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Die Sprache der Gefühle

Währende meines letzten Vortrags wurde ich von einer Zuhörerin gefragt, weshalb es denn mehr negative als positive Emotionen gebe. Gute Frage!  Entwicklungspsychologisch ist es so zu erklären, dass es für das Überleben des Menschen (vor allem in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte oder auch als Säugling und Kleinkind) wichtig ist, Gefahren schnell zu erkennen – und das tut der Körper und macht Mitteilung über eine Emotion. Ein kleines Kind zum Beispiel kann nur über die Emotion Ekel und den entsprechenden Gesichtsausdruck mitteilen, dass es etwas nicht essen oder trinken will.

Es lässt sich aber auch sagen, dass hinter jeder negativen Emotion schlussendlich Angst steht. Dass es also nur eine einzige negative Emotion gibt. Angst sichert unser physisches Überleben. Und dem modernen Menschen scheinbar auch das psychische.
Hass zum Beispiel ist die Angst dominiert oder vernichtet zu werden.
Eifersucht ist die Angst, in einem Wettbewerb irgendwelcher Art überholt und ausgestochen zu werden.
Schuldgefühl ist die Angst, das gute Bild, das man von sich selbst hat, zu verlieren.
Verletztheit ist die Angst, die Zuneigung einer anderen Person zu verlieren, zurückgewiesen zu werden.
Trauer ist die Angst vor dem Alleinsein, jemanden oder etwas loszulassen.

Wir sehen doch jetzt schon, dass alle diese Ängste Illusion sind. Wir sind nicht in unserer Existenz bedroht. Und doch besteht ein negatives Gefühl, zeigt uns der Körper deutlich ein Unbehagen.

Wenn wir es schaffen, dabei ganz bewusst zu sein und bei diesem Gefühl zu bleiben und es nicht zu verdrängen – wie wir dies meist tun, indem wir uns ganz schnell etwas anderem zuwenden oder es zerreden oder zudecken – wenn wir einfach bei unserer Beobachtung bleiben, dann kann sich das Gefühl nach einiger Zeit auflösen. Leider lernen wir meistens schon als kleine Kinder, dass wir unsere negativen Emotionen nicht ausleben können/sollen, dass dies unerwünscht ist. So bekommt ein kleines Kind ganz schnell etwas in den Mund, wenn es schreit oder weint: den Nuggi, ein Guezli, den Schoppen. Oder es wird auf eine andere Art ruhig gestellt.

Wenn wir die negative Emotion verdrängen oder verdrängen müssen, bleibt sie in unserem Energiesystem bestehen und wirkt unbewusst weiter. Die meisten unserer körperlichen und psychischen Probleme sind auf verdrängte Gefühle – Ängste – zurückzuführen. Dies sagt auch Dr. Bradley Nelson in seinem Buch DER EMOTIONS-CODE. Festsitzende Emotionen schwächen das Immunsystem und machend den Körper anfälliger für Krankheiten. Er listet auf Seite 31 Beschwerden und Krankheiten auf, bei denen er eingelagerte Emotionen als Teil- oder Hauptursacht ausfindig gemacht hat:
ADHS, Albträume, Allergien, Asthma, Augenschmerzen, Bauchschmerzen, Brustschmerzen, Chronische Müdigkeit/CFS, Colitis ulcerosa, Depressionen, Diabetes mellitus, Facialsparese, Fibromyalgie, Frigidität, Gelenkschmerzen, Hüftschmerzen, Hypoglykämie-Neigung, Impotenz, Karpaltunnelsyndrom, Knieschmerzen, Kopfschmerzen/Migräne, Krebserkrankungen aller Art, Lernschwäche/Legasthenie, Lupus erythematodes, Morbus Crohn, Morbus Parkinson, MS, Nackenschmerzen, Nebenhöhlenentzündungen, Panikattacken, Phobien, Reizdarm, Rückenschmerzen/Hexenschuss, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Schlafstörungen, Schulterschmerzen, Schwindel, Sodbrennen/Reflux, Tennisellbogen, Unfruchtbarkeit, Verstopfung.
Der Untertitle des Buches heisst: So werden Sie krankmachende Emotionen los. Laut Bradley Nelson ist dies nicht schwer.

Khalil Gibran sagt: Euer Körper ist die Harfe eurer Seele. Es ist an euch, ihm süsse Musik zu entlocken oder wirre Töne.
Wir tragen die Verantwortung.

Am 19. Januar 2017 halte ich einen Vortrag zum Thema Die Sprache der Gefühle
Um 19.30 Uhr im Foyer des Gymnasiums Appenzell

↓ Beitrag als PDF zum Ausdrucken
Montag, 24. Oktober 2016

Eine Antwort zu “Gefühlsstern”

  1. Interessante und befreiende Gedanken und Erklärungen zum Thema negative Gefühle .
    zum Thema Tauer:ich bin nicht konform mit dem Gedanken,Trauer ist die Angst vor dem Alleinsein…ja…, aber nicht ..jmd. oder etwas loszulassen11Meiner meinung hat man dann dies alleinsein oder Loslassen als bedrohlich empfunden. normalerweise läßt man gerne angstfrei los, weil man sich ja wiedersieht.

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