stimuliert, Denken und Entscheidungen werden klarer, das Sozialverhalten bessert sich, und es kommt zu einer Verjüngung der gesamten Physiologie.

Das HeartMath Institute in Kalifornien hat eine Übung entwickelt, die den Herzrhythmus schnell kohärent werden lässt:
Im ersten Schritt lenkt man seine Aufmerksamkeit nach innen, zieht sozusagen seine Antennen ein und fokussiert auf den Körperinnenraum. Am besten atmet man einige Male langsam und tief ein und vollständig aus und wartet einen kleinen Moment mit dem Einatmen.
Beim zweiten Schritt stellt man sich vor, dass man langsam durch das Herz atmet (oder durch die zentrale Brustregion) und stellt sich dies wenn möglich bildlich oder auch sinnlich vor.
Beim dritten Schritt fühlt man die Empfindung von Ausdehnung und Wärme, die die Brust ausfüllen und begleitet diese unterstützend in Gedanken und mit dem Atem.
Sehr unterstützend für den ganzen Prozess ist es, wenn man in das Gefühl der Dankbarkeit gehen kann.

Das HeartMath Institute hat in einer Untersuchung aufzeigen können, dass nur schon die Erinnerung an ein angenehmes Gefühl oder eine gedachte Szene den Übergang von einem chaotischen zu einem kohärenten Herzschlag auslöst. Dies wirkt sich auf das emotionale Gehirn aus, dem so signalisiert wird, dass alles in Ordnung ist. Was wiederum den kohärenten Herzschlag verstärkt. Die Übereinstimmung von Herz und emotionalem Gehirn stimuliert das autonome Nervensystem – das Gleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus.
Mit ganz einfachen Übungen, die man überall machen kann, auch im Zug, im Bus, im Büro, lässt sich die Lebensqualität enorm verbessern.
Tun muss man’s halt!
Und dazu ist eine bewusste Entscheidung erforderlich.

Bild und Informationen aus: Die Neue Medizin der Emotionen von David Servan-Schreiber.

Mittwoch, 04. November 2015

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Wasserwesen

Der Mensch ist ein Wasserwesen. Er wird aus dem Wasser geboren und besteht zu 70 – 90 % aus Wasser, je nach Alter. Das Gehirn hat einen Wasseranteil von ca. 85 %. Wir trinken täglich ein bis zwei Liter Wasser, um unsere Körperfunktionen in Schwung zu halten und nehmen bei jeder Dusche etwa 1,5 Liter über die Haut auf. Wasser bedeutet Leben. Und so geheimnisvoll wie das Leben ist auch das Wasser. Im Dokumentarfilm: Die geheime Macht des Wassers betrachten verschiedene Forscher und Religionslehrer das Wasser aus unterschiedlicher Perspektive.

Hier einige Aussagen aus dem Film, die Sie vielleicht motivieren, sich ihn anzusehen:

Wasser besitzt ein Gedächtnis – es nimmt alle Informationen der Umgebung auf, obwohl sich seine chemische Eigenschaft nicht ändert. Die Struktur des Wassers, die Cluster der Moleküle, reagiert wie unser Nervensystem.

Wasser ist vielleicht der grösste Erinnerungsspeicher der Erde.

Wasser hat ein fotografisches Gedächtnis; man kann seine Struktur sogar auf 10’000 km Distanz verändern.

Die natürliche Struktur des Wassers zerbricht bei jeder abrupten Richtungsänderung, also in unseren Leitungssystemen. Unterwegs nimmt das Wasser zudem jegliche Information aus der Umwelt auf.

Strukturiertes Wasser ist das beste Antibiotikum, das es gibt. Die US Armee verwendet es in Afghanistan und im Irak.

Gemüse reift mit strukturiertem Wasser schneller und baut mehr Nährstoffe auf als mit gewöhnlichem Leitungswasser. Dabei lassen sich 20 % Wasser sparen und auch jeglicher Dünger.

