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Körper-Gefühl

Eine finnische Studie mit 700 Versuchspersonen hat 2013 gezeigt, dass und wie der Körper an unseren Gefühlen beteiligt ist. Dort, wo auf dem Bild Rot oder Gelb zu sehen ist, ist der Körper durch das jeweilige Gefühl stimuliert. Blau heisst, dass die Körperregion unbeteiligt ist.
Gefühle sind also keine Kopf- sondern eine Körpersache. Nun sind viele Menschen aber mehrheitlich im Kopf und haben oft praktisch keine Verbindung zu ihrem Körper – und damit zu ihren Gefühlen. Nicht zu ihrem Vorteil.

Jeder Gedanke, jede Situation hat ein Gefühl zur Folge. Oft sind wir uns dessen nicht bewusst. Der Körper aber speichert alles ab. Gedächtnis findet auch im Körper statt. Deshalb ist dieser ein sehr guter Ratgeber. Wenn wir ihn denn fragen würden.
Unser Leben besteht aus einem fortlaufenden Fluss von Entscheidungen. Täglich sind es zwischen 5000 und 6000. Auch wenn wir den Eindruck haben, dass wir oft auf Autopilot geschaltet sind und alles automatisch abläuft, steckt hinter jeder Handlung eine Entscheidung… Stehe ich morgens auf oder bleibe ich liegen, gehe ich nach dem Aufstehen zuerst ins Bad oder in die Küche und hole mir etwas zu trinken, setze ich mich beim Frühstück auf diesen oder jenen Stuhl – und auch wenn ich aus Gewohnheit schon seit Jahren auf demselben Stuhl sitze, braucht es doch jedes Mal eine Entscheidung, es wieder zu tun.

Der Gehirnforscher Antonio Damasio hat die Rolle von Gefühlen im Zusammenhang mit unseren Entscheidungsprozessen untersucht. Er hat herausgefunden, dass Gefühle und Körperempfindungen einen wichtigen Bestandteil von klugen Entscheidungen darstellen. Wir sprechen oft vom Bauchgefühl.
Wenn unser Körper alles speichert, so können wir ihn in Entscheidungssituationen fragen, was er zu einem bestimmten Thema meint. Er wird uns Antwort geben, entweder ein Ja oder ein Nein, je nachdem, welche Erfahrungen er dazu gespeichert hat. Ein Ja hat eine Entspannung zur Folge und ein Nein entsprechend eine Anspannung. Damasio spricht von Somatischen Markern.

Maja Storch schreibt in ihrem kleinen Buch Das Geheimnis kluger Entscheidungen. Von Bauchgefühl und Körpersignalen Die inneren Filme werden nun verglichen mit ähnlichen Situationen aus dem Pool der Erfahrungen, die ein Mensch in seinem emotionalen Erfahrungsgedächtnis gesammelt hat. Wenn eine vergleichbare Situation gefunden wurde, löst dies automatisch eine damit verbundene Bewertung aus. Diese Bewertung erfolgt jedoch nicht über den Verstand, sondern erfolgt biologisch: Die vorgestellten Szenarien rufen Körpersignale hervor.
Und ein paar Seiten später: Gefühle und Körpersignale stellen also für klares Denken keinen Störfaktor dar, sondern sind im Gegenteil ein wesentlicher Bestandteil kluger Entscheidungen.

Wollen wir im Leben erfolgreich sein – nicht nur im Beruf sondern zum Beispiel auch in unseren Beziehungen und in der Gesundheit – so tun wir gut daran, immer wieder innezuhalten und auf unseren Körper zu achten und auf das, was er uns meldet. Der Körper lügt nicht. Kann er gar nicht.

Dienstag, 10. Januar 2017

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