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Während den Vorarbeiten zu meinem neuen Vortrag DIE SPRACHE DER GEFÜHLE bin ich auf Maike van den Booms Buch ‚Wo geht’s denn hier zu Glück?‘ gestossen. Darin beschreibt sie ihre Reise durch 13 Länder, die zu den glücklichsten der Welt gehören und was sie von den Menschen dort – die ja Experten im Glücklichsein sind – erfahren hat. Sie war in Island, Norwegen, Costa Rica, Dänemark, Schweden, in der Schweiz, in Finnland, Kanada, Australien, Panama, Luxemburg, Mexiko und Kolumbien. Es gibt verschiedene Umfragen zum Glück und die Rangliste variiert jeweils etwas; aber es sind immer dieselben Länder ganz vorne mit dabei.

Glück lässt sie zu Beginn durch den australischen Glücksforscher Professor Robert Cummins definieren: Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Glücksgefühlen – zufällig, intensiv, und vergänglich – und einer Glücksstimmung. Diese Grundstimmung ist eine dauerhafte, der Persönlichkeit zugehörige Eigenschaft des sich im Geiste und Herzen Gutfühlens.

In Mexiko sagt ihr eine Frau: Wir sind auf diese Welt gekommen, um glücklich zu sein, und das Glück befindet sich in uns. Du musst es nicht in materiellen Dingen, in Erfolgen, in Eroberungen suchen. Das Erste, was wir erobern müssen, ist unser Geist und unser Herz. Wenn uns das gelingt, sind wie glücklich. Das Glück befindet sich im Herz.
So sehe und erlebe ich das auch. Und sage und schreibe es ja auch immer wieder.

In Australien hört van den Boom von einer Wissenschafterin, dass geistige Gesundheit wie auch die körperliche Gesundheit Training brauche. Auch für das Glück müsse man sich anstrengen.
Untersuchungen haben ergeben, dass Disziplin die Lebenszufriedenheit steigert. Disziplin in diesem Fall ist nichts weiter als die Fähigkeit, sich zu merken, was man will. Und sein Leben dementsprechend konsequent zu führen. So kann man sich zum Beispiel dafür entscheiden, dass man nicht jede (Unglücks-)Nachricht zu kennen braucht. Und auch viele andere Informationen einen nicht weiterbringen. Man lässt sich nicht dauerberieseln, sondern entscheidet bewusst, wann man welche Informationen haben möchte.

In Island gibt’s eine Regierungsvertreterin, die zuständig ist für das Glück der BürgerInnen. Sie sagt: Ich frage ausländische Zuhörer meiner Vorträge immer: Wer von Ihnen möchte glücklich sein? Wer setzt sich in seinem Leben Ziele? Wer hat sich zum Ziel gesetzt, glücklich zu sein? Und dann hat sich das niemand zum Ziel gesetzt!

Würde man sich dieses Ziel setzen, bräuchte es Selbstdisziplin, um es zu verfolgen. Siehe oben.

Van den Boom hat auch den berühmten Neurobiologen Gerald Hüther in Göttingen besucht, um sich von ihm das mit dem Glück ebenfalls noch erklären zu lassen: Das Gehirn mag es am liebsten, wenn es so wenig Energie wie möglich braucht. Und dies ist der Fall, wenn unser Denken, Fühlen und Handeln eine Einheit bilden, wenn dort oben alles zusammenpasst. Und etwas später: Je häufiger wie etwas erleben, was uns unter die Haut geht, desto mehr trainieren wir unser Gehirn. Wir bauen unser Gehirn also quasi selber auf durch unsere Erfahrungen, die wir machen, für die wir selbst sorgen.

Also noch einmal: bewusste Ziele setzen, Selbstdisziplin üben und Dinge tun, die einem positiv unter die Haut gehen, ein gutes Gefühl geben.

Was die Menschen auf die Frage, weshalb sie glücklich seien, in allen Ländern immer wieder antworten: die Familie, Freunde, Vertrauen, die Freiheit, das zu tun, was man tun möchte. Ein mexikanischer Professor formuliert es so: Unsere Forschung hat ergeben, dass es im Grunde zwei grosse Glücksaspekte gibt, und die haben nichts mit dem Bruttosozialprodukt zu tun. Es sind die zwischenmenschlichen Beziehungen und die freie Zeit, die Menschen zur Verfügung haben. Die Herzlichkeit der menschlichen Beziehungen. Die Möglichkeit zu haben, mit Freunden zu plaudern, befriedigende Liebesbeziehungen zu unterhalten, Zeit mit der Familie zu verbringen. All das ist wichtig im täglichen Leben.

Ein Glücksforscher in Kanada sagt, dass laut Untersuchungen Beziehungen einen fünfmal höheren Einfluss auf Glück und Lebenszufriedenheit hätten als das Einkommen. Und Gerald Hüther bestätigt: Glücklich sind Menschen immer dann, wenn sie die Gelegenheit bekommen, ihre beiden Grundbedürfnisse nach Verbundenheit und Nähe einerseits und nach Wachstum, Autonomie und Freiheit andererseits stillen zu können.

Nun wohnen wir in einem Land, das ganz vorne in der Rangliste der glücklichsten Länder steht.
Was haben wir doch für ein Glück!

 

Freitag, 09. September 2016

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