Menschliche Emotionen haben den grössten Einfluss auf Wasser. Negative Emotionen erzielen die deutlichere Wirkung, vermutlich weil sie intensiver erlebt werden. Sie verringern die Energie des Wassers.

Die Struktur unseres Körperwassers soll derjenigen unseres Geburtsortes gleich sein. So wäre unsere Heimatverbundenheit auch physikalisch begründet.

Wasser reinigt sich von selbst, wenn es von einem Aggregatszustand in einen anderen übertritt.

https://www.youtube.com/watch?v=Q_Osih3pGqk

 

 

 

 

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Eine Antwort zu “Wasser”

  1. Sebastian sagt:

    Das Video habe ich selbst schon gesehen und bin davon auch überzeugt, dass Wasser Informationen speichern kann und mehr Geheimnisse in sich trägt als die Wissenschaft sich momentan noch vorstellt.

    Liebe Grüße Sebastian

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Herzratenvariabilität

Die Bilder weiter unten zeigen Messungs-Ergebnisse der Herzratenvariabilität eines chronisch Gestressten, eines Burnout-Patienten und einer gesunden Person mit ‚bewegtem Alltag‘ (www.heartrates.at)
Eindeutige Bilder.
Was wollen wir unserem Herzen zumuten?! Wie viel Sinn macht es, alles auf die Karriere zu setzen, Geld, Status und Besitz nachzujagen oder zu Hause alles immer blitzblank zu haben und Vorzeigekinder grosszuziehen, wenn der Lebenssinn dabei übergangen wird. Denn jeder Mensch kommt auf diese Welt, um für sich etwas zu lernen oder zu kreieren und dabei die innere Zufriedenheit zu finden – und Wohlstand und eine liebevolle Familie können durchaus mit dem einher gehen… Oft kennt man diesen Wunsch als Kind oder Jugendliche/r noch ganz genau. Er ist ein Wegweiser, kein Hirngespinst; leider ‚vergisst‘ man ihn später oder ‚deckt ihn zu‘ mit den vielen Aktivitäten in unserem Lebenssupermarkt. Das ist für eine Weile spannend, kann aber mit der Zeit schal und flau werden und das Leben zur sinnentleerten Routine werden lassen.
Einen grossen Teil unserer Zeit als erwachsener Mensch verbringen wir am Arbeitsort. Die wichtige Frage ist: macht die Arbeit, die wir tun, Freude? Ist sie das, was wir wirklich tun wollen? Macht sie für uns Sinn?

Theo Wehner, Professor an der ETH für Arbeits- und Organisationspsychologie sagt in einem Interview: Absurderweise ist der Begriff ‚Burnout‘ positiv besetzt. Dabei ist er für die Betroffenen eine Katastrophe. In den 70ern und 80ern galt jemand, der noch keinen Herzinfarkt hatte, als schlechter Manager. Schreiner mussten mindestens einen Finger verloren haben. Das Burnout hat die körperlichen Blessuren von früher als Trophäe abgelöst. Jetzt heisst es: ‚Kein Wunder, dass er depressiv geworden ist, bei der Arbeit!‘
‚Wir sind bereit, unser ganzes Leben mit dem Büro zu synchronisieren. Dabei herrscht bei der Arbeit ziemlich viel Sinnfinsternis.‘
‚Einer Tätigkeit nachzugehen und dafür Geld zu bekommen, nützt mir zwar – und meinem Arbeitgeber. Die Sinnfrage bleibt aber unbeantwortet. Nur wenn etwas mit meinen Werten übereinstimmt, macht es Sinn. Viele Leute erleben das zum Beispiel erst bei der Freiwilligenarbeit.‘
(MM39, 21.9.2015)
(Siehe auch die Beiträge vom 9./10. und 11. September)

Freitag, 23. Oktober 2015

Eine Antwort zu “HRV”

  1. Angelica sagt:

    Hallo Brigitta

    auf der Seite taketina.com findest du zum gleichen Thema von Aerzten in Messungen aufgezeigt, was mit der Herzratenvaribilität im taketina Prozess passiert.

