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Schein oder Sein?

Es kommt vor, dass wir anderen etwas vormachen. Um besser dazustehen, bewundert und gelobt zu werden, uns gut zu fühlen. Siehe Bild.
Viel öfter machen wir uns aber selbst etwas vor. Und dies dann zu unserem Schaden. Thomas Frankenbach schreibt in seinem Buch ‹Somatische Intelligenz›, dass wir immer mehr die Fähigkeit verlieren, uns selbst wahrzunehmen, zu spüren, was für Bedürfnisse wir haben: Untersuchungen aus der Stressforschung belegen, dass mit zunehmender Reizdichte durch Ausseneinflüsse – wie wachsende Anforderungen am Arbeitsplatz, Zeitökonomie, Telekommunikation, Internet, TV und Freizeitstress – die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung, zum Erspüren der eigenen Bedürfnisse, abnimmt.
Wir spüren nicht mehr, wann und wieviel wir essen sollen, welche Lebensmittel uns gut täten, wieviel Bewegung wir bräuchten, dass wir den Kopf auslüften müssten, Ruhe benötigtet, usw. Wir sind so zugedröhnt von Umweltgeräuschen, der Hektik auf dem Weg zur Arbeit und erst recht jener, die dann dort selber herrscht, den vielen Informationen, die auf uns einströmen, dem riesigen Angebot beim Einkauf, der Auswahl an Freizeitbeschäftigungen und kulturellen Angeboten.

So kommen wir abends zerknautscht nach Hause und schaffen’s gerade noch mit einem Sandwich auf die Couch und vor den Flachbildschirm. In der Überzeugung, dass wir dort Entspannung finden. Aber das ist natürlich nicht wahr. Unser Hirn wird weiter überflutet von Reizen. Und je nach Sendung bekommt es auch noch eine Überdosis an Gewalt mit. Denn in unserem Gehirn befindet sich ein Resonanz-System, ein Netz von Spiegelneuronen, das uns genau dasselbe erleben lässt, was wir uns im Film anschauen. Dem Gehirn ist es egal, ob wir eine Ohrfeige bekommen oder sie im Film beobachten. Es schüttet dieselben Stresshormone aus.

Für unser Wohlbefinden wichtig ist ein Gleichgewicht von Körper und Geist. Der Arzt Ulrich Strunz hat (vorerst) ein ganz einfaches Rezept für ein gesundes Leben und einen gesunden Körper: Laufe um dein Leben (er meint Joggen); iss genetisch korrekt (regional und saisonal; keine künstlichen Süssstoffe oder Fertiggerichte); meditiere und träume.
So schwierig kann das doch gar nicht sein! Wenn man nicht joggen mag – ich mag das zum Beispiel nicht -, kann man täglich wenn möglich spazierend 10’000 Schritte tun. Das dauert eine Stunde. Im Durchschnitt sitzen die Leute heute drei bis vier Stunden vor dem Fernseher, da sollte eine Stunde laufen drin liegen… Beim Einkauf von Lebensmitteln achtet man auf die Etiketten und lässt sich nicht von irgendwelchen schönen Verpackungen oder Versprechen verführen. Bleibt noch das Meditieren. Das ist ganz einfach. Man muss sich nur dazu entscheiden, dann finden sich Bücher oder Gruppen oder Anleitungen im Internet. Ein paar Minuten morgens und abends genügen für den Anfang. Und zum Träumen setzt man sich in den Garten, auf den Balkon, macht einen Waldspaziergang oder geht einen Fluss entlang. Halt in die Natur. Wo spärlich vorhanden, gibt’s vielleicht einen Park in der Nähe, wo man sich auf eine Bank setzen kann.

Und natürlich findet man immer eine Ausrede, wenn einem dies alles (vorerst) nicht wichtig genug ist.

Wenn Sie 40 Minuten Zeit haben, so empfehle ich ihnen wärmstens, sich den Vortrag von Prof. Dr. Jörg Spitz auf Youtube anzusehen:

Ernährung und Sport für ein Leben in Gesundheit. Seeehr interessant!

Donnerstag, 07. September 2017

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