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MYANMAR (BURMA) IM MAI 2015
Reisebericht

Seit dreissig Jahren stand Burma auf meiner Reiseliste. Es war Bagan, der Ort mit über zweitausend Pagoden, den ich unbedingt besuchen wollte. Lange war das Land abgeschottet, regiert von einer Militärdiktatur. Erst vor ein paar Jahren fand eine Öffnung statt und das Reisen wurde leichter. Heute wird der Tourismus gefördert, und rund fünf Millionen Menschen besuchen Burma pro Jahr.

Als im Frühling Manuela Brülisauer aus Schlatt, eine ehemalige Schülerin, eine Praktikumsstelle bei Caritas in Yangon, der vormaligen Hauptstadt des Landes, erhielt, meldete ich spontan meinen Besuch an. Am 11. Mai flog ich hin und blieb drei Wochen. Zusammen besuchten wir ein Dorf im Delta und eines im Norden in den Bergen – beides waren Arbeitsbesuche für Manuela. Am Schluss reisten wir nach Bagan.

Ich erlebte ein Land voller Gegensätze: wundervolle Landschaften und die Angst der Menschen vor Naturkatastrophen: Überschwemmungen im Süden und Erdrutsche in den Bergen; stille Orte der Besinnung und Menschengewimmel und Verkehrschaos in den Städten; von Gold bedeckte Stupas und ärmliche Behausungen; lächelnde Buddhas und das Wissen um die Verfolgung der ethnischen Minderheiten im Land; reiche Städter und Kinderarbeit in Restaurants und im Strassenbau auf dem Land; kunstvolles Handwerk und Abfallberge in den Hinterhöfen.

Eines war klar: ich war hier nur zu Gast. Ein Urteil über die Verhältnisse im Land stand mir nicht zu. Was wusste ich denn schon? Die paar Fakten aus dem Reiseführer und aus den Dokumentarfilmen, die ich mir vor der Reise angesehen hatte, reichten wohl nicht aus für ein ausgewogenes Bild. Und sieht man denn nicht immer nur das, was ‚man schon kennt und weiss‘? Und wirklich Neues nur dann, wenn man mit dem Herzen schaut? Überall wurde ich von den Menschen freundlich empfangen und in den Dörfern aufs liebevollste bewirtet.

Beeindruckt haben mich weniger die zahlreichen Heiligtümer; es waren vielmehr die Menschen. Ihre Freundlichkeit, ihre Einfachheit, ihr Lachen, ihr Fleiss, ihr Zentriertsein. Berührt haben mich die Aussagen der Dörfler im Delta und in den Bergen, die erzählten, dass sie im Laufe des Projekts, das von Caritas betreut wird, gelernt haben, dass die Gemeinschaft wichtig ist, dass sie gemeinsam weiter kommen und stärker sind als allein. Und dass es ihnen seither viel besser geht.

Donnerstag, 16. Juli 2015

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