    Herzlicher Gruss
    Angelica

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Gene lassen sich verändern

In einer Studie des Jahres 2008 liessen sich 20 Freiwillige acht Wochen lang in unterschiedlichen Körper-Geist-Praktiken unterrichten (u. a. mehrere Arten von Meditation, Yoga und wiederholtes Beten), die eine Entspannungsreaktion, einen physiologischen Zustand tiefer Ruhe auslösen. Ausserdem wurden 19 Probanden begleitet, die dieselben Techniken schon seit Langem täglich praktizierten.
Nach Abschluss der Studie konnten bei den ‚Neulingen‘ Veränderungen an 1561 Genen nachgewiesen werden (874 die mit Gesundheit zu tun haben, waren hochreguliert worden; 687 die mit Stress zu tun haben, waren herunterreguliert worden; des Weiteren war eine Senkung des Blutdrucks, der Herz- und der Atmungsfrequenz festzustellen. Die erfahrenen Praktizierenden exprimierten 2209 neue Gene. Die meisten dieser genetischen Veränderungen verbesserten u. a. die Reaktion des Körpers auf chronischen psychologischen Stress.
Aus: Du bist das Placebo – Bewusstsein wird Materie, S. 140, von Dr. Joe Dispenza.

Wenn wir im Überlebensmodus leben, d. h. chronischen Stress haben (den wir nicht unbedingt spüren, weil er auf Zellebene ist), ist es uns nur möglich, uns auf drei Dinge zu konzentrieren: auf den Körper, die Umwelt und die Zeit. Die Stresshormone bringen uns dazu, selbstsüchtig zu werden, weil wir in diesem Modus ja unser Überleben sichern ‚müssen‘. So wird unser Ego gefördert und wir werden zu Materialisten.

Wollen wir uns also darüber hinaus entwickelt, ist es not-wendig, unseren chronischen Stress zu heilen. Einige Methoden sind oben genannt. Wir Menschen sind hier auf diesem Planeten, um uns weiterzuentwickeln, d. h. wir sind aufgerufen, uns irgendwann im Leben auch nach innen zu wenden und uns mit unserem Sein im Grossen Ganzen zu beschäftigen und innerlich zu wachsen. Schlussendlich zählt nur dies. Laut Bronnie Ware, die lange sterbende Menschen begleitet hat, gibt es fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen. Die fünf Versäumnisse:
Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben, statt so zu leben, wie andere es von mir erwartet haben.
Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.
Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.
Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten.
Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt.
Aus: 5 Dinge, die Sterbende am meisten
bereuen.

Machen wir nicht dieselben Fehler; wir haben jederzeit die Möglichkeit, uns zu besinnen und aus dem Überlebensmodus auszusteigen. Es braucht eine hundertprozentige Entscheidung und etwas Selbstdisziplin, um den chronischen Stress zu heilen. Mit weniger geht es nicht.

Montag, 19. Oktober 2015

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Bärenfrage

Was das wohl ist, was der Bär da zwischen den Tatzen hat?
Ein Willisauer Ringli?
Ein Reif, mit dem er Kunststücke aufführt?
Eine Verstärkung für die Löcher der Ordnerblätter?
Das Loch im Portemonnaie?
Der Landsgemeindering?
Man kann sich ein Loch in den Bauch fragen…

Samstag, 10. Oktober 2015

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Innenansicht 15

Wenn uns beim anderen etwas störtnervtärgert.
Ist es nur Seins/Ihres?
Würde ich, wenn ich in den Spiegel schaue, Ähnliches bei mir entdecken?
Und bin ich jetzt genervt, weil ich dies nicht wahrhaben kann?
Aber jaaaa! Genau so ist es.

Die Altern wussten es schon immer. Sie sagten: Wüsch zerscht vor dä eigene Tör!

Freitag, 09. Oktober 2015

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Wahrnehmung ist nicht gleich Wahrheit 2

Was sehen Sie?
Es sind zwei Bilder in einem, eine sogenannte Kippfigur.
Und immer können wir nur das eine oder andere Bild sehen. Nie beide auf einmal.
Unsere Wahrnehmung lässt uns auch im Alltag nie ‚das ganze Bild‘ sehen.
Wir nehmen nur wahr, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken.

 

 

 

Mittwoch, 07. Oktober 2015

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Gelesen

Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine grosse Liebe wiederzufinden

Pikay heisst der Inder – zwei Buchstaben seines sonst unaussprech-lichen Namens. Aufgewachsen als Dschungeljunge aus der untersten Kaste strandet er in Neu Dehli an einer Kunstschule (schon das ein Wunder) und schlägt sich mit Porträtzeichnen mehr schlecht als recht durchs Leben. Dort trifft er Lotta, ein schwedisches Mädchen, und die beiden verlieben sich. Sie reist allerdings nach einigen Wochen weiter; für ihn beginnt eine Zeit der Sehnsucht, Verzweiflung und höchsten Anstrengung, denn er beschliesst, nach Schweden zu fahren. Per Velo, denn etwas Anderes kann er sich nicht leisten. Er will seine Liebe wiederfinden – genauso, wie es ihm der Astrologe bei der Geburt vorausgesagt hat.

Unendliche Strapazen, viel Hilfe unterwegs – Pikay ist ein Sonnenschein – und er kommt an (ein grosses Wunder) und bleibt. Und wird Schwede und Vater und Kunstlehrer und glücklich.

Die Reise in umgekehrter Richtung habe ich vor 36 Jahren einmal gemacht. Nicht per Velo sondern auf einem umgebauten Lastwagen. Auch deshalb habe ich das Buch vermutlich gerne gelesen. Der Sprache wegen nicht.

Mittwoch, 16. September 2015

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Unterschiedliche Perspektiven

Es gibt eine Welt, wie sie sich zeigt vom Fahrrad aus.
Und es gibt eine Welt gesehen von der Ruhebank aus unter einem grossen Baum.

Es gibt keine Fakten; es gibt nur Wahrnehmungen.

(Foto: Nähe Yangon, Myanmar-Reise im Mai)

Montag, 14. September 2015

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Innenansicht 6

Schmetterlingwerden braucht seine Zeit.
Flügel sind nicht so einfach zu haben.

Sichalsraupevollfressen gehört dazu. Ungeliebt.

Einezeitderstarre. Kokon. Innen flüssig. Die Verwandlung.

Sichganzalleinebefreien. Erst dann ist Fliegen möglich.

 

Samstag, 12. September 2015

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Kuhträume

Was träumt die Kuh?
Von Wiesen ohne Plastik und Hundedreck?
Von ewigem Sommer auf der Alp?
Dass alle Hörner tragen dürfen?
Von der Überbelegung der Wiesen und Ställe und
Methangasüberproduktion?
Vom Kalb, das sie nie gesehen hat?
Von bunten Blumenwiesen?
So vieles, dass es auf keine Kuhhaut* geht?

*Gegerbte Kuhhäute dienten im Mittelalter zum Schreiben.
Man glaubte, dass der Teufel Besitzer vieler Kuhhäute war, auf denen er die Sünden der Menschen notierte, damit er sie ihnen beim Letzten Gericht vorlesen konnte.

Samstag, 05. September 2015

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Dreh dich um und die Welt sieht anders aus

 

P1010265            P1010266

Wenn zwei sich gegenüber stehn, sieht der eine dies, der andere das.
Der dies sieht schwarz, der das sieht weiss.
Es kommt zum Streit.
Und beide haben Recht.
Und merken nicht: die Welt besteht aus beidem.
Und müssten sich nur um die eigne Achse drehn.

 

 

 

 

Donnerstag, 03. September 2015

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Gelesen

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

Motti Wolkenbruch, 25jähriger Student aus Zürich, erzählt seine Geschichte selbst. Wie seine mame versucht, ihn zu verheiraten, sehr zu seinem Missfallen. Die jungen Frauen, die sie ihm vorstellt, haben alle einen tuches (Hintern) und bristen im selben Umfang wie die mame. Dabei hat er an der Uni ein Auge auf Laura geworfen, die einen knackigen Hintern hat. Nur geredet hat er noch nicht mit ihr. Er ist scheu. Hatte noch nie eine Freundin.
Als die mame von der schickse (der Nichtjüdin) erfährt, wird Motti zwecks Frauenfindung nach Tel Aviv zum Bruder der mame geschickt. Eine Frau (fürs Leben) findet Motti nicht, aber einen ersten schtup erlebt er (einen one-night-stand) und viel Verständnis bei seiner Verwandtschaft.
Wieder zu Hause macht Motti endlich nähere Bekanntschaft mit Laura und die wird intimer nach einer Party in deren WG. Was zum Hinauswurf aus der Familie führt. Motti ist sehr verliebt: Es hätte ganz simpel sein können. Schön unkompliziert. Alles schön schwarz-weiss. Schwarze hojsn, weisses Hemd (seine übliche Bekleidung vor der Reise nach Israel). Aber nein, ich musste mir ja von einer schickse das harz rauben lassen und jetzt, völlig verkatert und mit kritisch belastetem Verhältnis zu den Eltern, auf dieser Bank hier sitzen und wi a nar auf mein Telefon glozn, das keinen Ton von sich gab. (S. 220)

Zum dritten Mal habe ich das Buch nun gelesen – und mich wieder köstlich amüsiert. Und dank der herrlichen Schilderung von Thomas Meyer einen winzigen Einblick in die jüdische Kultur in Zürich nehmen dürfen, in eine so andere Welt, die gleich nebenan liegt.

Sonntag, 30. August 2015

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Wahrnehmung ist nicht gleich Wahrheit

Ich sehe dich durch eine meiner Brillen (gefärbt je nach Tagesform) und du siehst mich durch eine deiner Brillen (gefärbt je nach Tagesform). Du siehst nie wirklich, wer ich bin und ich dich umgekehrt auch nicht.

Wissen wir denn überhaupt selbst, wer wir in Wirklichkeit sind? Ändern sich unsere Ansichten über uns selbst nicht auch mit der Tagesform?!

Freitag, 28. August 2015

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Hauptsache, du liebst.

John Lennon:
Es ist egal, wen du liebst,
wo du liebst, warum du liebst,
wann du liebst oder wie du liebst.
Hauptsache, du liebst.

Bruce Lipton:
Liebe ist kein Gefühl, das andere benötigt.
Das Gefühl Liebe entsteht, wenn unser Organismus auf bestimmte Interpretationen unserer Wahrnehmung reagiert. Wenn diese im Einklang mit den Zielen und Wünschen unseres Lebens sind.
So kann ein Naturerlebnis das Gefühl der Liebe hervorrufen.

(DVD: The Cure – Der Schlüssel zur Heilung. Warum Gedanken, Gefühle und Überzeugungen über unsere Gesundheit entscheiden. TRINITY)

 

Samstag, 22. August 2015

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We are the future

Ja, wir sind die Zukunft. Wir kreieren sie durch unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen in jedem Augenblick.
Nun sind aber von den 60’000 Gedanken, die wir täglich haben, etwa
95 % unbewusst und über 70 % negativ. Und weil ebendiese Gedanken auch noch fast immer um Dinge aus der Vergangenheit kreisen, transportieren wir die Vergangenheit in die Zukunft.

Es gibt gute Bücher (und Kurse), die uns helfen dem Gedankenkarussell zu entkommen und eine ’neue‘ Zukunft zu erschaffen.
Z. B.: Dispenza, J. 2012. Ein neues Ich. KOHA Verlag.

 

Mittwoch, 19. August 2015

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Innenansicht 3

Die Lösung für ein Problem zu finden oder eine gute Idee haben, ist wie Fischen: an ein schönes Wasser sitzen (nicht wörtlich zu nehmen), ruhig werden, staunen, sich wundern und warten. Nicht ungeduldig werden. Auf die Intuition und das Herz vertrauen. Und im richtigen Moment zupacken. Wir alle haben diesen Teil* in uns, der eigentlich weiss, wie das geht. Aber manchmal/oft folgen wir ihm nicht.
Das lässt sich ändern!

 

*Die kreative Persönlichkeit sei unabhängig, offen für neue Erfahrungen, unkonventionell, risikobereit, flexibel im Denken und Handeln und habe eine breite Spanne von Interessen, ein interdisziplinäres Denken, Sinn für Humor, Freude Altes auf neue Weise zu betrachten, eine hohe intrinsische Motivation (kann sich selber motivieren) und könne Zusammenhänge herstellen, Vages und Widersprüchliches aushalten und sich Dinge gut bildlich vorstellen…

Samstag, 15. August 2015

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Innenansicht 2

All diese – unsere – Knöpfe können gedrückt werden. Und wir antworten mit Ärger, Verstimmung, Beleidigtsein, Angst, Trauer, Stress. Jeder Knopf schafft Zugang zu einer schmerzlichen Erinnerung. Die aber meistens unbewusst ist. Nur unsere Reaktion zeigt uns, dass sie vorhanden sein muss. Und jetzt das Geheimnis: in diesem Moment haben wir die Gelegenheit, mit dem negativen Gefühl zu bleiben, es zu vertiefen und  ‚ganz hindurch zu gehen‘. Wenn dies gelingt, löst es sich auf und wir empfinden Freude. Die Erinnerung ist neutral: ein Knopf weniger.

Freitag, 14. August 2015

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Innenansicht

So oder ähnlich ist doch oft unsere Innenansicht. Verbunden mit Leiden. Altes geht, muss gehen, bevor Neues kommen kann. Ob es sich um Dinge, eine neue Arbeitsstelle oder manchmal auch Beziehungen handelt. Loslassen heisst es dann. Was aber gar nicht möglich ist. Ein viel besseres Bild ist: darüber hinaus wachsen. So ist der Erneuerungs-prozess  weniger schmerzhaft. Und jetzt ein Geheimnis: wir Menschen sind aufs Wachsen angelegt. Wir müssen uns schon ganz schön quer stellen, damit das nicht geschehen kann. Und wir tun dies ganz schön oft. Verbunden mit Leiden.

Donnerstag, 13. August 2015

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Ja, ich hab's geschafft!

Gestern habe ich (mit Hilfe meines Neffen…) den ersten Beitrag selber eingefügt. Den Buchtipp. Hat mich (und ihn vermutlich auch) ein bisschen Nerven gekostet. Aber wer kommt schon leicht durch ein Nadelöhr! Auch ohne ein Kamel zu sein.
Durch‘ s Nadelöhr gehen heisst lernen. Vielleicht einen inneren Widerstand überwinden und sich auf Neues einlassen. Kleine Kinder tun dies permanent. Und eigentlich ist unser Gehirn dafür angelegt. Aber irgendwann kommt den meisten die Motivation abhanden. Lernen wird schwierig. Dabei lässt Lernen automatisch innere Freude entstehen. Lernen = inneres Wachsen = Freude.

Mittwoch, 12. August 2015

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Buchtipp

Die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst
Der Lebens-Integrations-Prozess in der Praxis

Der Lebens-Integrations-Prozess geschieht mittels einer systemischen Aufstellung. Stellvertreter nehmen die Position des Kinders im Mutterleib, des Kindes und der Jugendlichen ein. Sie betreten das morphogenetische Feld der Person, die den LIP macht. Damit erleben sie, ‚wie es damals war‘ und teilen dies mit.

Da wir mit anderen nur in Kontakt sein können, wenn wir mit uns selber im Kontakt sind, ist es wichtig, das Kind im Mutterleib, das Kind und die Jugendliche, die wir einmal waren, zu integrieren. Zu SEHEN, was damals war und es ANZUNEHMEN.

Nelles sagt: Solange wir die Vorstellung pflegen, dass es besser gewesen wäre, wenn etwas nicht geschehen oder anders gewesen wäre, solange können wir uns nicht von der Kindheit lösen. Genau diese Idee verstrickt uns nämlich in einen inneren Kampf mit dem, was tatsächlich war (S. 120).

Im LIP geht es nicht darum, erwachsen zu werden, zu sollen oder zu müssen. Es geht darum, zu erkennen, dass ich es längst schon bin.

Ein wunderbares Buch. Sehr inspirierend und gut zu lesen. Mit vielen Beispielen.

Nelles, W. & Gessner, T. 2014. Die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Innenwelt Verlag.

Dienstag, 11. August 2015

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MYANMAR (BURMA) IM MAI 2015
Reisebericht

Seit dreissig Jahren stand Burma auf meiner Reiseliste. Es war Bagan, der Ort mit über zweitausend Pagoden, den ich unbedingt besuchen wollte. Lange war das Land abgeschottet, regiert von einer Militärdiktatur. Erst vor ein paar Jahren fand eine Öffnung statt und das Reisen wurde leichter. Heute wird der Tourismus gefördert, und rund fünf Millionen Menschen besuchen Burma pro Jahr.

Als im Frühling Manuela Brülisauer aus Schlatt, eine ehemalige Schülerin, eine Praktikumsstelle bei Caritas in Yangon, der vormaligen Hauptstadt des Landes, erhielt, meldete ich spontan meinen Besuch an. Am 11. Mai flog ich hin und blieb drei Wochen. Zusammen besuchten wir ein Dorf im Delta und eines im Norden in den Bergen – beides waren Arbeitsbesuche für Manuela. Am Schluss reisten wir nach Bagan.

Ich erlebte ein Land voller Gegensätze: wundervolle Landschaften und die Angst der Menschen vor Naturkatastrophen: Überschwemmungen im Süden und Erdrutsche in den Bergen; stille Orte der Besinnung und Menschengewimmel und Verkehrschaos in den Städten; von Gold bedeckte Stupas und ärmliche Behausungen; lächelnde Buddhas und das Wissen um die Verfolgung der ethnischen Minderheiten im Land; reiche Städter und Kinderarbeit in Restaurants und im Strassenbau auf dem Land; kunstvolles Handwerk und Abfallberge in den Hinterhöfen.

Eines war klar: ich war hier nur zu Gast. Ein Urteil über die Verhältnisse im Land stand mir nicht zu. Was wusste ich denn schon? Die paar Fakten aus dem Reiseführer und aus den Dokumentarfilmen, die ich mir vor der Reise angesehen hatte, reichten wohl nicht aus für ein ausgewogenes Bild. Und sieht man denn nicht immer nur das, was ‚man schon kennt und weiss‘? Und wirklich Neues nur dann, wenn man mit dem Herzen schaut? Überall wurde ich von den Menschen freundlich empfangen und in den Dörfern aufs liebevollste bewirtet.

Beeindruckt haben mich weniger die zahlreichen Heiligtümer; es waren vielmehr die Menschen. Ihre Freundlichkeit, ihre Einfachheit, ihr Lachen, ihr Fleiss, ihr Zentriertsein. Berührt haben mich die Aussagen der Dörfler im Delta und in den Bergen, die erzählten, dass sie im Laufe des Projekts, das von Caritas betreut wird, gelernt haben, dass die Gemeinschaft wichtig ist, dass sie gemeinsam weiter kommen und stärker sind als allein. Und dass es ihnen seither viel besser geht.

Donnerstag, 16. Juli 2015

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